Heinz Lenz vom Segel Klub Bayer Uerdingen ist immer noch erfolgreich unterwegs

Segeln : Heinz Lenz gewann zweimal die Kieler Woche

Der Segler des SK Bayer Uerdingen ist trotz seiner 73 Jahre immer noch erfolgreich mit dem Schwertzugvogel-Boot unterwegs.

Angesprochen auf das, was Segeln eigentlich als Sport auszeichnet, beginnt Heinz Lenz vom Segelklub Bayer Uerdingen erst einmal laut zu lachen. „Du bist an der frischen Luft und bewegst dich“, kommt spontan die Antwort von ihm. Bewegung in einem Schiff, der Gedanke fällt einem zunächst schwer, doch Lenz gibt eine Erklärung hinterher: „Du musst da viel mit dem Rücken und den Beinen arbeiten und auch einigermaßen Kraft in den Armen haben.“ Hinzu komme, dass beim Segeln selbst im hohen Alter viel mit Erfahrung und Technik kompensiert werden kann. Da gilt es auch einmal einen Blick auf die Wetterkarte zu werfen und zu studieren. Lenz muss es wissen, denn mit seinen 73 Jahren zählt er in der Klasse Schwertzugvogel immer noch zu den erfolgreichsten Seglern in seinem Verein.

Dabei war eine Karriere auf dem Wasser eigentlich so nie geplant gewesen. „Ich habe zu Beginn Fußball und Eishockey gespielt, aber mit den Jahren bin ich mit Anfang 30 an meine Grenze gekommen“, erinnert sich Lenz. Hinzu kam, dass das geliebte Skilaufen mit der gesamten Familie immer teurer wurde. Über eine Bekannte bekam Lenz vor 40 Jahren erstmals Kontakt zum Segeln. „Die hatte ein Boot, und der Elfrather See war da gerade ausgebaut worden“, sagt Lenz. Und so entwickelte sich quasi direkt vor der Haustür die Liebe zum Segeln, die auch vor der Familie nicht Halt machte. Tochter Stefanie und Sohn Florian wurden kurzerhand infiziert. Mit Ehefrau Christiane und den Kindern ging es dann zum Beispiel an den Gardasee. „Wir haben als Familie sehr viel Zeit mit dem Segeln verbracht, dass können nicht viele von sich behaupten“, ist vom Ehepaar Lenz zu hören. Dass dabei der Jahresurlaub dafür draufgegangen ist, versteht sich von selber, denn innerhalb eines Jahres ist Lenz an 60 Tagen für seinen Sport unterwegs – das Training ist dabei noch nicht einmal eingerechnet.Training, das bedeutet für Lenz nicht nur auf dem Schiff zu hantieren. „An Bord musst du fit sein und dafür gehe ich zweimal die Woche ins Fitnessstudio“, gesteht er mit einem leichten Grinsen.

Den größten Lohn für seine Bemühungen hat er schon 2003 und 2004 erhalten. Zusammen mit seinem Vereinskameraden Klaus Schiffer gewann er in diesen Jahren bei der Kieler Woche, dem größten Segelsportereignis der Welt. „Wenn du da gewinnst, bist du dort im Hafen in Stein gemeißelt. Das ist wie ein Ritterschlag als bester Segler der Welt“, sagt Lenz nicht ohne Stolz. Angesprochen auf die neue Saison in diesem Jahr hat er nur zwei einfache Wünsche, wobei einer schon ehrgeizig ist: „Ich möchte segeln, solange ich gesund bin und meine Titel verteidigen.“

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