Verwurzelt im CHTC Krefelder Niklas Wellen krönt als Hockey-Weltmeister die Familiengeschichte

Krefeld · Es ist eine Erfolgs- und Familiengeschichte. Niklas Wellen hat die deutsche Hockey-Nationalmannschaft zum WM-Titel geführt. Nach seinem Opa Gerd ist die Sportanlage benannt, Vater Dirk ist Vorsitzender des Crefelder HTC.

 Niklas Wellen wurde als bester Spieler der Weltmeisterschaft in Indien ausgezeichnet.

Niklas Wellen wurde als bester Spieler der Weltmeisterschaft in Indien ausgezeichnet.

Foto: dpa/Frank Uijlenbroek

Wer das Gelände des Crefelder HTC betritt, wird direkt zu Beginn auf den Namen Wellen stoßen. Schießlich handelt es sich um die „Gerd-Wellen-Anlage“. Die Familie Wellen ist auf das Engste mit dem Hockey und dem CHTC verbunden. Daher ist es wenig verwunderlich, dass auch der Enkel des Namensgeber, Niklas Wellen, das Talent am Schläger quasi in die Wiege gelegt bekommen hat.

Sein Vater Dirk Wellen ist ebenfalls begeisterter Hockeyspieler und wurde 1981 Junioren-Europameister und holte ein Jahr später sogar den Weltmeister-Titel mit der U21. Mittlerweile ist er Vorsitzender des CHTC und Präsident der frisch gegründeten Hockeybundesliga und ist somit auch mit verantwortlich für die guten Rahmenbedingungen in Krefeld.

Von seiner Mutter Barbara Wellen, von allen nur Babsi genannt, die als ehemalige Basketballspielerin ebenfalls sportverbunden ist und wertvolle Jugendarbeit im CHTC leistet, hat Sohn Niklas auch seinen Spitznamen geerbt: Babsi.

Auch seine zwei Jahre ältere Schwester Alina spielte lange für die CHTC-Damen. Mit Heike Wellen, der Schwester von Dirk Wellen, sowie Anja Wellen und Nicola Wellen-van Fürde sind auch weitere Familienmitglieder Bestandteil der Hockeygemeinschaft des Krefelder Vereins.

Generell werden der Hockeysport und speziell einzelne Vereine von sportbegeisterten Familien geprägt, bei denen gleich mehrere Mitglieder wichtige Rollen auf und neben dem Platz übernehmen, so dass oft ein sehr familiäres Umfeld herrscht.

Auch Niklas Wellens Partnerin und frischgebackene Mutter von Sohn Carlo ist Teil einer Sportlerfamilie. Als Schwester von NHL-Star Leon Draisaitl und Tochter von Peter Draisaitl, dem sportlichen Leiter der Krefelder Pinguine, kann sie die Sportbegeisterung ihres Lebensgefährten gut nachvollziehen.

Wie viele Teamkollegen studiert Niklas Wellen in Köln (Wirtschaftsingenieurwesen) und kennt somit auch viele der Kölner Nationalspieler. Mit Moritz Trompertz hat er zwischenzeitlich sogar in einer WG gewohnt.

Bereits 2010 lief der damals 16-Jährige erstmals für die Jugend des Deutschen Hockey Bundes auf und betrieb dort erfolgreiche Eigenwerbung, wodurch er im März 2013 sein Debüt in der A-Nationalmannschaft feierte und seitdem fester Bestandteil des Teams ist.

Auch auf Vereinsebene genoss der technisch versierte Stürmer bereits mit 17 Jahren das Vertrauen des damaligen Herrentrainers Matthias Mahn und sammelte Erfahrung in der höchsten deutschen Spielklasse. An der Seite der Olympiasieger Oskar Deecke und Linus Butt reifte er zum kompletten Spieler und stieg zum Kapitän auf. Seine größten Erfolge mit dem CHTC waren die Endrundenteilnahme 2015 auf dem Feld und 2018 in der Halle.

2020 ging er studienbedingt nach Amsterdam und spielte zwei Saisons für Pinoké Amstelveen und erreichte mit dem Verein Rang zwei in der Niederländischen Hoofdklasse. Seine überragende Leistung dort waren ausschlaggebend dafür, dass er im vergangenen Jahr auf der Nominiertenliste zum Welthockeyspieler des Jahres stand.