Lokalsport Eklat bei KFC-Mitgliederversammlung

Regionalliga · Fußball: Bei der Jahreshauptversammlung ist um ein Haar eine Schlägerei verhindert worden. Lakis bleibt im Amt.

 Die Verantwortlichen beim KFC Uerdingen vor der Sitzung: v.l. Verwaltungsratsvorsitzender Andreas Galland, Vorsitzender Lakis, Stefan Kaiser (Verwaltungsrat), Tuncay Yilmaz (2. Vorsitzender), Herbert Steinhauer (Ehrenratsvorsitzender) und Klaus Bäcker (Verwaltungsrat).

Die Verantwortlichen beim KFC Uerdingen vor der Sitzung: v.l. Verwaltungsratsvorsitzender Andreas Galland, Vorsitzender Lakis, Stefan Kaiser (Verwaltungsrat), Tuncay Yilmaz (2. Vorsitzender), Herbert Steinhauer (Ehrenratsvorsitzender) und Klaus Bäcker (Verwaltungsrat).

Foto: Thomas Lammertz

Bei der Mitgliederversammlung des KFC Uerdingen ist es gestern Abend zu einem peinlichen Eklat gekommen. Als es darum ging, den Vorstand und den Verwaltungsrat des Regionalligisten zu entlasten, erhitzten sich die Gemüter bei der Frage nach einem Protokollführer der Sitzung so sehr, dass der Ordnungsdienst eingreifen musste. Tumultartige Szenen spielten sich ab, eine Schlägerei drohte sogar. Angeblich seien dabei Mitglieder vom Ordnungsdienst bedroht worden, und angeblich soll dieses Gruppe von Fans zuvor massive Beleidigungen gegen den Vorstand geäußert haben. Sogar die Polizei wurde daraufhin verständigt. KFC-Boss Lakis unterbrach daraufhin die Sitzung und kündigte an, Strafanzeige gegen die Gruppe zu stellen.

Lakis selbst bleibt indes Vorsitzender des KFC Uerdingen. Das ist das wohl erst einmal wichtigste Ergebnis der Mitgliederversammlung gestern Abend im Haus Gietz. Im Amt bleiben außerdem auch die Verwaltungsratsmitglieder Andreas Galland, Klaus Bäcker und Stefan Kaiser, die sich, obschon Lakis dies angekündigt hatte, doch nicht zur Wiederwahl gestellt hatten - "mangels Alternativen", sagte Galland, wobei sich gestern gleich vier Kandidaten zur Verfügung stellten. Neu im Verwaltungsrat sind SPD-Ratsmitglied Mustafa Ertürk und Harald Grassen.

Mit Spannung war im Vorfeld auch der Bericht des Wirtschaftsprüfers für die Zahlen von 2012 erwartet worden. Dieser ergab, dass aus dem Abschluss nicht plausibel ersichtlich ist, ob er vollständig ist weil der KFC keine Offene Posten-Buchhaltung führt. Daher sei nicht ersichtlich, ob eventuell weitere Forderungen noch ausstehen würden. Allerdings: Nur weil Zahlen plausibel sind, heißt das nicht zwingend, dass sie auch aussagekräftig oder nachprüfbar sind. Richtig seien allerdings die Verbindlichkeiten gegenüber der Lakis-Group. Diese sorgten bei der Vorstellung der Gewinn- und Verlustrechnung für das Jahr 2013 für Verwirrung, der noch nicht von einem Wirtschaftsprüfer geprüft worden ist. Unterm Strich nämlich, so erläuterte Verwaltungsrat Stefan Kaiser, habe der Club in dem Jahr ein Minus von rund 58 000 Euro gemacht. Die Verbindlichkeiten gegenüber der Lakis Group hatten per Abschluss zum Jahresende von 2011 1,3 Millionen Euro betragen, wie bei der Mitgliederversammlung im vergangenen Januar mitgeteilt wurde. Gestern allerdings, so stand es zu lesen, betrugen die Verbindlichkeiten gegenüber der Firma des Vorsitzenden rund 1,15 Millionen Euro. Dies hätte eigentlich zur Folge haben müssen, dass an Rückzahlungen rund 150 000 Euro geflossen sein müssten. Auch ein Verzicht von Lakis hätte als Gewinn verbucht werden müssen. Wie diese Differenz zustande kommt und in welcher Höhe Lakis selbst den Verein wie auch immer bezuschusst, das wurde gestern nicht ersichtlich - aus den Reihen der Mitglieder fragte allerdings auch niemand daraus. Insgesamt hatte der KFC zum Jahresende 2013 Verbindlichkeiten von rund 1,345 Millionen Euro - 1,15 Millionen gegenüber Lakis, rund 50 000 Euro an eine Brauerei und die so genannte Retter GmbH, sowie weitere diverse Forderungen von rund 150 000 Euro. Verwaltungsrat und Vorstand wurden dennoch mehrheitlich entlastet.

(RP)
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