Krefeld: Die Prinzessin auf dem Eis

Krefeld: Die Prinzessin auf dem Eis

Katharina Gierok ist Krefelds größtes Eiskunstlauf-Talent. Bei der jüngsten Deutschen Meisterschaft wurde die 18-Jährige Achte. Ziel ist die Olympia-Teilnahme 2014. Am 27. April tritt sie im König-Palast mit vielen Weltstars auf.

Einer Freundin im Kindergarten hat es Katharina Gierok zu verdanken, dass sie von der Teilnahme an den Olympischen Spielen 2014 träumen darf. Die nahm sie vor mehr als zehn Jahren spontan mit zur Laufschule für Kinder des Schlittschuhclubs Krefeld (SCK).

"Ich fand das da gleich toll und bin mehrmals hingegangen", erzählt die 18-Jährige. "Ich bin beim Eiskunstlauf hängengeblieben."

Schon nach kurzer Zeit wurde sie Mitglied beim Eissport-Verein Krefeld, trainierte dort drei bis vier Mal pro Woche. Weil in Krefeld in den Sommerferien die Eishalle nicht verfügbar war, trainierte Gierok zwei Wochen im Leistungszentrum in Dortmund – erfolgreich. Der damalige Coach erkannte Katharinas Talent. Seit neun Jahren trainiert Gierok mittlerweile im Dortmunder Leistungszentrum.

In der kommenden Saison wird sie bei Wettkämpfen aber nicht mehr alleine auf dem Eis stehen. "Ich werde nur im Paarlauf starten, da gibt es viel mehr Elemente, Hebungen oder Würfe", erzählt Gierok, die sich nach ihrem achten Platz bei der jüngsten Deutschen Meisterschaft dazu entschied, künftig mit ihrem neuen Partner Florian Just aufs Eis zu gehen.

In Kürze wird Gierok aber auch noch einmal alleine ihr Können auf dem Eis präsentieren – bei einer Gala mit den besten Läufern der Welt. Am 29. April macht "World's Best on Ice" Station im Krefelder König-Palast. Mit dabei sind Stars wie der Russe Jewgeni Plushenko, die deutschen Olympia-Medaillen-Gewinner Aljona Savchenko und Robin Szolkowy, der Schweizer Stéphane Lambiel – und auch Katharina Gierok.

Sechsmal Training pro Woche

Es gehört eine gehörige Portion Disziplin dazu, um es beim Eiskunstlaufen zur großen Karriere zu schaffen. Sechs Mal pro Woche reist die Marienschülerin (im nächsten Jahr stehen die Abitur-Prüfungen an) zum Training ins Ruhrgebiet. Direkt nach der Schule setzt sich die 18-Jährige in den Zug, abends – gegen 21 Uhr – holen Vater, Mutter oder Opa sie vom Training wieder ab. Am Wochenende wird sogar mehrmals am Tag trainiert. "Ohne die Unterstützung meiner Familie würde ich das alles gar nicht schaffen. Sie ist eine sehr große Hilfe", sagt Katharina.

Ein großer Aufwand für einen großen Traum. "Ich möchte bei den Olympischen Spielen 2014 in Sotschi dabei sein, das ist mein Ziel", sagt Gierok, die in ihrer Freizeit gerne Bilder malt oder Lieder auf dem Klavier spielt. Doch dafür hat Katharina momentan nur ganz wenig Zeit. Lieber zieht sie ihre Schlittschuhe an und begibt sich aufs Eis. "Mir macht das großen Spaß, ich möchte abends eigentlich gar nicht mehr raus aus der Halle."

Nach dem Abitur will die Gierok sich in Dortmund eine Wohnung suchen und sich mit noch größerem Trainingspensum einen Platz bei der Sportförderung der Bundeswehr erkämpfen. Großen Druck macht sie sich aber nicht. "Mal sehen, wie sich alles so entwickelt."

(RP)