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HSG Krefeld: Nick Braun träumt von der Bundesliga

3. Handball-Bundesliga : Nick Braun träumt von der Bundesliga

Handball-Drittligist HSG Krefeld Niederrhein und sein Linksaußen empfangen am Sonntag den TV Hochdorf. Ob Zuschauer in der Glockenspitzhalle zugelassen sind, steht noch nicht fest.

28:34 verlor die HSG Krefeld Niederrhein am Samstag bei der TuS 08 Dansenberg. Einer der wenigen Lichtblicke im Team von Felix Linden war Nick Braun. Der Neuzugang aus Dormagen erzielte in Kaiserslautern sieben Treffer und war damit bester Schütze der Schwarz-Gelben. Am Sonntag (16 Uhr, Glockenspitzhalle) will der belgische Nationalspieler gegen den TV Hochdorf den zweiten Saisonsieg einfahren.

„Natürlich habe ich mich über meine gute Leistung und die sieben Tore gefreut“, berichtet Braun. „Aber das Ganze hat aufgrund der Niederlage auch einen faden Beigeschmack. Wir dürfen jetzt trotzdem nicht den Kopf in den Sand stecken. Wir haben eine gute Mannschaft, mit der ich gerne in die 2. Bundesliga zurückkehren möchte.“

Der Linksaußen wurde am 26. Juli 2000 in Aachen geboren, wuchs im belgischen Hergenrath auf und hat sowohl die deutsche als auch die belgische Staatsangehörigkeit. Im Alter von 9 Jahren begann er beim HC Eynatten mit dem Handballsport. Dort spielte er bis 2016, als er sich zu einem Wechsel zum TSV Bayer Dormagen entschied. „Ich stand damals auch in der Auswahl des HV Mittelrhein. Coach David Röhrig holte mich damals nach Dormagen und ins Sportinternat Knechtsteden“, erinnert sich Braun. „Allerdings hatte ich anfangs Bedenken, weil ich ja mein komplettes Leben ändern würde. Aber letztlich habe ich es gemacht, weil ich dem Traum Handballprofi zu werden, nachgehen wollte. Für mich gibt es nichts Schöneres als mit dem Handball auch Geld zu verdienen.“

In Dormagen konnte der Rechtshänder auch Erfahrungen in der 2. Bundesliga sammeln. Aber nach vier Jahren stand ein Tapetenwechsel an. Der nächste Schritt in der Karriere sollte folgen. So kam ihm das Angebot der Eagles gelegen. „Mir hat das Konzept sehr gut gefallen. Mit erfahrenen und jungen Spielern in die Saison zu starten und vorne in der 3. Liga mitzuspielen. Zudem kann man als junger Spieler von den erfahrenen Spielern profitieren und lernen. Außerdem ist die HSG gut und professionell aufgestellt“, berichtet der 20-Jährige.

Sein großer Traum ist es eines Tages in der Handball-Bundesliga zu spielen. Aber auch ein Engagement in Frankreich, Spanien oder gar in Skandinavien könnte sich der HSG-Neuzugang vorstellen. „Im Ausland zu spielen, wäre auch sehr reizvoll. In der Jugend habe ich am Patielle Cup in Schweden teilgenommen, dort habe ich die skandinavische Lebensart kennen und lieben gelernt“, erzählt der Torjäger, der ein großes Vorbild aus Belgien hat: „Arber Qerimi, der jetzt wieder beim HC Tongeren spielt. Er ist Rückraumspieler, aber er ist von Belgien aus nach Frankreich zu Cesson-Rennes MHB gewechselt und später dann sogar zu HC PPD Zagreb nach Kroatien, wo er sogar Champions League gespielt hat. Und das als erster Belgier.“

Für die belgische Nationalmannschaft hat Braun schon zwei Länderspiele absolviert. Im November steht der Youngster erneut im Aufgebot Belgiens. Neben einem Lehrgang in Belgien stehen auch zwei Qualifikationsspiele für die EM 2022 in Ungarn und der Slowakei auf dem Programm: Belgien trifft auswärts auf Frankreich und zu Hause auf Serbien.

Ehe sich Braun mit der Nationalmannschaft Belgiens mit einigen der Top-Handballnationen messen darf, geht es am Sonntag erst einmal mit der HSG Krefeld Niederrhein gegen den TV Hochdorf um zwei Punkte in der 3. Liga Mitte. Hochdorf ist mit 2:2 Punkten Tabellenachter und liegt damit einen Platz vor den Schwarz-Gelben aus Krefeld. „Wir dürfen keine Mannschaft in der Liga unterschätzen. Aber gerade zu Hause wollen wir unsere Spiele unbedingt gewinnen. Deshalb wollen wir unseren zweiten Saisonsieg gegen den TV Hochdorf einfahren“, sagt er durchaus selbstbewusst.

Neben der sportlichen Vorbereitung wirft für das Heimspiel am Sonntag, 16 Uhr, vor allem die Corona-Pandemie einen Schatten über die Partie. Da der Indexwert in Krefeld sich der kritischen Marke von 50 deutlich annähert, bereiten die Eagles sich auf weitere Beschränkungen der Zuschauerzahl vor. Um eine komplizierte eventuelle Rückabwicklung verkaufter Karten zu vermeiden wird der Kartenvorverkauf einstweilen gestoppt. Sollten weitere Zuschauer über die bereits abgesetzten Karten erlaubt sein, so würde am Sonntag vor dem Spiel der Onlineverkauf wieder aktiviert. Eine Abendkasse wird es aufgrund der aktuellen Infektionslage nicht geben, um Schlangen zu vermeiden. Alle Zuschauer werden hiermit gebeten, vor der Anreise die einschlägigen Publikationen der Eagles (Homepage und/oder Facebook bzw. Instagram) zu verfolgen, um über neueste Entwicklungen auf dem Laufenden zu sein. Zugelassene Besucher werden gebeten, noch penibler als ohnehin schon die Anweisungen zu beachten, sich an das Hygienekonzept zu halten und möglichst individuell (per Fahrrad oder mit dem privaten PKW) anzureisen.

Anders, als beim ersten Heimspiel und dem Test gegen Großwallstadt wird am Sonntag in jedem Fall eine generelle Maskenpflicht auch auf dem Platz gelten. Noch besteht die Hoffnung, zumindest eine gewisse Anzahl Zuschauer in der Halle zu haben, um auch eine adäquate Handball-Atmosphäre bieten zu können. Wichtig: Die Veranstaltung ist für Risikopatienten unabhängig von den Entscheidungen im Vorfeld nicht geeignet! Für alle, die keine Karten bekommen, wird das Spiel wie üblich live auf Sportdeutschland.tv gestreamt. Der Stream ist kostenpflichtig (4,50 Euro), kommt aber fast vollständig den beteiligten Teams zugute.