1. NRW
  2. Städte
  3. Krefeld
  4. Sport

Gruppenhelfer-Ausbildung sorgt beim EV Krefeld für Identifikation

Eiskunstlauf : Gruppenhelfer-Ausbildung sorgt für Identifikation

Beim Eissport-Verein Krefeld fand ein Kurs statt, von dem der Klub von der Westparkstraße jetzt profitiert. Die Vergangenheit hat gelehrt, dass Mitglieder so intensiver an den Verein gebunden werden.

Der Eissport-Verein Krefeld war ausrichtender Verein für einen Kurs zur Ausbildung von Gruppenhelfern im Eiskunstlauf. Unter der Leitung von Lehrgangsreferent Stephan Brill erhielten die 32 Teilnehmer an vier Tagen eine umfassende Grundausbildung aus Theorie und Praxis, um mit dem erworbenen Wissen zukünftig Trainer- und Übungsleiterteams in ihren Vereinen im eisspezifischen Kinder- und Jugendsport unterstützen zu können. Die Inhalte umfassten neben der praxisbezogenen Anwendung auf dem Eis auch wesentliche und wichtige Lehrinhalte wie Trainingsmethodik, Kommunikation, pädagogische Inhalte des Lernens und Lehrens, Materialbeschaffenheiten und Sicherheit beim Eislaufen und in der Eishalle. In Mia Baumanns, Jonah Frantzen, Violetta Geis, Lilith Marquardt und Christina Wunsch haben auch vier Krefelder Nachwuchs-Eiskunstläufer den Kurs erfolgreich absolviert.

„Diese Ausbildung gibt es eigentlich schon sehr lange. Der Eissport Verband NRW hat vor fünf Jahren damit angefangen, die ersten Eissport spezifische Gruppenhelfer-Ausbildungen anzubieten, weil Eislaufen nun mal auch besondere Anforderungen hat“, erklärt die EVK-Vorsitzende Cordula Meisgen. Für Gaby Braas, die seit Jahren als Trainerin an der Westparkstraße fungiert, ist es eine sinnvolle Vorgehensweise: „Zu meiner Anfangszeit gab es das überhaupt nicht. Ich habe damals ohne einen Schein als Übungsleiter begonnen und danach direkt die Trainerlizenz gemacht.“ Durch die Gruppenhelfer-Ausbildung ist es wesentlich strukturierter geworden findet sie, denn es werden andere Sachen hilfreich geleert, die man alleine eventuell nicht so drin hat. Braas ist beim EVK groß geworden und schon seit Jahren mit an Bord. In der zurückliegenden Zeit hat sie auch immer wieder mal geschaut, ob neue Mitstreiter als Trainer dazu kommen.

„Durch die Gruppenhelfer-Ausbildung bekommen wir ambitionierte Freizeit- und Breitensportler dazu, sich mehr mit dem Verein zu identifizieren“, hat Braas festgestellt. Doch nicht nur das ist ein wichtiger Faktor für sie, hinzu kommt noch die soziale und persönliche Komponente. „Man muss Verantwortung übernehmen und geht damit bewusster um, wenn man so einen Job macht. Da sagst du nicht in dieser Woche ja und in der nächsten Woche nein. Da sagst man einmal ja und übernimmt für eine Gruppe die Verantwortung und ist für die auch da. Ich glaube das ist für Jugendliche ein frühzeitiger und guter Lernprozess zwischen Schule und Berufsleben“, hat Brass festgestellt.

Beim EVK hat man festgestellt, dass die Jugendlichen, wenn sie in jungen Jahren eine erfolgreiche Gruppenhelfer-Ausbildung absolviert haben, ambitioniert sind, weiter dabei zu bleiben, um später den C-Trainerschein zu machen. Beim EV Krefeld ist die Fluktuation was die Mitglieder betrifft relativ gering. Das führt Cordula Meisgen auch etwas auf die Strukturen in der Ausbildung bei den Sportlern und Trainern zurück. „Wir unterstützen nicht nur die sportliche Entwicklung unserer Aktiven, sondern auch die Perspektive, zukünftig auch als Trainer oder Übungsleiter zu arbeiten. Man muss kein guter Eiskunstläufer gewesen sein, um auch ein guter Trainer zu werden. Da kommt es auf ganz andere Eigenschaften drauf an. Zum Beispiel, wenn jemand ein gutes Auge für Talente hat oder ein gutes Verständnis für Methodik“, erklärt Meisgen. Beim EVK gibt es genügend Beispiele, wo die Aktiven nicht aufhören, weil sei keine sportliche Perspektive haben, sondern weitermachen, indem die als Trainer eine richtige Aufgabe auf dem Eis bekommen.

Leistungssportler aus der jüngeren Vergangenheit wie Fiona Meisgen, Antonia Storm und Carlota Bustos Knoblich haben schon mit 17 Jahren ihre Trainerausbildung gemacht und nutzen ihren Sport und ihre Vereinszugehörigkeit, um später in diesem Bereich tätig zu sein. Es ist quasi eine Kette, Mitglieder lange an den Verein zu binden und mit großem Engagement dabei zu sein. „Das sind dann die tollen Geschichten im Sport, wie man von klein auf nicht nur über den Sport zur nationalen oder internationalen Spitze hochkommen kann, sondern auch vor Ort wie bei uns eine tolle Zeit haben kann. Und das in allen Varianten, als Kind, als Jugendlicher, als Helfer oder Übungsleiter“, freut sich Meisgen über die gesunde Struktur in ihrem Verein.