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Fußball: Fußballverband Niederrhein führt Zweitspielrecht ein

Fußball : Fußballverband Niederrhein führt Zweitspielrecht ein

Zur neuen Saison dürfen unter bestimmten Bedingungen Fußballer für zwei Vereine spielen. Von dieser Regel sollen unter anderem Studenten oder Pendler profitieren, die nicht immer bei ihrem Stammverein sein können.

Im Basketball, Eishockey und Handball gibt es schon seit längerem das Zweitspielrecht. Höherklassige Vereine statten junge Talente mit einem Zweitspielrecht bei einem tieferklassigeren Verein aus, um ihnen so zusätzliche Spielpraxis zu verschaffen. Oder tieferklassigere Vereine statten besonders herausragende Nachwuchskräfte mit einem Zweitspielrecht bei einem höherklassigen Verein aus, damit diese schon einmal Höhenluft schnuppern dürfen.

Im Fußball führt der der Westdeutsche Fußball- und Leichtathletikverband (WFLV) zur neuen Saison das Zweitspielrecht ein - allerdings nicht zum Zweck der Talentförderung, sondern um das Fußballspielen von Studenten oder Pendlern, die regelmäßig sich zwischen zwei Orten bewegen und nicht immer am Spieltag bei ihrem Stammverein sein können, zu unterstützen.

"Der Grund für die Einführung war die Nachfrage und die daraus resultierende Erkenntnis, dass ein Zweitspielrecht sinnvoll ist, damit Amateurspieler auch unter den gegebenen Umständen im Wettbewerb Fußball spielen können", erklärt WFLV-Sprecher Roland Leroi auf RP-Anfrage.

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Der Verband erteilt die Zweitspielgenehmigung jedoch nicht ohne Weiteres. Der Spieler muss nicht nur die Einverständniserklärung seines Stammvereins nachweisen, sondern auch, dass er in der Umgebung des Zweitvereins arbeitet oder studiert und einen Wohnsitz hat. Der Zweitverein darf mit seiner ersten Mannschaft nicht höher als in der Kreisliga A spielen und muss mindestens 100 Kilometer vom Stammverein entfernt sein.

Im Krefeld-Kempener Fußballkreis stößt das neue Zweitspielrecht noch auf ein geteiltes Echo. "Wir finden diese Möglichkeit sehr gut. Somit könnten Spieler, die sich ihrem Heimatverein verbunden fühlen und aus beruflichen Gründen weit von Zuhause tätig sind, ihrem Verein weiterhin helfen", sagt Dietmar Wallrafen, Teammanager der A-Liga-Mannschaft von Spielsport Krefeld. Christoph Rangs, Fußballobmann beim SC Bayer 05 Uerdingen, haut in die gleiche Kerbe. "Wir halten das grundsätzlich für gut, so können Spieler weiter an den Verein gebunden bleiben", sagt Rangs.

Kritische Töne schlägt dagegen Alexandros Ouzounis, Geschäftsführer des FC Hellas Krefeld, an. "Grundsätzlich halten wir von dieser Änderung nicht viel. Wir sehen auch keinen Nutzen für die Vereine. Wenn also jemand in der Woche woanders wohnt, dann kann er sich bei einem Verein in der Nähe fit halten, um dann am Wochenende in seinem Heimatverein zu spielen. Ob eine Zweitspielberechtigung in solchen Fällen notwendig oder wünschenswert ist, bezweifeln wir", erklärt Ouzounis.

(RP)