Am Samstag wird gefeiert Harald Kam – ne Kriewelsche Jung

Krefeld · Harald Kam kann es einfach nicht lassen. Der Fußballer kickt auch heute noch für die Alten Herren des KTSV 1855 Preussen. Welchem Ball er noch nachjagt.

 Harald Kam auf einer alten Autogrammkarte.

Harald Kam auf einer alten Autogrammkarte.

Foto: PK

Mit Fug und Recht wird man ihn nicht nur als Krefelder durch und durch sondern auch als Fußballer durch und durch bezeichnen können: Harald Kam, der am 28. Februar 50 Jahre alt wurde. Sein Abitur legte er am Moltkegymnasium ab. Sportlich hatte es ihm das runde Leder angetan, er durchlief sämtliche Jugendmannschaften des KTSV 1855 Preussen. „Ende der 80iger Jahre trainierte ich Preussens A- und C-Jugend und in der B-Jugend fiel immer wieder dieser leicht schlaksige, technisch sehr beschlagene Spieler auf“, erinnert sich der ausgebildete Fußballlehrer Norbert Stirken auch noch nach über 30 Jahren lebhaft.

Ähnlich äußert sich auch der frühere Uerdinger Profi Horst Riege, der 1991 zu Preußens Trainerstab in der seinerzeit drittklassigen Oberliga gehörte. „Ich habe diesen laufstarken, technisch starken, aber gleichwohl stets uneigennützig spielenden Akteur als 18-Jährigen hoch in die erste Mannschaft geholt. Einen Sprung, den er problemlos geschafft hat“, sagt Riege in der Rückschau. Um dann anzufügen: „Für einen Trainer war er ein sehr angenehmer Spieler.“ Diese offensichtliche Sympathie war es auch, die dazu führte, dass Kam zum ersten und bis dato zugleich auch einzigen Mal Krefeld verließ. Und zwar nach Münster zum Studium der Wirtschaftswissenschaft. „Ich hatte gute Kontakte zur zweiten Mannschaft von Preußen Münster und so konnte Kam auch während seines Studiums höherklassig spielen“, so Riege. Und ganz nebenbei sein Studentenleben finanzieren.

Die Oberligasaison 91/92 – der Krefelder Geschäftsmann Axel Morel hatte die Preußen nach 33 Jahren Abstinenz mit Geld und viel Herzblut wieder in die Drittklassigkeit gehievt – war zweifelsohne der Höhepunkt in Kams Laufbahn. Um Punkte ging es damals gegen Fußballschwergewichte wie den Wuppertaler SV, Alemannia Aachen und Rot-Weiss Essen. „Beim 3:2 Sieg auf dem Aachener Tivoli sei er sogar von einem Mädchen angespuckt worden, hat er mir einmal von der hohen Emotionalität jener Zeit erzählt“, berichtet jedenfalls sein Freund Alexander Wilke.

Heute lebt der zweifache Familienvater wieder in Bockum, arbeitet als Unternehmensberater bei Deloitte in Düsseldorf. Kam hat mittlerweile mit dem Tennis in der Medenmannschaft von Blau-Weiß eine weitere Ballsportart für sich entdeckt. „Er ist auch hier das Laufwunder, das ich schon aus gemeinsamen Jugendtagen bei Preussen kenne“, weiß Tennisfreund Patrick Ploenes. Als fester Bestandteil der Altherrenmannschaft seines Jugendvereins bleibt er Houbert-Houben weiter treu. Groß gefeiert wird am Samstag.

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