Henrik Schiffmann: "Gott sei Dank nicht dasselbe Knie!"

Henrik Schiffmann: "Gott sei Dank nicht dasselbe Knie!"

Es war eine bittere Diagnose, die Henrik Schiffmann bekam. Im Spiel gegen Menden am Samstag erlitt der Rückraumspieler des Handball-Drittligisten HSG Krefeld einen Kreuzbandriss - den zweiten. Der 24-Jährige wird mindestens ein halbes Jahr ausfallen.

Zum zweiten Mal eine derart bittere Diagnose. Wird das zur Routine?

Henrik Schiffmann Nein, es ist zwar mein zweiter Kreuzbandriss, diesmal ist es allerdings das andere Knie. Auch hoffe ich, dass diesmal wirklich nur das Kreuzband kaputt ist. Beim ersten Mal, vor rund zweieinhalb Jahren, war fast alles im Knie kaputt und es wurde praktisch nur noch von Haut und Knochen zusammen gehalten. Damals waren es Kreuz- und Innenband, Innen- und Außenmeniskus. Jetzt sieht es nicht ganz so schlimm aus.

Eine endgültige Diagnose gibt es aber noch nicht?

Schiffmann Nein. Ich habe erst am Donnerstag einen MRT-Termin. Bei den bisherigen Untersuchungen wurde sofort festgestellt, dass die Stabilität fehlte. Es ist aber deutlich stabiler, als beim vorherigen Mal. Trotzdem merke ich aber, dass es komplett instabil ist, wenn ich die Schiene ausziehe und auftrete. Das Innenband sieht gut aus, auch die Schmerzen sind aktuell gar nicht so schlimm. Ich hoffe, also, es ist wirklich nur das Kreuzband.

Im Spiel war eigentlich gar nichts zu sehen. Plötzlich lagen Sie am Boden. Können Sie die Situation beschreiben?

Schiffmann Ich habe mir selbst einmal unter einem Schweißausbruch das Video angesehen. Ich stand im Block, was ich eigentlich gar nicht tue, aber diesmal war es so. Der Mittelmann ging auf Halbrechts und ich wollte mitgehen. Dann änderte er die Richtung, ich wollte die Bewegung mitvollziehen, bin vielleicht auch mit den Armen irgendwie hängen geblieben. Jedenfalls ging plötzlich das Knie weg. Ich hörte einen Schlag darin und mir war sofort klar: Das Kreuzband ist durch.

Was waren ihre ersten Gedanken?

Schiffmann Der erste Gedanke war natürlich: Scheiße, das ist das Kreuzband. Aber sofort danach dachte ich: Gott sei Dank nicht dasselbe Knie. Wenn zweimal dasselbe Kreuzband reißt, dann ist die Karriere in Gefahr. Ich war natürlich zunächst sehr niedergeschlagen.

Sie wirken aber bereits recht aufgeräumt. Wie ist die Stimmung?

Schiffmann Ja, jetzt ist es wieder so weit okay. Nach der OP geht es dann auch wieder bergauf, ich kann trainieren und etwas tun. Es wird eine harte, anstrengende Zeit, aber damit muss ich jetzt eben leben.

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Auch Ihr Teamkamerad Michel Matsch laboriert an einem Kreuzbandriss. Hatten Sie mit ihm Kontakt?

Schiffmann Ja, wir haben geschrieben. Er hat mir alles Gute gewünscht. Aber es ist ja bei ihm doch anders. Bei ihm gab es mehrere Komplikationen, er brauchte eine zweite Operation und hat auch aktuell Probleme. Ich drücke ihm die Daumen, dass es bald wieder geht. Er hat nun wirklich genug Mist mit dem Knie gehabt. Ich bin aber überzeugt, dass er gut zurückkommt.

Wo werden Sie operiert?

Schiffmann In Essen, beim selben Arzt, der mich auch beim ersten Mal operiert hat.

Danach kommt dann die Reha. Gibt es da schon Pläne?

Schiffmann Nein, ich werde jetzt erst einmal ein paar Tage bei meinen Eltern einziehen. Sie wohnen in Essen. Dann kommt die OP und erste Rehamaßnahmen. Dann geht es zurück nach Korschenbroich, wo ich wohne. Und dann sehen wir weiter.

Haben Sie schon ein Ziel, wann Sie wieder auf dem Platz stehen wollen?

Schiffmann Nein, da mache ich mir keinen Druck. Auch in unserer Liga gibt es Jungs, die stehen nach fünf Monaten wieder auf dem Feld, andere erst nach einem Jahr. Da höre ich auf meinen Körper. Man sagt, beim Kreuzband sind es normal sechs bis sieben Monate. Also vermutlich wird es irgendwann in der kommenden Saison sein.

SVEN SCHALLJO FÜHRTE DAS GESPRÄCH.

(RP)