Die Krefelderin Pia Schleicher feierte mit 12 Jahren eine gute EM-Premiere.

Kutschfahren : Pia Schleicher: EM-Debüt mit 12 Jahren

Die Krefelderin nahm drei Tage nach ihrem 12. Geburtstag an der Kutschfahr-Europameisterschaft in Ungarn teil.

Pia Schleicher strahlt. „Es war ein super Erlebnis. Die Älteren haben mich toll aufgenommen und es waren viele nette Leute da. In der Dressur hat es bei mir auch super geklappt“, sagt die Zwölfjährige. Gerade kam sie von der Europameisterschaft im Kutschfahren zurück, wo sie erstmals international auftrat. Dabei legte sie mit einem 9. Platz in der U-14 einen guten Start zu ihrer internationalen Karriere hin.

Zunächst sah es sogar nach einem besseren Ergebnis aus. Nach der ersten Prüfung, der Dressur, lag sie aussichtsreich auf Rang zwei. Dann aber verletzte sich das Pferd leicht und so reichte es im Gelände nur zum 13. Platz. „Man muss aber auch sagen, dass gerade die Osteuropäer durch alle Altersklassen hindurch im Gelände überragend waren“, sagt Mutter Kai-Maria, selbst mehrfache NRW-Meisterin. Sie fuhr mit der Tochter gen Ungarn und unterstützte die zweitjüngste Teilnehmerin des Turniers. Erst drei Tage vor dem Beginn feierte sie ihren zwölften Geburtstag und war damit Teilnahmeberechtigt. Nur eine deutsche Teamkameradin ist noch drei Tage jünger und somit auf den Tag genau Teilnahmeberechtigt.

Im abschließenden Slalom gelang es Pia nicht mehr, den Rückstand aufzuholen. Am Ende wurde sie Neunte. „Ein Platz auf dem Treppchen wäre mit etwas mehr Glück drin gewesen. Aber auch so war es eine tolle Erfahrung für sie“, sagt die Mutter. Dabei sorgte das Wetter allerdings für weniger Zuschauer, als normalerweise da gewesen wären. „Vor Ort waren schon viele Menschen. Angeschaut haben auch wir selbst die Wettbewerbe immer nur, so lange genug Platz im Schatten der Bäume war. Es war durchgehend über 40 Grad. Das war unerträglich“, berichtet die Mutter.

Trotzdem zeigte sie sich besonders erfreut von der Unterstützung der Landsleute. „Wir haben uns gegenseitig super angefeuert. Toll ist auch, wie der Bundestrainer mit den Kindern umgeht. Er hat da wirklich ein gutes Händchen und erklärt alles altersgerecht“, sagt sie. So war es für die junge Krefelderin insgesamt eine tolle Erfahrung, die sicher in den kommenden Jahren auch zu noch besseren Ergebnissen führen wird. Und auch zu erzählen hat sie nach den Ferien einiges. Über die Tour mit dem Auto nebst Pferdehänger bis nach Ungarn, die Wettbewerbe oder die Menschen, die sie traf.

In Ungarn sei beispielsweise die Verständigung sehr schwierig gewesen, erzählt die Familie. Wenige Menschen dort seien in der Lage oder Willens gewesen, Englisch oder eine andere Sprache zu sprechen. Ungarisch wiederum war der deutschen Delegation nicht bekannt. So hielt sich der Kontakt mit Einheimischen in Grenzen. Viele neue Bekannte aus aller Herren Länder fanden sie aber dennoch. In den kommenden Jahren können hier sicher noch viele hinzukommen.