Leiser Abgang Adrian Grygiel – der letzte aktive Meisterspieler sagt ade

Krefeld · Adrian Grygiel gehört dem Team der Pinguine an, das 2003 Deutscher Meister wurde. 20 Jahre später verabschiedet er sich vom aktiven Sport exakt dort, wo einst alles begann. Ein Rückblick.

Adrian Grygiel, Kapitän des Krefelder EV 81, im Derby gegen Moskitos Essen.

Adrian Grygiel, Kapitän des Krefelder EV 81, im Derby gegen Moskitos Essen.

Foto: Stefan Brauer/Brauer-Fotoagentur

Der Abschied vollzog sich beinahe geräuschlos. Das ist verwunderlich und doch verständlich. Verwunderlich, weil Adrian Grygiel in Krefeld nicht irgendein Eishockeyspieler war; verständlich, weil er dem Eishockey als Teammanager der Pinguine erhalten bleibt. Dennoch gilt es, den Abschied vom aktiven Spieler zu würdigen, denn der inzwischen 39-Jährige blickt auf eine lange und erfolgreiche Karriere zurück, die dort endete, wo einst alles begann: in der Rheinlandhalle. Dort bestritt er sein letztes Spiel als Kapitän der Oberligamannschaft des KEV 81.

1991 machte Adrian Grygiel die ersten Schritte auf dem Eis in Moers, nachdem er zwei Jahre zuvor mit seinen Eltern aus Polen nach Kamp-Lintfort gekommen war. „Aber bevor ich dich im Verein anmelde, musst du gut Schlittschuh laufen können“, sagte sein Vater ihm damals. So ging es zum KEV in die Knabenmannschaft, die von Peter Kaczmarek trainiert wurde. „Adi war läuferisch schon gut ausgebildet, als er zu uns kam“, sagt Kaczmarek, der zu dieser Zeit auch den ein Jahr älteren Christian Ehrhoff unter seinen Fittichen hatte. Beide sind seit dieser Zeit auch gut befreundet und wurden 2003 mit den Pinguinen Deutscher Meister. Und daran erinnert sich Grygiel natürlich noch genau. „Ich war damals mit 19 Jahren einer der jüngsten Spieler in der Mannschaft. Für mich war der Meistertitel der Höhepunkt meiner Karriere“, sagt er. In der Meistersaison bestritt er 60 Spiele, steuerte sieben Treffer und sechs Torvorlagen zum Titel bei. „Für mich war es beeindruckend zusehen, wie viele Leute vor dem vierten Spiel an der Rheinlandhalle in Zelten übernachtet haben, um an Karten zu kommen“, erinnert er sich. „Als wir dann in Köln den Titel geholt haben und wir auf dem Theaterplatz empfangen wurden, das war für mich ein unglaubliches Gefühl. Die ganze Stadt war damals im Ausnahmezustand.“

Eine weitere Sternstunde in seiner Karriere erlebte Grygiel gut anderthalb Jahre später. In seinem zweiten Zuhause, der Rheinlandhalle, erzielte er beim 3:2 gegen Mannheim das Siegtor. Es war für die Pinguine das letzte Spiel in der „Alten Dame“ vor dem Umzug in die neue Arena. „Ich erinnere mich noch genau an dieses Tor. Aus dem eigenen Drittel bin ich gestartet und habe den Puck genau in den Winkel geschossen“, blickt der Schütze des letzten DEL-Tores in der Rheinlandhalle zurück. Sein erstes Tor für die Pinguine hat er natürlich auch in der Rheinlandhalle erzielt. „Das war im Oktober 2000 beim 3:1-Sieg gegen Essen. Ich habe da gleich ein Doppelpack geschnürt. Der Puck hat bei mir zu Hause in der Vitrine einen Ehrenplatz“, sagt Adi. Ein Dreierpack ist ihm in der DEL nicht gelungen, dafür aber in der Nationalmannschaft. „Das war im April 2011 unter Bundestrainer Uwe Krupp beim Testspiel gegen Österreich in Rosenheim.“

Seine größte Enttäuschung erlebte er 2007 in Nürnberg. „Nach einer tollen Hauptrunde haben wir die Finalserie mit 0:3 gegen Mannheim verloren.“ Sein Fazit nach sechs Jahren in Nürnberg und vier in Augsburg ist positiv. „In Bayern habe ich mich sehr wohlgefühlt, dort sind auch unsere beiden Kinder geboren“, sagt der in Krefeld-Elfrath wohnende Familienmensch.

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