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HSG Krefeld plagen weiter Personalsorgen

2. Handball-Bundesliga : HSG plagen weiter Personalsorgen

Beim Handball-Zweitligisten muss Trainer Felix Linden weiter improvisieren und Spieler auf ungewohnten Positionen einsetzen. Dabei gewinnt er aber auch positive Erkenntnisse. Samstag ist der Tabellenführer HSC Coburg zu Gast.

Handball-Zweitligist HSG Krefeld ist derzeit nicht zu beneiden. Nicht, weil die Eagles Tabellenletzter sind, sondern weil sie immer wieder arg vom Verletzungspech gebeutelt werden. Mit Max Zimmermann fehlt seit Saisonbeginn ein wichtiger Außenspieler auf Links, zusätzlich gab es immer wieder Ausfälle wie jüngst den von Abwehrchef Damian Janus, der hinten an allen Ecken und Enden fehlt. Da stellt sich direkt die Frage, ob das Handballspiel härter geworden ist. „Nein, das glaube ich nicht. Es ist mehr die Belastung, die höher geworden ist. Das fällt vor allem in der Bundesliga auf und lässt sich nicht weg diskutieren“, entgegnet HSG-Trainer Felix Linden.

Um dem vorzubeugen, arbeiten die Krefelder mit einem Athletik-Trainer zusammen, der auf die Schwächen der einzelnen Spieler gezielt eingeht. „Wir absolvieren zu Vorbeugung zwei Tage vor einem Spiel ein Athletiktraining, denn das ist für die koordinativen Dinge im Spiel sehr wichtig“, ergänzt Linden weiter. Die Verletzungen, die im Laufe der Saison bei der HSG Krefeld zusammen gekommen sind müssen allerdings von Fall zu Fall betrachtet werden. „Bei Dorian Wöstmann war es zum Beispiel während des Spiels bei einem Körperkontakt mit dem Gegenspieler, bei Damian Janus ohne Körperkontakt beim Training“, erklärt Linden, der ein genaues Verletzungsscreening für den Verband dokumentieren muss, wie und wo ein Spieler sich verletzt.

In der aktuellen Situation hat der Krefelder Übungsleiter das Problem, Spieler abseits ihrer etatmäßigen Positionen einsetzen zu müssen. „In der Jugend werden die Spieler meist auf allen Positionen eingesetzt, erst im Erwachsenenbereich spezialisieren sie sich dann auf eine gewisse Rolle“, wiegelt Linden ab. Für ihn heißt es in der Woche dann immer Videoanalysen vorzunehmen, um das Beste herauszufiltern. Eine Arbeit, die bei den Spielen oder im Training nur teilweise sichtbar ist. Dennoch kostet gerade dies meist acht bis neun Stunden am Computer pro Woche. Hier kam Linden zum Beispiel zu der Erkenntnis, dass Jonas Vonnahme vorne auf Links spielen kann, Tim Gentges im linken Halbraum durchaus torgefährlich ist.

Im Spiel gegen Lübbecke war Rechtsaußen Karl Roosna ein Paradebeispiel, wie vielseitig ein Handballspieler sein kann. „Karl war gegen Lübbecke richtig gut mit seinen vielen Übergängen von Außen zur Mitte“, lobt Linden den Esten. Der 22-Jährige zeigte nicht nur Qualitäten aus dem Rückraum, sondern Fähigkeiten, die ein Kreisläufer benötigt. „Das macht im Handball einen Spieler aus, wenn er von allen Positionen werfen kann“, sagt Linden weiter, fügt aber hinzu, dass dahinter sehr viel Arbeit steckt.

Viel Arbeit und hohe Konzentration wird auch am Samstag von Nöten sein, wenn ab 19 Uhr der Tabellenführer HSC Coburg seine Visitenkarte in der Glockenspitzhalle abgibt. Im Hinspiel wirkte die HSG chancenlos, das soll sich in der heimischen Halle ändern.