HSG Krefeld: Kapitän Marcel Görden geht von Bord

Handball : HSG: Kapitän Marcel Görden geht von Bord

Der Kreisläufer des Drittligisten geht aufgrund seiner persönlichen Situation zurück zu seinem Heimatverein Hülser SV.

Was sich in den vergangenen Wochen mehr und mehr angedeutet hatte, ist nun offiziell: Kapitän Marcel Görden verlässt am Saisonende die HSG Krefeld und schließt sich seinem Heimatverein Hülser SV an. Dabei sind aber weder sportliche, noch finanzielle Gründe ausschlaggebend, sondern einzig die persönliche Situation des Leistungsträgers. „Ich habe mir die Entscheidung nicht leicht gemacht. Aber ich kann den Aufwand von Handball auf diesem Niveau zeitlich einfach nicht mehr leisten. Ich werde im März Vater und auch beruflich wird der Aufwand nicht kleiner“, sagt der Kreisläufer, der nicht nur auf seiner Position zu den besten seines Faches in der dritten Liga zählt.

Der mögliche Aufstieg spiele dabei keine Rolle. „Nein“, sagt der 30-Jährige, „ob wir aufsteigen oder nicht hat mit meiner Entscheidung nichts zu tun. Das Pensum wird auch in der dritten Liga nicht weniger. Und irgendwann ist die Zeit einer Karriere eben vorbei.“ Dass er sich damit möglicherweise die Chance nimmt, in der zweithöchsten Spielklasse zu spielen, ist dabei für den ehemaligen Juniorennationalspieler zwar schade, aber kein Beinbruch. „Ich habe ja bereits zwei Jahre mit Korschenbroich in der zweiten Liga gespielt“, sagt er zu diesem Thema.

Doch bis zum Saisonende will er sich noch einmal voll und ganz auf den möglichen Aufstieg mit den Schwarz-Gelben konzentrieren. „Wichtig ist der Start in die Rückrunde. Hier müssen wir gleich wieder den Anschluss finden. Die Pause ist uns natürlich nicht zurecht gekommen. Wir waren in einem sehr guten Lauf und müssen da möglichst schnell wieder hin kommen“, sagt der scheidende Kapitän. Ein Schritt dahin gelang allerdings am Samstag nicht nach Wunsch. Gegen den Zweiten der Oststaffel, GSV Eintracht Baunatal, gab es im Testspiel am Samstag eine 26:30 (13:17)-Pleite.

Nach einer überlegen geführten ersten Halbzeit, wechselte Trainer Ronny Rogawska nach der Pause durch und probierte viel. So ging der Spielfluss verloren und am Ende stand die Niederlage. Heute empfangen die Eagles um 19.30 Uhr zu einem weiteren Testspiel den Zweitligist Bayer Dormagen mit Rogawskas Vorgänger Dusko Bilanovic an der Seitenlinie. Hier wollen die Eagles, diesmal vor Publikum, zeigen, dass sie für den Rückrundenstart am folgenden Wochenende gerüstet sind.

Auf besagtem Rückrundenstart daheim gegen die Bergischen Panther ruht dann auch die ganze Konzentration von Trainer und Mannschaft. Und auch die von Marcel Görden, der sagt: „Ich will in jedem Fall alles tun, um mich mit der westdeutschen Meisterschaft und dem Aufstieg zu verabschieden.“ Es wäre ein würdiger Abgang für einen Spieler, der sich in vier Jahren bei den Eagles viele Freunde machte.

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