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HSG Krefeld Niederrhein bricht in der zweiten Halbzeit ein

Handball - Dritte Liga : HSG Krefeld Niederrhein bricht in der zweiten Halbzeit ein

Der Handball-Drittligist aus Krefeld führte beim Spitzenspiel in Saarlouis zur Halbzeit mit 14:9, ließ sich aber dann in der zweiten Halbzeit vom Spitzenreiter den Schneid abkaufen, ohne etwas entgegen setzen zu können.

Es gibt Spiele im Sport, da zeigt eine Mannschaft eine Halbzeit lang eine hervorragende Leistung, die den eigenen Ansprüchen gerecht wird, bricht aber dann in der zweiten Hälfte total zusammen und steht am Ende ohne Punkte da. So erging es der HSG Krefeld Niederrhein bei der HG Saarlouis, wo die Gäste nach einer 14:9-Halbzeitführung noch 26:30 verloren.

HSG-Trainer Felix Linden hatte nach dem Schlusspfiff die passende Erklärung parat: „Es lag an den Zeitstrafen zu Beginn der zweiten Halbzeit, die wir uns zum Teil sehr naiv geholt haben. In dieser Phase hat Saarlouis sieben Tore heraus geholt.“

Mit der Hereinnahme von Torhüter Mathis Stecken für Oliver Krechel wollte Linden nochmals ein Zeichen setzen, um dem plötzlich führenden Gastgeber den Wind aus den Segeln zu nehmen. Stecken war kurz zuvor schon einmal bei einem Siebenmeter in den Kasten gekommen, als das Spiel beim Stand von 16:14 für Krefeld zu kippen drohte. „Ich hatte gehofft, nachdem ich den Siebenmeter gehalten hatte, dass wir Saarlouis stoppen und den alten Vorsprung halten können.“

Ein wichtiges Zeichen setzte der Mann mit der Rückennummer eins auch, als er in Überzahl einen Wurf der Gastgeber abfing, schnell reagierte und zum 25:25 ins leere gegnerische Tor traf. Doch es reichte am Ende nicht aus, da sich die Eagles zu verunsichert zeigten, um den Lauf des Gegners zu stoppen. „Wir haben in der ersten Halbzeit den besten Handball gezeigt, den wir bisher gespielt haben und haben als Mannschaft funktioniert, indem wir sehr stabil standen. In der zweiten Halbzeit hat man gesehen, dass wir noch keine Sptizenmannschaft sind“, zeigte sich Stecken sehr enttäuscht über die Niederlage, mit der sich die HSG schon zu einem frühen Zeitpunkt der Saison von der Spitze verabschiedet.

Mit hängenden Schultern verließ auch Oliver Milde die Stadtgartenhalle, hatte er doch gehofft, nach seiner Verletzung im Team mit seiner Hereinnahme wichtige Impulse setzen zu können. „Wir haben eigentlich eine gute Abwehr und einen guten Angriff gehabt, uns dann aber den Schneid abkaufen lassen. Mit 21 Gegentoren in der zweiten Halbzeit ist es sehr schwer ein Spiel zu gewinnen“, sagte Milde weiter, dem kein Tor gelang. Wohl auch ein Indiz dafür, dass den Krefeldern im Rückraum wenig an Gelegenheiten geboten wurde.

Dass es nunmehr schon die zweite Niederlage im zweiten Auswärtsspiel ist, wird aber nicht lange in seinem Kopf stecken bleiben. „Es ist ja mittlerweise schon fast so, das man damit rechnet muss, dass die Saison unterbrochen wird. Ich hoffe natürlich, das es sich wieder normalisiert und die Saison weitergeht. Wir haben alle Bock Handball zu spielen“, wirft Milde einen düsteren Blick in die Zukunft. In die gleiche Richtung blickt auch Mathis Stecken: „Das ist halt leider die aktuelle Situation, die jeden Menschen in irgendeiner Lebenslage trifft, und das geht nicht spurlos an uns vorbei.“

Wie es für das nächste Heimspiel am Freitag gegen Bieberau-Modau aussieht, steht in den Sternen. HSG-Geschäftsführer Andre Schicks verspricht: „Wir bleiben am Ball, was die Zulassung von Zuschauern betrifft.“

HSG: Stecken (1), Krechel – Milde, Schneider (2), Hahn, Skorupa, Schulz (5/2), Marquis (4), Braun, Barwitzki (8/4), Brüren (4), Jagieniak, Eberlein (1), Ingenpass (1), Mircic