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Hans-Werner Münstermann verrät, wie der KEV mit einem Trick Meister wurde

Mit dem KEV 1952 Meister : Hans-Werner Münstermann wird 90 Jahre alt

1952 gehört der Eishockey-Stürmer zur Meistermannschaft des KEV. Im Entscheidungsspiel gegen Riessersee schießt er ein Tor. Er stammt aus einer Familie, die zur Popularität der Sportart im Westen beigetragen hat.

Kein Name ist so eng mit dem Krefelder Eishockey verbunden wie der Name Münstermann. Im Sommer 1936 legte der Sohn des Düsseldorfer Kühlhausbesitzers und Eier-Großhändlers Willi Münstermann den Grundstein zur Rheinlandhalle. Das Grundstück bekam er von der Stadt Krefeld in Erbpacht. 1986 gaben seine beiden Söhne Harald und Hans-Werner die Halle  für einen symbolischen Wert von einer Mark an die Stadt zurück.

Hans-Werner Münstermann zählt zu den noch lebenden Spielern der KEV-Meistermannschaft von 1952 und wird am Samstag 90 Jahre alt. Damals erzielte er als Stürmer mit der Nummer 4 im Entscheidungsspiel gegen Riessersee beim 6:4-Sieg einen Treffer.  Dieses Spiel endete zwei Minuten vor Schluss kurios. Der KEV bekam einen Penalty zugesprochen. Vater Will Münstermann, der das Team coachte, weil man keinen Trainer hatte, holte Walter Schmiedinger an die Bande und sagte ihm, er solle den Penalty in die Banden-Ecke schießen. Das tat er zum Entsetzen der Fans. Sie wussten nicht, dass der Gegner eine Zweiminuten-Strafe bekommt, wenn man den Puck dorthin schießt. Das war taktisch sehr klug. So konnten die vier Garmischer den KEV nicht mehr gefährden.

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1948 und 1949 wurde er mit der KEV-Jugend Deutscher Meister. 1951 feierte er mit 19 sein Debüt in der Nationalmannschaft, deren Trikot auch weitere KEV-Spieler wie zum Beispiel die beiden Torhüter Uli Jansen und Heinz Wackers oder Walter Kremershof, Karl Bierschel oder Hans-Georg Pescher trugen. 1955 holte sein Vater Willi die Weltmeisterschaft nach Krefeld und legte mal eben 100.000 Mark auf den Tisch. Die hatte der Weltverband als Kaution vom Deutschen Eissportverband gefordert. Doch sein Sohn Hans-Werner kam nicht in den Genuss, bei der WM für Deutschland in seinem Heimstadion zu spielen. Zu diesem Zeitpunkt war Hans-Werner in Amerika und wurde dort als Kaufmann ausgebildet. Sein Vater hatte ihm verboten, für die WM nach Hause zu kommen.

 Bei den Heimspielen hatte Willi Münstermann für die Drittelpausen häufig Eiskunstlauf-Stars zu Gast. Hier ließ sich das Team mit dem dem zweifachen Olympiasieger und fünffachen Weltmeister Richard Button, hier links neben Hans-Werner Münstermann (re.), ablichten.
Bei den Heimspielen hatte Willi Münstermann für die Drittelpausen häufig Eiskunstlauf-Stars zu Gast. Hier ließ sich das Team mit dem dem zweifachen Olympiasieger und fünffachen Weltmeister Richard Button, hier links neben Hans-Werner Münstermann (re.), ablichten. Foto: privat/Privat

1959 wechselte Hans-Werner Münstermann nach  Köln und gründete dort eine Pokalmannschaft, für die er auch spielte, die aber zwei Jahre nur Freundschaftsspiele absolvierte. 1966 gründete er den Kölner EK, bei dem er 1969 seine Karriere beendete und den Vorsitz das Klubs bis 1970 übernahm. Danach war er 19 Jahre lang Mitglied im DEB-Schiedsgericht und war Einzelrichter des NRW-Verbandes.  Mit Mitte 60 stand er noch beim  Hobbyteam Panda Bären auf dem Eis.