Frauen des SV Bayer Uerdingen gewinnen das erste Finale um die Deutsche Meisterschaft im Wasserball in Spandau

Wasserball : Tür zum Titelgewinn weit aufgestoßen

Im ersten Finalspiel im Kampf um die Deutsche Meisterschaft gewinnen die Seidenstadtgirls des SV Bayer Uerdingen bei den Wasserfreunden Spandau knapp mt 9:8. Für die Bayer-Herren war Berlin dagegen diesmal keine Reise wert.

Ein altbekannter Spruch lautet „Aller guten Dinge sind Drei“ und genau diesen haben die Wasserballerinnen des SV Bayer Uerdingen rechtzeitig im ersten Finalspiel um die Deutsche Meisterschaften gegen die Wasserfreunde Spandau beherzigt. Nachdem in der Hauptrunde zweimal gegen die Berliner verloren wurde, gewann das Team von Trainer George Triantafyllou hauchdünn mit 9:8 und hat nun am kommenden Wochenende zu Hause gute Karten den Titel an den Waldsee zu holen.

Die Seidenstadtgirls überraschten die vor dem Spiel siegessicheren Gastgeberinnen gleich zu Beginn. Sophia Eggert eröffnete mit dem 1:0 den Torreigen, den die Uerdinger schnell auf 3:0 ausbauten. Doch noch vor Abschluss des ersten Viertels kam Spandau wieder heran. Trotz eines Rausstellungsverhältnisses von 14:6 zu Gunsten der Gastgeber behielten die BayerFrauen die Ruhe. Besonders die starke und sichere Verteidigung sorgte dafür, dass Spandau an den Blockarmen oder der starken Schlussfrau Jannika Schmidt scheiterte. Die Schlussphase entsprach dann einem typischen Finalthriller. Mit einer Zwei-Tore-Führung startete Bayer in die letzte Spielminute, kurz vor Schluss traf Spandau zum 8:9. Es folgten 15 hektische Sekunden. Mit einem letzten Verzweiflungswurf versuchte die Spandauer-Torfrau den Ball vergeblich ins gegnerische Tor unterzubringen. Der Siegesjubel auf der Uerdinger Bank währte jedoch nur kurz, denn noch während der Ball in der Luft war, hatte Spandau eine letzte Auszeit genommen. So gab es nach dem vermeintlichem Schlusspfiff einen erneuten Ballbesitz für Spandau und drei Sekunden auf der Uhr, die Bayer aber schadlos überstand. Was folgte war ein grenzenloser Jubel auf der Uerdinger Seite.

Für die Bayer-Männer war die Reise nach Berlin dagegen nicht lohnenswert, gab es doch gegen die SG Neukölln eine dicke 3:19-Klatsche mit auf den Heimweg. Die hohe Niederlage lässt sich allerdings auch dadurch erklären, dass Bayer abermals mit Personalproblemen zu kämpfen hat. Dieses Mal ging statt des etablierten Bundesliga Teams größtenteils die zweite Mannschaft an den Start. Allein Kapitän Gerrit Pape, Gergely Antal und Dustin Bauch waren als Stammkräfte aus der ersten mannschaft anwesend. Der Ausfall von Führungsspielern wie Lazar Kilibarda, Gergö Kovács, Veljko Stanimirovic oder Sven Roeßing machte sich im Wasser entsprechend stark bemerkbar. Schon zur Halbzeit stand es 9:0 für die Gastgeber. Auch im dritten und vierten Viertel konnten die Herren vom Waldsee, die mit nur elf Spielern angereist waren, allein drei Tore erzielen. Nach den zuletzt guten Auftritten war das Spiel gegen die Neuköllner ein herber Rückschlag im Kampf um den Aufstieg in die Gruppe A, der allerdings von den Verantwortlichen des Vereins kein Muss ist. „Das käme für uns auch viel zu früh. Für uns ist es wichtig, dass unser eigener Nachwuchs erfolgreich in die erste Mannschaft integriert wird“, sagte Bayers Wasserball-Abteilungsleiter Rainer Hoppe.