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HSG Krefeld: „Lutscher“ Luciano der erste Neuzugang

Dritte Handball-Bundesliga : Zukunft im HSG-Tor zeichnet sich ab

Paul Keutmann zeigt sich für höhere Weihen bereit. Max Jäger wird den Verein im Sommer wieder verlassen. Als neuer Kreisläufer kommt unterdessen der Deutsch- Italiener Dominic Luciano aus Schalksmühle an den Glockenspitz.

Der Kader der HSG Krefeld für die kommende Spielzeit nimmt weiter Formen an. Zunehmend zeichnen sich mehr Personalien ab. Ganz aktuell gab der Drittlilga-Tabellenführer gestern die Verpflichtung von Kreisläufer Dominic Luciano bekannt. Der 32 Jahre alte zwei-Meter-Hüne (105 Kilogramm) soll Mannschaftskapitän Marcel Görden beerben, der bekanntlich nach der Saison seine Karriere bei Heimtverein Hülser SV ausschleichen lässt und den Handball auf höchstem Leistungsniveau aus zeitgründen nicht mehr betreiben wird. Luciano kommt von Liga- und Aufstiegskonkurrent SGSH Dragons an den Glockenspitz. Derzeit steht der Deutsch-Italiener bei 54 Saisontoren und ist damit zumindest in der Torausbeute auf einem ähnlichen Niveau wie Görden (58). „Ich weiß, dass ich ein schweres Erbe antrete. Ich werde aber alles geben und bin überzeugt, die Lücke nach Marcel zu schließen“, sagt der Sommer-Neuzugang.

Unterdessen verzeichnen die Eagles aber auch einen weiteren Abgang, denn Torwart Max Jäger teilte mit, nicht mit in die zweite Liga gehen zu wollen, sollte der Aufstieg gelingen. Zwar hätten die Eagles den sympathischen Zugang aus Korschenbroich, der vor der Saison gemeinsam mit Trainer Ronny Roawska kam, gern gehalten, doch der Zeitaufwand, dem Sport in der zweiten Bundesliga nachzugehen, ist für Jäger einfach nicht mit seinem Beruf vereinbar.

So zeichnet sich ab, dass künftig noch mehr Arbeit und eine noch bedeutendere Rolle auf Paul Keutmann zukommen wird. Der 24-Jährige signalisierte bereits, mit in die zweite Liga gehen zu wollen. Am vergangenen Wochenende feierte er seinen ersten Sieg als Starter für die HSG. Vor zwei Wochen war er bereits zu Spielbeginn ins Tor gegangen. Dort aber waren weder die Voraussetzungen, noch das Ergebnis günstig. „Ich war da die ganze Woche krank und habe auch im Spiel nur gehustet. Wir hatten insgesamt einige kranke Spieler im Team und waren einfach nicht gut drauf. Mir wäre lieber gewesen, wenn Max gespielt hätte. Aber er war an der Leiste verletzt und sollte geschont werden“, erzählt Keutmann und fährt fort: „Entsprechend war ich vor dem Spiel extrem nervös und es ist nicht gut gelaufen.“

Das war am Samstag gänzlich anders. In heimischer Halle hielt er gleich viele Bälle und gab seinem Team so Sicherheit. „Wir waren nach den zwei Niederlagen zu beginn spürbar nervös“, sagt Keutmann. Er selbst ging aber durchaus selbstbewusst in die Partie und hatte sogar eine Wette mit Pressesprecher André Schicks, der versprach für ihn einen Botengang zu absolvieren, sollte er 60 Prozent der auf ihn abgegebenen Würfe abwehren. Keutmann scheiterte an diesem ambitionierten Ziel - allerdings denkbar knapp. Auch Trainer Rogawska war mit der Leistung seines Schlussmannes, den nicht wenige sogar als den sportlich besten der drei HSG-Keeper ansehen, hochzufrieden. Nur eine Situation störte ihn: Als Keutmann in einer Phase, in der es nicht lief, einen langen Ball probierte, der prompt abgefangen wurde. „Hier muss er das Spiel besser lesen. Wir hatten zuvor einige Fehlpässe und brauchten Ruhe. Eigentlich mag ich aber seine Pässe“, sagt der Däne. Die fehlender Erfahrung kann Keutmann in der Zukunft sammeln. Der HSG soll er wie gesagt erhalten bleiben.