Handball- Zweite Liga: Stefan Arnar Gunnarsson wird Trainer der HSG Krefeld

Handball : Isländer wird neuer Trainer bei der HSG

Nach der überraschenden Kündigung von Ex-Trainer Ronny Rogawska hat der Krefelder Handball-Zweitligist mit Stefan Arnar Gunnarsson gestern einen Nachfolger präsentiert, der zur Philosophie des Vereines passt.

Seit dem vergangenen Wochenende ist der Kader vom Handball-Zweitligisten HSG Krefeld wieder zusammen, um in dieser Woche das Vorbereitungsprogramm für die neue Saison aufzunehmen. Die wichtigste Personalie für die Premieren-Saison in der zweithöchsten deutschen Spielklasse gaben die Verantwortlichen der HSG allerdings erst am Dienstag bekannt, denn nach der überraschenden Kündigung von Ex-Trainer Ronny Rogawska ist die Trainersuche endlich erfolgreich gewesen. Nach zahlreichen Gesprächen aus einer Liste von Spielerberatern kristallisierte sich ein eindeutiger Favorit heraus, mit dem sich die Verantwortlichen schnell einig wurden. So wird künftig der Isländer Stefan Arnar Gunnarsson an der Seitenlinie der Krefelder stehen. Der 41-jährige arbeitete in seiner Heimat Island sehr erfolgreich unter anderem bei den Vereinen Akureyri, Selfoss und Fjölnir. Auslandserfahrungen hat er bereits im Rahmen eines Engagements in Norwegen gesammelt. Nach einer sehr erfolgreichen aktiven Laufbahn als Spielmacher und auf Halblinks, die allerdings aufgrund einer schwerwiegenden Verletzung früh endete, nahm der gelernte Pädagoge bereits in jungen Jahren die Arbeit als Trainer im Jugendbereich auf. Daher genießt er in seiner Heimat auch den Ruf eines exzellenten Spielerentwicklers. Seine erfolgreiche Arbeit mit jungen Talenten zeigt sich unter anderem darin, dass viele seiner ehemaligen Spieler heute in europäischen Top-Ligen spielen. In den letzten Jahren wussten die von Gunnarsson betreuten Mannschaften in der Ersten Liga Islands trotz schmalen Budgets stets zu überzeugen. Seine Philosophie, seine Leidenschaft für den Handball und seine akribische Herangehensweise haben die Verantwortlichen der HSG Krefeld in vielen Gesprächen und bei einem zweitägigen Besuch in Krefeld restlos überzeugt. „Arnar ist unglaublich ehrgeizig und bis ins Detail akribisch. Er lebt und atmet Handball. Das ist diese Art Trainer, die wir uns gewünscht haben. Er wird das Team als Ganzes sowie jeden Spieler verbessern“, sagt HSG-Geschäftsführer Thomas Wirtz über seinen neuen Trainer. Nach den erfolgreichen Jahren in seiner Heimat möchte der Isländer bei der HSG Krefeld seine ersten Schritte in der besten Zweiten Liga der Welt machen. „Die HSG Krefeld bietet optimale Voraussetzungen, um in Deutschland arbeiten zu können. Die Mannschaft verfügt über eine Menge Potential und für ein perfektes Trainingsumfeld ist gesorgt“, war vom Isländer zu hören, der ein großes Engagement und Herzblut mitbringt und das Saisonziel die Klasse zu halten in Angriff nehmen will. Gut einen Monat hat der neue Übungsleiter, der morgen in Krefeld erwartet wird, nun Zeit aus seinen Schützlingen ein tatkräftiges Team zu formen. Mit dem Spiel in der ersten Runde des DHB-Pokals am 17.August gegen den Bundesligisten Füchse Berlin steht dann direkt die erste harte Bewährungsprobe bevor, ehe eine Woche später mit dem Heimspiel gegen den VfL Lübeck-Schwartau die Meisterschaftsrunde beginnt. Unterdessen hat Mannschaftsärztin Laura Ufermann die Gelegenheit genutzt, um bei allen Spielern eine Leistungsdiagnostik zu unterziehen. „Wir haben den aktuellen Stand überprüft“, sagte Ufermann, deren Auswertungen etwaige Defizite aufzeigen sollen, die das Trainerteam dann mit individuellen Trainingsschwerpunkten ausgleichen will. Mit dabei waren auch die drei ausländischen Neuzugänge Josip Cutura, Norman Toth und Toni Sario, die ebenso wie Gunnarsson künftig auch in Krefeld wohnen.

Den ersten lockeren Aufgalopp gibt es unter anderem am Freitag um 19 Uhr in der heimischen Glockenspitzhalle gegen TuSEM Essen. Dieses Spiel wird ohne jegliche Erwartungshaltung angegangen und dient lediglich dem neuen Trainer zum Kennenlernen seiner Mannschaft im Vorbereitungsmodus.

Mehr von RP ONLINE