Handball: Deutschland kämpft um das WM-Ticket

Handball : Deutschland kämpft um das WM-Ticket

Unter Junioren-Bundestrainer Markus Baur will die Handball-U21-Nationalmannschaft am Wochenende im Qualifikationsturnier in der Krefelder Glockenspitzhalle das Ticket zur Weltmeisterschaft im Juli in Bosnien-Herzegowina lösen.

Als langjähriger Handball-Nationalspieler ist Markus Baur es gewohnt, sich direkt zu Beginn des Jahres auf ein Großereignis vorzubereiten. Wie etwa vor der Heim-WM 2007 in Deutschland, als der damalige Kapitän am Ende sogar den Weltmeisterpokal in die Decke der Kölnarena recken durfte. Sechs Jahre später steht er vor seinem ersten wichtigen Turnier als Junioren-Bundestrainer.

Ab Freitag spielt die deutsche U21-Nationalmannschaft in der Krefelder Glockenspitzhalle um die Qualifikation zur Weltmeisterschaft in Bosnien-Herzegowina (14. bis 28. Juli). Nur der Sieger der Vierergruppe mit Finnland, Österreich und Tschechien erhält das Ticket.

"Als Trainer ist es was ganz anderes als Spieler. Man muss sich viel früher Gedanken machen", sagt Baur, der als Coach bereits Erfahrungen beim Schweizer Erstliga-Klub Pfadi Winterthur und den deutschen Bundesligisten TBV Lemgo sowie TuS Nettelstedt-Lübbecke gesammelt hat.

Schon vor Weihnachten versammelte sich Baurs Mannschaft zu einem einwöchigen Lehrgang im münsterländischen Warendorf und absolvierte unter anderem ein Testspiel gegen die Niederlande, das die DHB-Auswahl mit 27:14 deutlich gewann.

Gestern ist die deutsche Junioren-Auswahl in Krefeld angekommen und hat sich wie auch ihre drei Gruppengegner im Traarer Mercure-Hotel einquartiert. Bis zum ersten Spiel am morgigen Freitag (18 Uhr) gegen Finnland werden die Baur-Schützlinge viermal in der Glockenspitzhalle trainieren. Der Großteil des Teams kennt die Örtlichkeit allerdings schon.

Die U20 qualifizierte sich im April des vergangenen Jahres an selber Stelle noch unter der Leitung von Baurs ehemaligem Nationalmannschaftskollegen Christian Schwarzer für die Europameisterschaft.

Auch der Krefelder Alexander Feld war bereits damals dabei. Der Zweitligaprofi vom SC DhfK Leipzig bekleidet als Mittelmann die Position, die sein Trainer noch zu aktiven Zeiten inne hatte. "Alex ist im Angriff wichtig, um unser Spiel zu organisieren", lobt Baur seinen Erben.

Trotz der Ausfälle der Lemgoer Patrick Zieker (Meniskus) und Finn Lemke (Drüsenfieber) ist der Weltmeister-Kapitän mit einem 18-köpfigen Kader in die Seidenstadt angereist. Bis Donnerstagabend muss er noch zwei bis drei Spieler aus dem Aufgebot streichen.

Der Junioren-Bundestrainer ist von der Qualität seiner Mannschaft überzeugt. "Wir konzentrieren uns nur auf uns selbst. Damit fahren wir gut", sagt Baur, der dazu auch auf die deutschen Fans baut. Als Stolpersteine auf dem Weg zur Qualifikation könnten sich noch am ehesten Österreich oder Tschechien erweisen.

(RP/ac/jco)
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