Die HSG Krefeld zeigte trotz vieler Ausfälle eine starke Leistung in Ahlen.

Handball 3. Liga : Kuhfuß hält die Abwehr dicht

Der Kreisläufer der HSG Krefeld zeigt beim 39:23 in Ahlen eine starke Leistung und ist am höchsten Auswärtssieg der Vereingeschichte beteiligt. Der Meister der dritten Handball-Liga hält das Niveau und fiebert der Relegation entgegen.

„Ich hatte vor dem Spiel durchaus Sorge, dass meine Jungs die Spannung verlieren und nach dem Gewinn der Meisterschaft nicht so konzentriert sind“, sagt HSG-Krefeld-Trainer Ronny Rogawska nach dem 39:23-Sieg in Ahlen. Dann aber beginnt er zu lachen. „Das ist aber wohl nicht passiert.“ Diese Einstufung darf als Understatement bezeichnet werden, denn was sein Team zeigte, war beeindruckend. Am Ende stand der höchste Auswärtserfolg der Vereinsgeschichte.

Dabei waren die Krefelder mit einem absoluten Rumpfkader angetreten. Damian Janus, Stefan Nippes und Jonas Vonnahme waren noch nicht so weit. Marcel Görden wurde nach seiner Verletzung geschont. Gleiches galt noch für David Hansen. „Er hat immer noch Probleme mit seinem Rücken und jetzt haben wir eine zweiwöchige Pause durch Ostern. Die wollen wir ihm geben“, sagt Rogawska. Und auch Karl Roosna stand wegen einer Nationalmannschaftsabstellung nicht zur Verfügung.

Das alles aber war den Krefeldern in keiner Phase anzumerken. Sie standen vor dem starken Paul Keutmann, der diesmal das Tor hütete, sehr stabil und spielten beeindruckenden Tempohandball. Gerade nach der Halbzeit war es speziell der junge Keeper, der immer mehr aufdrehte und auch offensiv Impulse setzte. Ein um‘s andere Mal fing er Bälle ab und warf sofort den langen Pass. Anfangs fand er damit mehrfach Dorian Woestmann, später dann Max Zimmermann. Der schnelle Außen kam kurz vor der Halbzeit ins Spiel und drückte diesem, gemeinsam mit Keutmann, sofort den Stempel auf. In den ersten achteinhalb Minuten traf der Torjäger fünf Mal.

„Das hat mir sehr gefallen. Unsere Torhüter haben im Umschaltspiel alle eine große Qualität und in diesem Spiel und speziell in dieser Phase haben wir das hervorragend ausgespielt“, sagt Rogawska. Zufrieden zeigt sich der Übungsleiter auch mit dem Spiel seiner beiden Kreisläufer. „Beide haben sehr stark gespielt. Diesmal habe ich Lars Jagieniak in der Offensive spielen lassen. Gerrit Kuhfuß hat nur in der Abwehr gespielt. Hinten waren beide sehr stark, aber Lars hat auch im Angriff seine Sache sehr gut gemacht.“

Damit zeigen sich die Krefelder auch für den Fall eines weiteren Ausfalls von Kapitän Görden gut gerüstet. Doch egal, ob der scheidende Leistungsträger, der seine Karriere auf höchstem Niveau beendet und in die Landesliga zu seinem Stammverein Hülser SV zurückgeht, in den kommenden beiden Spielen aufläuft oder nicht: In der Relegation will er unbedingt dabei sein. Er wird sich diese Spiele nicht entgehen lassen. Nicht nur deshalb sieht die Zukunft für die Schwarz-Gelben sehr gut aus. Derzeit zeichnet sich ab, dass die Krefelder vielleicht sogar in Bestbesetzung in die Relegation gehen können. Nach den vergangenen Jahren, in denen oft kaum eine spielfähige Mannschaft zusammen kam, wäre das die perfekte Voraussetzung für das ganz große Ziel: die zweite Liga.

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