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Elmar Schmittz vom KEV 81 ist entsetzt: Keine Zuschauer, aber Eishockey-Oberligisten rüsten auf

KEV-Trainer Elmar Schmitz: : Auch ohne Zuschauer rüsten die Eishockey-Oberligisten auf

Während in der Yayla-Arena der Deutschland-Cup ausgespielt wird, startet am Freitag auf der anderen Straßenseite in der Rheinlandhalle der KEV 81 in die neue Saison der Eishockey-Oberliga.

(JH) Weil die drittklassige Eishockey-Oberliga als Profiliga eingestuft wird, beginnt am kommenden Freitag der Spielbetrieb. Ursprünglich war der Saisonstart für den 16. Oktober vorgesehen, wurde aber wegen der Corona-Krise verschoben. In der Oberliga Süd und Nord kämpfen jeweils 13 Teams um Punkte. Alle Spiele müssen zumindest im November auf Grund der Verfügungslage wegen der Corona-Pandemie ohne Zuschauer stattfinden.

In der Oberliga Nord ist die U23 des KEV 81 mit dabei, die am Freitag um 19.30 Uhr in der Rheinlandhalle den Liganeuling Diez-Limburg empfängt. Bei den Krefeldern ist Sportvorstand Elmar Schmitz auch gleichzeitig Trainer. Solange der Nachwuchs wegen des Lockdowns nicht trainieren und spielen kann, wird er vom U20 Trainer Robin Beckers unterstützt. Schmitz freut sich, dass es nun endlich los geht, sieht aber auch Probleme: „Wir konnten bereits am 10. August mit dem Eistraining beginnen, das war schon ein Privileg. Durch die Verschiebung des Saisonstarts und durch den Ausfall von fünf der geplanten zwölf Testspiele war die Vorbereitung doch recht zerfahren. Zum Saisonstart werden wir noch nicht auf dem Niveau sein, wo wir hin wollen.“

Personell hat der KEV sein Team auf einigen Positionen umgebaut und die Verantwortlichen verzichten ganz auf Ausländer. Das Team ist dadurch noch jünger geworden. „Wir haben die Mannschaft nicht verstärkt. Alleine durch die Abgänge der beiden Kontingentspieler Jeremiah Lüdtke und Michael Jamieson fehlen uns etwa 100 Scorerpunkte, das zu kompensieren, wird nicht einfach. Wir wollen aber den jungen Spielern noch mehr Eiszeit geben und sie weiter fördern, um sie an den Profibereich heranzuführen. Natürlich minimieren wir durch den Verzicht auf Kontingentspieler auch die Kosten, was gerade auch in Corona-Zeiten wichtig ist“, erklärt Schmitz. Er will sich nicht auf eine genaue Platzierung festlegen, liebäugelt aber damit, zumindest einen Liganeuling, die Hammer Eisbären, hinter sich zu lassen: „Hamm ist neben unserem Team das Einzige, was nicht unter Vollprofibedingungen arbeitet.“ Für den Rüstungswettlauf vieler anderer Vereine hat Schmitz wenig Verständnis: „Die Clubs verpflichten Topprofis und können sie nicht den Zuschauern zeigen. Insgesamt ist die Liga stärker geworden und der Abstand zu den Topteams hat sich vergrößert.“ Seine Favoriten sind Titelverteidiger Tilburg, der  wegen der Verfügungslage in den Niederlanden zumindest in den ersten vier Wochen alle Spiele auswärts austrägt und der Herner EV. Eine Überraschung traut er Rostock zu. Dass vor allem auch deshalb, weil sie mit dem Kanadier Matthew Pistilli einen für diese Liga überragenden Stürmer an Land gezogen haben. Vorangehen beim KEV soll  der neue Kapitän Adrian Grygiel, der im Sommer zu seinem Stammverein zurückgekehrt ist. Der zweite Neuzugang Julius Bauermeister hat auch Krefelder Wurzeln und soll mit seiner Erfahrung aus 190 Oberligaspielen der Abwehr Halt geben. Fest eingeplant sind auch Torhüter Nils Kapteinat und Stürmer Adam Kiedewicz als Förderlizenzspieler der Pinguine. Zusätzlich setzt der KEV auf die Kooperation mit den Löwen Frankfurt aus der DEL 2. „Das ist eine eingespielte Sache“, sagt Schmitz.