1. NRW
  2. Städte
  3. Krefeld
  4. Sport

HSG Krefeld richtet sich nach dem Abstieg aus der zweiten Handball-Liga neu aus

Nach dem Abstieg aus der zweiten Liga : HSG Krefeld richtet sich neu aus

Analyse Im ersten Versuch ist die HSG in der zweiten Handball-Bundesliga kläglich gescheitert. Nachdem auch der Gang vor das Schiedsgericht den Abstieg nicht verhinderte, muss sie sich nun neu sortieren.

Die HSG Krefeld spielt in der kommenden Saison wieder in der Dritten Liga. Nach einer desaströsem Saison lag die Mannschaft in der zweiten Bundesliga beim Abbruch mit 2:46 Punkten völlig abgeschlagen auf dem letzten Platz. Nun gilt es sich neu zu sortieren, um in der kommenden Saison ein kräftiges Wort um den Aufstieg mitreden zu können.

Trainer Im Gegensatz zum vergangen Jahr, als Aufstiegstrainer Ronny Rogawska kurzfristig gekündigt hatte und man sich auf keinen neuen Vertrag einigte, steht schon seit Anfang des Jahres fest, dass mit Felix Linden auch in der neuen Saison das Sagen hat. Er wurde in alle Planungen eingebunden und hat nun genügend Zeit den neuen Kader zu einer Einheit zu formen.

Mannschaft Im Zweitligakader gab es immer wieder wichtige Spieler, die aufgrund von Verletzungen pausieren mussten. Knapp verlorene Spiele sorgten dann zusätzlich vermehrt für Unsicherheit. Es fehlte schlichtweg ein Erfolgserlebnis zur richtigen Zeit, um mehr Selbstvertrauen zu bekommen. Auch nach dem Abstieg in die Dritte Liga soll unter professionellen Bedingungen gearbeitet werden. Entsprechend hatte der Sportliche Leiter Stefan Nippes die Lage analysiert und nach Neuverpflichtungen gesucht, die unter diesen Bedingungen auch arbeiten wollen. Dabei hat er eine gute Mischung aus Spielern, die schon auf höherem Niveau gespielt haben, und jungen Spielern, die unbedingt in den Profibereich rein wollen und bereit sind viel auf sich zu nehmen, gefunden.

Neueinkäufe Obwohl noch nicht sicher war, in welcher Liga die HSG in der kommenden Saison antritt, war klar, dass ein größerer Umbruch erfolgen wird. Schon frühzeitig gab es Neuverpflichtungen zu vermelden. Neben den Rückkehrern Maik Schneider und Lars Jagieniak dürfte Torhüter Oliver Prechel vom ASV Hamm durchaus als Königstransfer gelten. Auf den ersten Blick hat Nippes bisher gute Arbeit geleistet, so dass er mit dem Gesamtpaket zu überzeugen weiß. In den nächsten Tagen soll es noch eine weitere Neuverpflichtung geben, die die Qualität des Kaders nochmals enorm steigern soll.

Marketing Auf die neue Ausrichtung deutet schon der Namenszusatz Niederrhein hin: offiziell heißt der Verein jetzt HSG Krefeld Niederrhein. Spiele im Moerser Enni-Sportpark sollen die HSG als überregionales Produkt stärken. Unter dem Motto Spitzenhandball in der Region soll über die Stadtgrenzen hinaus die Strahlkraft der HSG erweitert werden. Zur neuen Strategie gehört auch, die eigenen Spieler künftig aktiv in die Vereine zu bringen, um noch mehr in Form von Patenschaften eine Bindung zu schaffen.

Finanzen Es gab Rücklagen, um die Zweitligasaison aufzufangen. Der Etat in der Dritten Liga wird nahezu gleich bleiben wie in der vorherigen Saison. In den nächsten Tagen wartet auf Geschäftsführer Andre Schicks viel an Arbeit, um ein Gesamtpaket fest zu schnüren, mit dem man an den Start geht. Es gibt schon Signale, dass die Eagles weiter unterstützt werden. Schicks hofft aber noch auf weitere Partner.

Zuschauer Mindestens bis zum 31. Oktober sind diese vorerst außen vor, da Großveranstaltungen mit Zuschauern bis dahin nicht erlaubt sind. Bei der Etatplanung wurden die Zuschauerzahlen sehr konservativ angegangen. Die HSG erhofft sich aber unter normalen Bedingungen wieder einen Aufschwung.