Hockey-Nationalmannschaften treffen am Mittwoch in Krefeld auf Argentinien

Hockey : Wellen trägt das Nationaltrikot

Am Abend treffen die deutschen Hockey-Nationalmannschaften der Damen und Herren im Rahmen der FIH Pro League auf Argentinien. Beide Bundestrainer unterstreichen den hohen Stellenwert der Spiele.

Die Heimspiele der deutschen Damen und Herren in der FIH Pro League werden am Mittwoch in Krefeld fortgesetzt. Zunächst spielen die Damen (18.30 Uhr) auf der Anlage des Crefelder HTC gegen Argentinien, ehe im Anschluss die Herren (21 Uhr) auf den Olympiasieger treffen. „Wir sind alle heiß drauf, den Olympiasieger zu schlagen“, sagt der 24 Jahre alte Niklas Wellen, der in der Bundesliga beim CHTC spielt und sozusagen ein Heimspiel hat. „Das ist natürlich für mich zusätzlich etwas Besonderes.“

Beide Bundestrainer betonten, dass sie die FIH Pro League sehr ernst zu nehmen. „Insbesondere die jüngeren Spieler profitieren sehr von den Spielen“, sagte Herrencoach Stefan Kermas. Dem stimmt auch Damentrainer Xavier Reckinger mit Blick auf die Auftaktspiele im Februar zu: „Die Mädels waren noch nie zu einem so frühen Saisonzeitpunkt so fit wie dieses Mal.“

Beide Coaches machen kein Geheimnis daraus, über die Duelle in der FIH Pro League ihren Kader für die Europameisterschaft im August in Antwerpen finden zu wollen. „Der Trichter soll in Richtung EM-Vorbereitung gehen“, sagt Kermas. Die Damen werden Anfang Juni rund um die Auswärtsspiele in Belgien und den Niederlanden sogar schon im späteren EM-Hotel wohnen. Aller Voraussicht nach wird im letzten Heimspiel der FIH Pro League, am 16. Juni gegen Australien, bereits ihr EM-Kader auflaufen.

Heute aber geht es nach dem zuletzt mit drei Siegen erfolgreichem Heimdebüt in Mönchengladbach gegen Argentinien. Stürmerin Charlotte Stapenhorst freut sich auf den Vergleich: „Ich weiß noch nicht, wer am Mittwoch im argentinischen Kader steht, aber es wird auf alle Fälle ein cooler Rahmen.“

Noch am Samstag bestritt Stapenhorst mit ihrem UHC das Halbfinale der deutschen Meisterschaften in Krefeld. Am Sonntag ging es dann für keine 48 Stunden nach Hause, denn schon am Dienstag traf sich das Nationalteam in Krefeld wieder. „Man nimmt das auf sich, weil es das wert ist. Es geht um was“, verrät die gebürtige Berlinerin. Nur die besten Vier erreichen am Saisonende der FIH Pro League die Endrunde, die Ende Juni in Amsterdam ausgetragen wird, und sind damit für die Olympiaqualifikation im Spätherbst gesetzt.

Die Südamerikanerinnen hatten am Samstag in London erst im Penaltyschießen gegen Großbritannien gewonnen, dafür aber am 12. Mai noch die USA mit 4:0 in Lancaster bezwungen. Mit acht Siegen aus schon 13 Spielen ist Argentinien derzeit Tabellenzweiter. Die Danas stehen mit vier Siegen aus acht Spielen auf Platz fünf.

Die deutschen Herren sind nach den jüngsten beiden knappen Niederlagen in Mönchengladbach gegen die Niederlande (2:4) und England (0:1) weiterhin Tabellensechster. „Wir beschäftigen uns damit, wenn es soweit ist. Aber aktuell macht sich keiner bei uns wegen der Tabelle verrückt, auch wenn die Ergebnisse in Gladbach nicht so gestimmt haben“, sagt Wellen.

Das Hinspiel der Herren in Buenos Aires ist witterungsbedingt abgesagt worden und wurde dann torlos remis gewertet. Die Partie der Damen ist wegen heftigen Regens mehrfach unterbrochen gewesen, ging dann aber beim Stand von 2:2 ins Shootout mit dem besseren Ende für die Gastgeberinnen.

Zum Abschluss der Heimspiele in der FIH Pro League treffen die deutschen Teams zwischen dem 9. und 16. Juni jeweils noch auf Neuseeland, Belgien und Australien. Die Herren spielen zudem noch gegen Spanien. „Das sind hier keine Testspiele, sondern wir müssen Punkte für die Weltrangliste sammeln“, unterstreicht Wellen. „Es gibt auf diesem Niveau auch keine leichten Gegner mehr.“

Dem stimmt auch Kermas zu: „Im Herrenbereich ist die Nummer eins bis neun der Welt wahnsinnig eng zusammengerückt. Die Konkurrenz schläft nicht.“ Ähnlich sieht es Reckinger: „Holland und Argentinien sind momentan ein Stück weg, Australien, Belgien und Neuseeland sind hingegen nicht so weit weg. Trotzdem heißt das aber nicht, dass das sichere Siege sind.“

Mehr von RP ONLINE