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Für HSG Krefeld Niederrhein Torwart Oliver Krechel zählt im Spiel nur der Sieg

Handball Dritte Liga : Für HSG-Torwart Oliver Krechel zählt nur der Sieg

Der Schlußmann des Krefelder Handball-Drittligisten lässt gerne im Spiel seinen Emotionen freien Lauf, ist aber privat ein ruhiger Familienmensch.

Wer Oliver Krechel, den Torwart und Kapitän der HSG Krefeld Niederrhein, mal ausserhalb des Spielfeldes begegnet, dem kommt der 29-Jährige direkt sympathisch vor. Der gebürtige Sauerländer ist mit seiner freundlichen Art und Weise sogar so etwas wie der Schwiegersohn, den sich sicherlich alle Mütter für ihre Tochter wünschen. Doch da gibt es noch einen anderen Oliver Krechel, der mit seiner Mannschaft um die Punkte kämpft, im Tor jeden Ballwurf parieren will und nach erfolgreicher Abwehr den rechten Arm mit erhobenen Zeigefinger in die Höhe streckt und lautstark wie eine wilde Bestie ein Jaaaaa hinaus tönt.

„Das habe ich schon öfters gehört, aber ich kann warscheinlich selber relativ wenig dagegen sagen. Manchmal gehen mit mir die Pferde durch, da zählt für mich nur der Sieg“, kommt von Krechel darauf angesprochen die Antwort. Zu Hause werden dagegen die Pferde im Stall gelassen, denn da sind Ehefrau Sarah und die zweijährige Tochter Emmi die wichtigesten Personen in seinem Leben. „Ich bin ein Familienmensch und versuche so viel Zeit wir möglich mit meiner Familie zu verbringen. Es ist mir zum Beispiel sehr wichtig, das ich unsere Tochter morgens zur Tagesmutter bringe und dort Nachmittags auch wieder abhole. Das ist für mich eine wertvolle Zeit und die möchte ich nicht missen“, gibt Krechel einen Einblick in sein Familienleben.  Da er Beruflich und Handballmäßig viel unterwegs ist geht es mit Emmi dann auch mal gerne auf den Spielplatz, es wird mit der Eisenbahn gespielt oder es wird mit Ehefrau Sarah zu Dritt was unternommen. Natürlich ist die Familie bei Heimspielen auch in der Halle zum anfeuern dabei. Ob es schon mal einen Kommentar wegen seines Verhaltens im Tor von der Ehefrau gab, daran kann sich Krechel nicht genau erinnern: „Vielleicht früher mal, sie kennt mich ja schon eine ganze Weile. Ich glaube sie hat das akzeptiert wie ich auf dem Feld bin. sie feuert mich auch an und ist mit Leib und Seele dabei.“ Für Krechel ist Handball ein Spiel mit puren Emotionen. „Der Mannschaft mit Paraden zu helfen hat für mich oberste Priorität. Dann kommt es bei mir auch wie in Exstase heraus“, glaubt Krechel, das gerade das auch ein Wink für die Mannschaft ist. Doch die Nummer 22 kann auch anders, wenn zum Beispiel ein Abpraller wieder beim Gegner landet und der ein Tor erzielt. „Da kommen manchmal von mir Worte der Enttäuschung, warum nicht richtig reagiert wurde. Ich glaube aber alle wissen wie es gemeint ist“, fügt Krechel hinzu. Auf den Gegner von Samstag, die HG Saarlouis, bereitet er sich vor wie auf jeden Gegner. Allerdings anders als er noch in Liga eins und zwei spielte.  „Ich habe zwei, drei dicke Ordner voll mit Spickzetteln von Spielern, wie sie werfen. Von der Dritten Liga habe ich noch nicht viele, aber Gewohnheiten ändern sich nicht und es gibt ja noch das Rückspiel“, sagt krechel weiter.

HSG-Trainer Felix Linden hat seine Mannschaft auf Saarlouis akribisch vorbereitet: „Von den bisherigen Ergebnissen sind die aktuell die stärkste Mannschaft in der Dritten Liga. Wir müssen dort disziplinierter spielen und hellwach sein als bei unserem Spiel in Dansenberg. Wir wollen dort ein gutes spiel abliefern und zwei Punkte mitnehmen.“ Für ihn kann es ebenfalls ein wichtiger, dass in Saarlouis ein sogenanntes Geisterspiel stattfinden und die Zuschauer der Heimmannschaft nicht helfen können durch lautstarke Anfeuerung sie weiter hoch zu pushen.