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Fußball, Landesliga: Trainer Andreas Weinand tritt beim VfL Tönisberg zurück

Fußball-Landesliga : Trainer Andreas Weinand tritt beim VfL Tönisberg zurück

Das 1:7-Debakel im Heimspiel gegen den ebenfalls vom Abstiegs bedrohten SV Hönnepel-Niedermörmter hat das Fass zum Überlaufen gebracht. Trainer Andreas Weinand ist beim Fußball-Landesligisten VfL Tönisberg zurückgetreten.

Es lag in der Luft, dass sich beim VfL Tönisberg etwas in der Trainerfrage bewegen würde. Am Montagmorgen, wenige Stunden nach dem 1:7-Debakel im Kellerduell gegen den SV Hönnepel-Niedermörmter trat Trainer Andreas Weinand beim Fußball-Landesligisten mit sofortiger Wirkung zurück. Für den 37-Jährigen, der den VfL zur Saison 2019/20 übernahm und in die Landesliga führte, war die letzte Niederlage und der damit wohl unvermeidbare Abstieg aber nicht Ausschlag gebend. Vielmehr spürte Weinand seit einiger Zeit kein Vertrauen mehr in seine Person, obwohl sich beide Parteien noch vor wenigen Wochen über eine weitere Zusammenarbeit in der nächsten Saison liga-unabhängig verständigt hatten. Grundlage dafür war für die sportliche Führung die positive Serie zum Ende des vergangenen Jahres. Angesichts der sportlichen Entwicklung im laufenden Jahr mehrten sich aber im engeren Umfeld kritische Stimmen, die diese Entscheidung in Frage stellten. Die Horrorbilanz: ein Punkt aus fünf Spielen bei einem Torverhältnis von 4:20. So kam Weinand möglicherweise auch einer Trennung seitens des Vereins zuvor.

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Leicht fiel Weinand der harte Cut nicht: „Der VfL war für mich eine Herzensangelegenheit. Für die Jungs tut es mir unheimlich leid und mir tut es in der Seele weh, erstmals einen Vertrag nicht erfüllen zu können.“ Sportdirektor Marcus Bister dankte dem Coach: „Wir haben drei Jahre super zusammengearbeitet. Andreas hat sich enorm für den Verein engagiert.“ Dem ehemaligen Trainer will Bister nicht die alleinige Verantwortung für die Krise zuschieben. Er hat auch die Mannschaft im Blick, der er phasenweise ein unterirdisches Auftreten attestiert: „Es war sicher eine Mischung aus beidem. Aber jetzt ist für die Mannschaft auch das letzte Alibi weg. Sie steht jetzt in der Pflicht. Das Auftreten muss anders werden. Und wir werden genau hinsehen, wer für die nächste Saison in Frage kommt.“

Auch Bister und Josef Cherfi müssen sich sicher hinterfragen, ob bei der Kaderzusammenstellung die glückliche Hand fehlte. Qualitativ muss sich der VfL-Kader sicher nicht hinter vielen anderen Teams verstecken. Oftmals war es eine Frage der Mentalität, die Teile der Mannschaft an den Tag legte. Das begann bereits im ersten Spiel beim 0:3 gegen Amern und zog sich nahtlos durch die Saison. Was mit Teamgeist zu erreichen ist, lebt beispielsweise der ähnlich aufgestellte VfR Fischeln erfolgreich vor. „Wenn wir immer gegen Fischeln spielen würden, stünden wir weiter oben“, sagte Weinand kürzlich. Das sagt eigentlich alles über eine Mannschaft, die nur funktioniert, wenn sie es möchte.

Weinand macht mindestens bis zum Sommer Pause, hat aber auch Angebote vorliegen. Das Training am Dienstag leitet Markus Menzel, Trainer der zweiten Mannschaft, weil Co-Trainer David Machnik verreist ist. Am Donnerstag springen Bister oder Co-Trainer Manuel Fernandez ein, die sich beide noch in Corona-Quarantäne befinden. Für Bister geht nebenbei die Trainersuche los. Dabei ist nicht an eine Übergangslösung gedacht: „Wenn, dann auch schon für die neue Saison. Es sollte einer sein, der junge Spieler fördert und eine Mannschaft formen kann.“ Das dürfte in der laufenden Saison nicht so einfach werden, auch wenn Bewerbungen eintreffen werden.  Schließlich muss ein passender Kandidat derzeit auch frei sein. Interessant dürfte auch sein, wie sich Spieler verhalten, die wegen Weinand bleiben wollten.