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Fußball-Oberliga: Trainer Andreas Thamm vom SC St. Tönis, die Liebe und der Sechser im Lotto​

Trainer des SC St. Tönis 11/20 : Andreas Thamm, die Liebe und der Sechser im Lotto

Alexander Thamm legt als neuer Trainer des SC St. Tönis auf drei Dinge besonders viel wert: Respekt, Vertrauen und Disziplin. Dabei hat der 39-Jährige aber nicht nur die Mannschaft im Blick.

Wer auf Alexander Thamm trifft, erlebt einen unaufgeregten, ehrlichen Zeitgenossen mit einem offenen Ohr auch für die Dinge jenseits des Sports. Dabei spielt Sport in seinem bisherigen Leben eine überaus große Rolle – besonders der Fußball. Denn der neue Trainer des Oberligisten SC St. Tönis 11/20 blickt auf eine langjährige Laufbahn zurück.

Angefangen hat es mit acht Jahren, als er sich entscheiden musste: Tennis oder Fußball? Den Ausschlag gab schließlich das größere Talent für den größeren Ball. So landete der Ruhrpott-Junge, der in Hattingen geboren wurde, in der Jugend des VfL Bochum. Dort durchlief Thamm die Jugendmannschaften, schaffte den Sprung in die U23 und gelangte schließlich in den Kader des Bundesligisten. Auf seine Zeit als Profi angesprochen, entspringt ihm ein sympathisches Lächeln: „Ja, auf dem Papier. Die brauchten damals einen zwölften Deutschen im Kader.“ Die Regionalliga wurde schließlich das sportliche Zuhause des Innenverteidigers. Ab der Saison 2007/08 lief der heute 39-Jährige in verschiedensten Trikots auf, bis er nach der Saison 2018/19 seine aktive Laufbahn beendete.

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In seiner Zeit in Bochum absolvierte Thamm beim VfL nach seinem Abitur eine Ausbildung zum Veranstaltungskaufmann. Für ihn eine maßgeschneiderte Tätigkeit, die allerdings einen entscheidenden Haken hatte: „Viele Veranstaltungen finden halt am Wochenende statt.“ Seit über fünf Jahren arbeitet er nun in einem Düsseldorfer Unternehmen in der Buchhaltung: mit geregelten Arbeitszeiten und fußballbegeisterten Vorgesetzten. Diese Umstände ermöglichten Thamm auch den Einstieg ins Trainergeschäft. Beim westfälischen TuS Ennepetal erhielt er die Möglichkeit, erstmals alleinverantwortlich als Trainer zu agieren. Für diese Chance, direkt einen Oberligisten zu übernehmen, ist er dem Verein noch heute dankbar. „Und es war eine super Zeit mit einer Mannschaft, die einen tollen Teamgeist besaß.“ Dafür nahm Thamm auch gerne in Kauf, nach dem Training 106 Kilometer nach Hause zu fahren.

Dass es ihn vor dreineinhalb Jahren nach Kempen verschlug, hatte einen guten Grund: „Der Liebe wegen.“ Lebensgefährtin Lisa ist gebürtige St. Huberterin und arbeitet in Grefrath. Die Thomasstadt hat er auch lieben gelernt und schätzt neben der Infrastruktur die zahlreichen Lokale: „Hier gibt es einige, wo man schön sitzen und gut essen kann.“ Der Weg zum Trainingsgelände ist nun um einiges kürzer. Dass er beim SC St. Tönis anheuern konnte, war für ihn ein Glücksfall: „Das war wie ein Sechser im Lotto.“

Seine Kernbotschaft an die Mannschaft fasst Thamm zum Trainingsauftakt in drei Worte, die ihm in der gemeinsamen Arbeit und auch im Umgang mit dem Umfeld wichtig sind: Respekt, Vertrauen und Disziplin. Seinen Spielern wird er sportlich natürlich einiges abverlangen. Aber auch hier schließt sich wieder der Kreis des Mannes, der über den Tellerrand blickt: „Die Priorität muss von den Spielern kommen. Fußball ist für uns ein wichtiges Hobby. Aber der Mensch bleibt am Wichtigsten. Das gilt aber für alle Lebensbereiche.“ Froh ist Thamm darüber, dass Co-Trainer Justin Müller geblieben ist: „Seine Meinung zu hören und gemeinschaftliche Entscheidungen zu treffen, sind mir sehr wichtig. Justin will das, ich fordere das aber auch ein.“

Auch das ist Alex Thamm: in seiner Zeit beim Regionalligisten Wattenscheid 09 schaute er bei den Spielen seines Bruders in der Kreisliga C vorbei, stellte sich als Betreuer und Linienrichter zur Verfügung und holte auch schon mal das Bier für die Kreisliga-Kicker. „Für mich war das eine schöne Sache, den Kopf frei zu kriegen.“