SC St. Tönis bleibt Oberligist Trainer Alexander Thamm lebt den Teamgeist vor

Analyse | St. Tönis · Analyse Der SC St. Tönis stand während der Saison immer über dem Strich und hat einen Spieltag vor Schluss den Klassenerhalt in der Fußball-Oberliga erreicht. Das ist alles andere als selbstverständlich, doch für den Erfolg gibt es gute Gründe.

 Nach einer Mammut-Saison durften die Kicker des SC St. Tönis endlich den Klassenerhalt begießen.

Nach einer Mammut-Saison durften die Kicker des SC St. Tönis endlich den Klassenerhalt begießen.

Foto: Werner Fuck

Der SC St. Tönis ist in der seinerzeit coronabedingt abgebrochenen Saison 2019/20 in die Fußball-Oberliga aufgestiegen. Und er spielt auch in der kommenden Saison in der fünfthöchsten Klasse. Das ist bemerkenswert, arbeitet der Verein doch mit einem vergleichsweise bescheidenen Etat und Feierabendfußballern. Dass er sich dennoch behaupten und sogar gegen Profis mithalten kann, ist ein eindeutiges Zeichen guter Arbeit. Einige Gründe.

Alexander Thamm ist als Trainer ein Glücksgriff. Der 40-Jährige, der vergangenen Sommer geholt wurde, stellt sich stets vor seine Mannschaft, lässt es nur intern mal krachen und lebt Selbstkritik vor, indem er Niederlagen auch schon mal auf seine Kappe nimmt. Sein größtes Plus ist das Vertrauen, dass er in jeden einzelnen Spieler setzt. Das zahlte sich vielfach aus. Gerade junge Spieler profitierten von ihren Einsatzzeiten und leisten ebenso ihren Beitrag, wenn es darum ging, das Niveau auf dem Platz zu halten oder sogar zu steigern. Besonders ist auch die Zusammenarbeit mit Justin Müller. Der Begriff „Co-Trainer“ kommt Thamm nicht über die Lippen. „Ich verstehe uns als Trainer-Team. Es gibt keine Entscheidung, die ich ohne ihn treffe“, sagte der Coach erst kürzlich. „Wir sind nicht immer einer Meinung, aber wir haben uns immer zusammen geruckelt.“

Torhüter Joshua Claringbold war ein starker Rückhalt. Das bewies der 33-Jährige zuletzt beim 0:0 gegen den MSV Düsseldorf, als er mit einer starken Leistung Garant für den einen Punkt war, der noch zum Klassenerhalt fehlte. Ein Keeper mit Ausstrahlung, den es in der Oberliga braucht. Claringbold hört aus beruflichen Gründen auf. Es wird nicht einfach sein, ihn adäquat zu ersetzen. Simon Sell und Gian-Luca Mariano stehen in den Startlöchern und genießen Thamms vollstes Vertrauen. Auch für die beiden Schlussleute gilt sicher, dass sie mehr Einsatzzeiten weiter voranbringen, um in die Fußstapfen der aktuellen Nummer Eins zu treten.

Die Routiniers. Dazu zählen allen voran Kapitän Dominik Dohmen, Ioannis Alexiou und Konstantin Möllering. Dohmen geht nicht nur aufgrund seines Amtes voran, sondern genießt auch durch seine fußballerische Klasse natürliche Autorität. Wie wertvoll der 38-jährige Alexiou sein kann, stellte er beim MSV Düsseldorf unter Beweis, als er trotz einiger Ausfälle mit seiner Routine die Defensive zusammen hielt. Auch Möllering gehört zweifellos zu den wichtigen Säulen, wenn er auf der richtigen Position agieren kann.

Das Umfeld. Die Fusion nahezu geräuschlos über die Bühne zu bringen, war eine große Leistung und sorgte dafür, dass es während der Saison keine störenden Nebengeräusche außerhalb des Platzes gab. Mit kleinen Schritten arbeitet der Verein an der weiteren Professionalisierung.

Der Teamgeist. Gerade als gegen Ende des letzten Jahres die positiven Ergebnisse ausblieben, zeigte das Team auf dem Platz keine Risse. Das ist im Mannschaftssport, wenn es nicht läuft, keine Selbstverständlichkeit. Es ist sicher auch das Ergebnis einer klugen, ausgewogenen Zusammenstellung, in der beispielhaft junge Spieler wie Mats Platen, Luca Jerz oder die Brüder Marc Knops und Mario Knops ihre Chance bekamen, sich zu etablieren.

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