HSG Krefeld kommt mit einer neuen Variante zum ersten Sieg

Handball : HSG überzeugt mit neuer Variante

Mit zwei Spielmachern gleichzeitig auf dem Feld und Jonas Vonnahme als Abwehrchef geht die Taktik der Eagles auf.

Es dürften viele Steine bei den Verantwortlichen der HSG Krefeld von den Herzen gefallen sein, als mit einem 30:26 gegen den TSV Dormagen der erste Sieg in der Zweiten Handball-Bundesliga gefeiert werden durfte. Noch in der Vorwoche wurde Krefelds Trainer Arnar Gunnarsson auf der Pressekonferenz nach dem Spiel gegen Ferndorf belächelt, als er auf die Frage wie es weitergeht, kurz und knapp antwortete: „Wir holen uns jetzt die ersten Punkte dann eben gegen Dormagen.“

Da sich das Krankenlazarett bei den Krefeldern noch leicht füllte, standen die Vorzeichen unter der Woche mehr als schlecht. Neben den Langzeitverletzten Sebastian Schöneseiffen und Max Zimmermann gesellten sich noch Damian Janus und Karl Roosna hinzu, während Kreisläufer Josip Cutura bei seiner schwangeren Frau im Kreissaal weilte.

Doch nun ist die HSG Krefeld in der Liga angekommen. Zwar ist man noch Tabellenletzter, aber die Eagles haben gezeigt, dass sie gewinnen können, wenn sie konstant ihre Bestleistung abliefern – ein allerdings schwieriges Unterfangen. „Wir haben nie aufgehört daran zu glauben, dass wir punkten. Wir werden alles dafür tun, um den Klassenverbleib zu schaffen“, freute sich Kapitän Tim Gentges. Dass sein Trainer mit ihm und Simon Ciupinski zwei etatmäßige Spielmacher von Anfang an auf das Spielfeld schickte, erwies sich als richtige Entscheidung. „Wir wollten mal einen anderen Start versuchen. Wir haben in der Woche diese Variante trainiert, dass wir gegebenenfalls mal auf einen Shooter verzichten und dafür das spielerische und schnelle Element suchen. Das hat heute efruchtet“, erklärte Gentges weiter und betonte, dass die HSG dadurch noch unberechenbarer geworden sei.

Doch nicht nur vorne lief es gut. Nach dem Ausfall von Abwehrchef Damian Janus übernahm Jonas Vonnahme das Kommando in der Defensive, die im 6:0 oder 5:1-System sicher stand. Hinter dem Abwehrblock standen abwechseln in Norman Toth und Frederik Stammer zwei Torhüter, die sich gegenseitig zu Höchstleistung puschten. „Norman und ich haben in der Pause jeden Spielzug besprochen, wie wir in welcher Situation reagieren sollen“, erklärt Stammer zum miteinander im Team. Und noch einer hatte doppelten Grund zum Strahlen, denn Torjäger Kevin-Christopher Brüren zeigte gleich mit seinem Treffer zum 1:0 wie heiß er ist. „Wir haben heute nicht wie in den anderen Spielen weit zurückgelegen, sondern wir sind mal in Führung gegangen. Das war heute sehr sehr wichtig“, meinte Brüren, der während des Spiels ab und zu die Fans mit Armbewegungen aufforderte, weiter für die gute Stimmung zu sorgen.