HSG Krefeld: Damian Janus gibt sich vor dem Abstiegs-Endspiel gegen HSG Konstanz kämpferisch

Vor dem Abstiegs-Duell der Zweiten Liga : Abwehrchef Janus gibt sich kämpferisch

Der 29-jährige Spieler des Handball-Zweitligisten HSG glaubt, dass seine Mannschaft besser ist, als es der Tabellenstand aussagt. Am Samstag empfängt das Schlusslicht den Vorletzten HSG Konstanz. Ein Endspiel.

Wer Damian Janus außerhalb der Halle trifft, erlebt einen witzigen und selbstbewussten Menschen, mit dem man sich in einer Kneipe beim Bier sicherlich gut über Sport unterhalten kann. Aber da gibt es auch noch den Spieler Damian Janus, der beim Handball-Zweitligisten HSG Krefeld als Abwehrchef auf dem Spielfeld steht. Dort erlebt man den 29-Jährigen von einer ganz anderen Seite. Im Sport-Jargon heißt es in einem solchen Fall: Auf dem Platz lässt er das Tier raus.

Mit der Einschätzung liegt man auch nicht ganz so falsch, denn kaum kommt der gegnerische Angriff in seinen Bereich am eigenen Kreis, da geht es schon los. Es entsteht ein Schieben und Festhalten beim Kampf um den Ball. Meist hat es zur Folge, dass Janus von den Schiedsrichtern ermahnt wird. Der Gelben Karte folgt dann eine Zeitstrafe. Nach 15 Spieltagen stehen bei ihm 16 Zwei-Minuten-Strafen und drei rote Karten zu Buche.

Als Bad Boy sieht er sich allerdings nicht. „Ich habe das Gefühl, dass wir mit einem Handicap kämpfen und die Schiedsrichter vieles gegen uns pfeifen, was sie auf der Gegenseite beim gleichen Vergehen dann nicht tun“, sagt Janus.

Er glaubt auch, dass die Abwehr der Eagles durchaus besser ist, als es die 419 Gegentore derzeit aussagen. „Wir haben uns zum Beispiel in Essen zu viele Treffer ins leere Tor eingefangen“, ärgerte er sich noch über die vorausgegangenen Zeitstrafen. Aus dem Ärger entsteht dann manchmal auch die Motivation, sich noch mehr zu pushen. „Wir müssen einfach über die volle Spielzeit konstanter spielen. Dazu gilt es aber auch, jede Sekunde zu hundert Prozent da zu sein“, sagt Janus, der die Hoffnung hat, dass es im nächsten Heimspiel gegen die HSG Konstanz am Samstag (19 Uhr) besser klappt.

Dann wird es wahrscheinlich wieder Zeitstrafen gegen Krefeld geben und HSG-Trainer Arnar Gunnarsson nimmt, wie es jetzt im modernen Handball üblich ist, auch wieder den Torhüter zugunsten eines sechsten Feldspieler heraus. „Das mit dem leeren Tor haben wir doch vorher auch gut hinbekommen. Uns darf es dann einfach nicht passieren, den Ball nach 30 Sekunden wieder leichtfertig an den Gegner abzugeben“, gibt sich Janus kämpferisch.

Diesen Kampfgeist wird die HSG Krefeld am Samstag brauchen, denn es geht nicht nur gegen einen Mitaufsteiger, sondern auch gegen einen direkten Konkurrenten im Abstiegskampf. „Die Konstanzer werden sicherlich selbstbewusst und motiviert an den Niederrhein reisen. Für uns ist es nahezu die letzte Chance, noch näher an die rettenden Plätze heranzukommen“, sagt Janus.

Ein entscheidender Faktor könnte Krefelds Torhüter Norman Toth sein. Der Ungar ist inzwischen die Nummer eins im Krefelder Tor, zeigte gegen Essen eine überragende Leistung und wurde auch zu Recht in die Mannschaft des 15. Spieltages der zweiten Bundesliga gewählt. Eine Ehre, die bisher nur dem Spanier Toni Sario im Krefelder Trikot nach dem Spiel gegen Aue zuteil wurde. Am Samstag benötigt die HSG wieder eine Top-Leistung von Toth. Und sollten alle Komponenten perfekt aufeinander abgestimmt sein, so würde den Eagles ein zweiter Saisonsieg auch mit Blick auf zukünftige Aufgaben gut tun.