Lokalsport: Gelebtes Teambuilding

Lokalsport : Gelebtes Teambuilding

Trainer Michael Wiesinger bereitet den Fußball-Regionalligist KFC Uerdingen acht Tage lang in der Türkei auf die Rückrunde vor. Ein solches Trainingslager hält er nicht nur aus sportlichen Gründen für ungemein wichtig.

Sturm "Friederike" hatte einiges durcheinander gewirbelt, doch die Mannschaft des KFC Uerdingen konnte gestern pünktlich abheben. Um 14.30 Uhr ging es mit Sun Express, Flugnummer XQ0181, nach Antalya. Als die Mannschaft landete, war die Sonne schon untergegangen - 20.10 Uhr Ortszeit. Nach dem Transfer ins Hotel blieb nicht mehr viel Zeit: Abendessen, Bettruhe, denn heute Morgen versammelt Trainer Michael Wiesinger die Mannschaft um 9.30 Uhr zur ersten Trainingseinheit um sich.

"Alle sind dabei", verkündete Wiesinger auf dem Düsseldorfer Flughafen die erste positive Nachricht. Also auch die angeschlagenen Akteure und die Rekonvaleszenten, die in dieser Woche nur eingeschränkt oder gar nicht mitmachen konnten. Dem Trainer ist es wichtig, sie bei sich zu haben: um ihren Genesungsprozess begleiten zu können und damit das Team komplett ist und zusammenwächst. Das ist besonders für Neuzugang Maxi Beister wichtig.

Eigentlich wollte der KFC erst nächste Woche sein Trainingslager in Spanien beziehen. "Da hat uns der Pokal einen Strich durch die Rechnung gemacht", sagt Trainer Michael Wiesinger. Genauer gesagt: das Wetter. Denn das Viertelfinale um den Niederrheinpokal gegen Rot-Weiß Oberhausen fiel am 25. November aus, weil der Rasen in der Grotenburg nach starken Regenfällen unbespielbar war. Der Verband setzte die Partie nun für den 4. Februar neu an. Dadurch wurden die Krefelder gezwungen, früher ins Trainingslager zu gehen. Das war in dem ursprünglich gebuchten Quartier aber nicht möglich, so dass der KFC völlig neu planen musste. Ein Angebot aus der Türkei erhielt den Zuschlag. "Vom Gesamtpaket her ist es das Beste", sagt Wiesinger.

Aufgrund des milden Winters wäre es auch denkbar gewesen, das Trainingslager ganz zu streichen. Doch das war für Wiesinger keine Option. "Unser Investor bietet uns die Möglichkeit, die wir dann natürlich auch gerne nutzen", sagt der Coach, der ein solches Trainingslager als überaus wertvoll einstuft. "Ich habe da immer gute Erfahrungen mit gemacht. Da rückt die Mannschaft zusammen und lernt sich besser kennen. Da wird dann auch nicht nur über Fußball gesprochen. Das ist gelebtes Teambuilding, und keine künstliche Übung. Von diesem positiven Geist werden wir in der Rückrunde profitieren."

Nach der Landung in Antalya hatte Kai Schwertfeger zwar nicht gerade heimische Gefühle, aber es kam ihm doch alles bekannt und schon vertraut vor. Nicht nur der Flughafen, sondern auch das Hotel Titanic Lara Beach. "Hier war ich schon mit Hansa Rostock", berichtete er. Der Mittelfeldspieler ist in Sachen Winter-Trainingslager ein alter Hase. "Ich weiß gar nicht, zum wievielten Mal ich das mitmache. Aber es ist eine gute Sache, ganz gleich, ob in der Türkei oder in Spanien. Die Hotels sind gut und die Plätze auch. Während bei uns der Rasen aufgeweicht und matschig ist, haben wir hier optimale Bedingungen. Das ist natürlich ein große Vorteil für die Trainingsarbeit."

Allerdings ist der Routinier lange genug im Geschäft, um Vor- und Nachteile zu kennen. "Zu Hause ist man halt in vertrauter Umgebung, da ist Alltag", sagt er. "Hier ist für eine Woche vieles anders. Aber das kann auch hilfreich sein. Man lernt die Mitspieler noch besser kennen, auch privat, und man kann sich ganz auf den Fußball konzentrieren."

Das erste Kennenlernen am ersten Abend dauerte nicht lange. Nach dem Abendessen blieb nicht mehr viel Zeit. Dann war Bettruhe angesagt, schließlich steht beginnt nach der Anreise heute die Arbeit auf dem Trainingsplatz.

(RP)