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Handball-Zweitligist HSG Krefeld trägt Heimspiele in Moers aus

Handball : HSG Krefeld trägt Heimspiele auch in Moers aus

In der Seidenstadt ist der Handball-Zweitligist an die Grenzen gestoßen, die er nun sprengt, indem er künftig unter dem Namen HSG Krefeld-Niederrhein firmiert. Das ist möglich, weil sich der Stammverein SC Bayer Uerdingen zurückzieht.

In den letzten Tagen hatten die Verantwortlichen der HSG Krefeld einiges zu tun. So verkündete Geschäftsführer Andre Schicks, dass  die Ablehnung  der Beschwerde auf Erteilung der Zweitligalizenz nun auch schriftlich eingegangen ist und die HSG den Weg vor das Schiedsgericht angetreten hat: „Das Schiedsgericht muss jetzt innerhalb der nächsten 14 Tage final da drüber befinden, wo wir unsere Klassenzugehörigkeit finden werden.“

Ungeachtet dessen standen auch Veränderungen innerhalb der eigenen Struktur an. Da sich der SC Bayer Uerdingen wie geplant bei der HSG  zurückzieht, gab es die einmalige Chancen sich neu auszurichten. Zum einen geht das Spielrecht an den  Stammverein Adler Königshof über, zum anderen wurde mit der HSG Krefeld-Niederrhein e.V. ein neuer Verein gegründet. „Sollte Königshof irgendwann ausscheiden, dann geht das Spielrecht an den neuen Verein über“, sagt Dr. Simon Krivec, der den Vorsitz übernommen hat. Längerfristig ist angedacht, dass die HSG künftig eine Dachmarke im Handball am Niederrhein sein soll,  um talentierten Spieler, die in kleinen Vereinen herausragen, weiterhin das Spielen auf Leistungsniveau in der Heimatregion zu ermöglichen. Dabei wird auch über den Tellerrand hinaus gedacht. Neben Kooperationen mit Moerser Vereinen tragen die Eagles zur nächsten Saison auch vier bis fünf Spiele im Moerser Enni-Sportpark aus. Die Halle wurde jüngst vom Deutschen Handballbund als Spielort für die 2.  und 3. Liga genehmigt und hat bei Spielen ein Fassungsvermögen von 1300 Zuschauer. Zusätzlich will die HSG verstärkt mit seinen Spielern in die Schulen oder Vereine gehen, die dann die ein oder andere Trainingseinheit mitmachen, so dass eine bessere Bindung zustande kommt. „Wir haben gemerkt, das wir von der Kraft einer Stadt wie Krefeld an Grenzbereiche vorgestoßen sind. Für eine weitere Entwicklung folgen wir den Beispiel der Rhein Neckar Löwen oder des Bergischen HC, die in der Bundesliga hervorragende Kooperationen über die Stadtgrenzen hinaus hinbekommen haben“, sagt Thomas Wirtz, der bei der HSG ein Mann der ersten Stunde ist und auch HSG-Jugendmannschaft im Auge hat. Das Moers als zweiter Austragungsort in Betracht genommen wurde, freute natürlich auch den Moerser Bürgermeister Christoph Fleischhauer: „Ich freue mich auf diesen starken Handball, den wir hier erleben dürfen. Wir haben ja in Moers mit unseren Basisvereinen immer schon über Jahrzehnte ein großes Interesse gehabt. Der OSC Rheinhauen hat seinerzeit an gleicher Stelle seine Erstligaheimspiele ausgetragen“, freut sich Fleischhauer, dass hier eine interkommunale Zusammenarbeit im Sport praktiziert werden kann. Auf die Frage, ob es dann auch zu einem Zusammentreffen mit seinem Krefelder Kollegen Frank Meyer kommen wird ist Fleischhauer zuversichtlich: „Das will ich doch hoffen. Das gehört mit dazu, sich über den Sport hinaus auszutauschen und Kontakte zu knüpfen. Wer weiß, was danach noch alles folgt.“