Handball-Zweitligist HSG Krefeld fehlt im Angriff die Durchschlagskraft

Zweite Handball-Liga : Dem Angriff fehlt Durchschlagskraft

Analyse Die Aufstiegs-Euphorie ist beim Handball-Zweitligisten HSG Krefeld schon verflogen. Nach vier Niederlagen ist der Neuling Tabellenletzter. Die Begegnungen haben gezeigt, woran es der Mannschaft von Trainer Arnar Gunnarsson mangelt.

Zweitliga-Neuling HSG Krefeld ist mit vier Niederlagen in die Saison gestartet. Bei der Partie beim TuS Lübbecke, die mit 19:24 verloren ging, wurde noch einmal deutlich, woran es hapert.

Dem Sturm mangelt es an Durchschlagskraft. Das bisher nicht mehr als 20 Tore in einem Spiel geworfen wurden liegt daran, dass die Angriffe der Eagles zu leicht zu durchschauen sind. Torjäger Kevin-Christopher Brüren wird meist von der gegnerischen Verteidigung aus dem Spiel genommen. Auf Halbrechts und Halblinks fehlen derzeit die Alternativen, um gegen kompakt stehende Abwehrreihen torgefährlich zu werden.

Das Umschaltspiel funktioniert noch nicht. Wird in der Abwehr der Ball mal abgefangen, dann kommt einfach viel zu wenig im Umschaltspiel nach vorne. Schnelle Pässe, um sich auch mal in einen Rausch zu spielen und dem Gegner davon zu ziehen, würden dem eigenen Spiel schon gut tun.

Es fehlt der Mannschaft die Zweitligaerfahrung. Insgesamt gibt es sechs HSG-Spieler, die zwar Zweitligaerfahrung haben, das aber auch besonders viel oder es ist schon länger her. In allen Spielen gab es kurzzeitige Aussetzer, wo es nicht gelang den negativ werdenden Spielverlauf in den Griff zu bekommen. Und gerade in solchen Momenten ist Erfahrung gefragt.

Sechs Ausfälle sind nur schwer zu kompensieren. Das Verletzungspech hat die Eagles schon vor dem Saisonstart schwer getroffen (Siehe Infokasten). Auch wenn alle Positionen doppelt besetzt sind, gegen Lübbecke machten sich im kleinen Kader die fehlenden Wechselmöglichkeiten auch konditionell bemerkbar.

Die Abwehr steht schon recht gut. Die aggressive 5:1-Verteidigung ist für den gegnerischen Angriff schwer auszuspielen. Zunächst übernahm der gut agierende Jonas Vonnahme die Rolle vor der Abwehr, inzwischen ist der 24-Jährige wieder im Innenblock zu finden, der gut organisiert und gefestigt ist. In Felix Jaeger hat Trainer Arnar Gunnarsson stattdessen einen Offensivspieler rein genommen, um eine bessere Balance zu bekommen. Die Probleme beim Umschaltspiel sind damit allerdings noch nicht ganz behoben.

Die Torhüter können die HSG retten. Vor der Saison war schon klar, dass gerade auf der Torhüterposition in jedem Spiel eine herausragende Leistung gebracht werden muss, um Punkte einzufahren. Hier dürfte aber das kleinste Problem in der bisherigen Misere liegen. Zwar verletzte sich Frederik Stammer in der Vorbereitung, dafür kristallisierte sich der Ungar Norman Toth schnell als neue Nummer eins im Tor der Krefelder heraus. Aufgrund seiner zahlreichen Paraden in den ersten vier Spielen rangiert Toth in der Statistik unter den Top-Ten in der Liga. In Paul Keutmann steht aber auch ein weiterer Akteur parat, der bei seinen Kurzzeiteinsätzen schnell auf Betriebstemperatur ist. Hier hat die HSG das Zweitliganivau schon erreicht, was im Abstiegskampf wichtig sein wird.

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