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HSG Krefeld: Neuling der zweiten Handball-Liga zahlt viel Lehrgeld

Meinung : HSG zahlt viel Lehrgeld

Die Lizenz für die zweite Liga hat das abgeschlagene Schlusslicht nicht beantragt. Wegen der Corona-Krise wollte die HSG Krefeld die Unterlagen nachreichen. Zu spät, urteilt der Verband.

Der Himmel hing nach dem Aufstieg in die zweite Handball-Bundesliga voller Geigen. Die Euphorie und Vorfreude waren riesengroß. Das drückte sich auch in vierstelligen Zuschauerzahlen in der Glockenspitzhalle aus, die keine Seltenheit waren.

Kenner der Szene schütteten Wasser in der Wein, indem sie darauf hinwiesen, dass der Unterschied zwischen der dritten und zweiten Liga im Handball deutlich größer ist als zum Beispiel im Fußball. Das bekam die HSG dann auch von Beginn an deutlich zu spüren. Von Woche zu Woche fielen die Krefelder weiter zurück – ohne Aussicht auf Erfolg oder gar den Klassenerhalt. Natürlich kam auch das Verletzungspech hinzu, doch unter dem Strich war die Mannschaft einfach zu schwach.

Die Vereinsführung hat aber nicht nur in sportlicher Hinsicht viel Lehrgeld bezahlen müssen, sondern jetzt auch in puncto Organisation. Sie hat die Rolle des Absteigers angenommen, sich nicht mit aller Macht dagegen gewehrt. Natürlich konnte niemand die Corona-Pandemie vorhersehen, doch es hätte durchaus auch andere Szenarien gegeben, bei denen es eines Nachrückers bedurft hätte. So wurde die Chance, am grünen Tisch Zweitligist zu bleiben, nicht etwa bewusst gewählt und angenommen, sondern leichtfertig vertan. Leichtfertig vertan deshalb, weil Geschäftsführer André Schicks jetzt dem Verband fehlendes Feingefühl und Ausgrenzung vorwirft. Da mag etwas dran sein, aber es ist allenfalls ein Randaspekt. Der Zweitliga-Neuling hat zu blauäugig agiert – auf verschiedenen Ebenen. Die HSG muss nicht nur Lehrgeld zahlen, sondern zeigen, dass sie aus Schaden klug wird.