Fussball SC St. Tönis hat mit dem Cronenberger SC noch eine Rechnung offen

St. Tönis · Nachdem der Klassenerhalt gesichert ist kann der SC das letzte Spiel ohne Druck angehen. Joshua Claringbold und Philipp Baum werden verabschiedet.

 Hat gut lachen: Trainer Alexander Thamm hat mit dem SC St. Tönis den Klassenerhalt erreicht.

Hat gut lachen: Trainer Alexander Thamm hat mit dem SC St. Tönis den Klassenerhalt erreicht.

Foto: BRAUER-Fotoagentur/Stefan Brauer

Letzter Spieltag der Fußball-Oberliga. Der SC St. Tönis braucht im letzten Saisonspiel noch einen Punkt, um auch in der nächsten Saison in der fünfthöchsten Liga spielen zu können. Dieses Szenario, dem alle Beteiligten des SC verständlicherweise aus dem Weg gehen wollten, ist nach dem torlosen Unentschieden beim MSV Düsseldorf endlich vom Tisch. Verdientermaßen, denn die Elf von Trainer Alexander Thamm stellte nicht nur in den letzten Wochen immer wieder unter Beweis, mit den meisten Gegnern auf Augenhöhe agieren zu können.

Wie schwer die Last war, zeigte der letzte Auftritt beim Absteiger aus Eller. Nur wenige Akteure brachten die Qualität auf den Platz, die man von ihnen gewohnt ist. „Was spielen wir für einen Müll“, entglitt Kapitän Dominik Dohmen kurz vor der Halbzeit. Thamm konnte das am Ende egal sein. Die Anspannung wich auch aus seinen Gliedern: „Wir sind unfassbar erleichert, dass wir die Klasse gehalten haben.“ Co-Trainer Justin Müller stimmte dem 40-Jährigen ohne Umschweife zu: „Es ist am Montag eine extreme Anspannung von uns gefallen. Das war eine lange Saison. Die Masse an Spielen und die Situation am Ende war schon eine Belastung.“

Letzter Gegner ist der Cronenberger SC, der seit einigen Wochen bereits als Absteiger fest steht. Mit den Bergischen haben die Blau-Gelben eigentlich noch eine Rechnung offen. Nicht nur, weil sie im Hinspiel 0:1 unterlagen. Auch die Umstände rund um diese Partie bieten eine spezielle Vorgeschichte. „Unser Fokus in der Trainingswoche lag sicher nicht mehr auf dem nächsten Gegner“, sagt Müller, „aber die Motivation ist schon da, die drei Punkte in St. Tönis zu behalten.“ Die Startelf gegen Cronenberg dürfte ein deutlich anderes Gesicht haben, als es in Düsseldorf der Fall war. Müller kündigte an, dass Spieler, die zuletzt häufiger auf der Bank saßen, ihren Einsatz von Beginn an bekommen werden.

Das letzte Spiel nutzt der Oberligist auch, um Joshua Claringbold und Philipp Baum zu verabschieden. Der Schlussmann hört bekanntermaßen aus beruflichen Gründen aus, während Baum zum Liga-Konkurrenten Germania Ratingen wechselt, mit dem der Linksverteidiger nochmal andere Ziele anstrebt. Nach aktuellem Stand sind das bisher die einzigen Abgänge, wenngleich die Gespräche mit dem einen oder anderen Akteur hinsichtlich eines Verbleibs noch nicht abgeschlossen sind.

Unabhängig davon bleibt festzuhalten, dass der SC in der nächsten Saison mit der Masse des aktuellen Kaders weiter arbeiten kann. Was die Weiterentwicklung junger Spieler, die schon in dieser Saison sichtbare Fortschritte machten, und der Mannschaft als Ganzes angeht, ist das ein begrüßenswerter Schritt, der obendrein für Konituität spricht. Darüber hinaus ist es ein untrügliches Zeichen für eine gelungene Zusammenstellung des Kaders – nicht nur in sportlicher, sondern auch in zwischenmenschlicher Hinsicht. Was diese Saison angeht, kann Thamm ein positives Fazit ziehen: „Für ganz schlechte Spiele brauche ich keine Hand, um sie abzuzählen.“

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