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Deutschland-Cup bleibt in Krefeld

Eishockey : Der Deutschland-Cup bleibt in Krefeld

DEB-Präsident Franz Reindl zog am Sonntag nach dem Finale trotz der widrigen Umstände wegen der Corona-Krise eine positive Bilanz. Das Turnier war ein wichtiges Signal für die Deutsche Eishockey-Liga.

Samstag war nicht nur in Amerika ein historischer Tag. In der Krefelder Yayla-Arena fand zum ersten Mal in der Geschichte des deutschen Eishockeys ein internationaler Ländervergleich vor leeren Rängen statt, weil wegen der Corona Krise keine Zuschauer erlaubt waren. Während in Übersee und auch weltweit nach der Präsidentenwahl mehr Freude als Enttäuschung herrschte, passte die Atmosphäre beim Spiel zwischen Deutschland und Lettland überhaupt nicht zu der schnellsten Mannschaftssportart der Welt. Die Fans wurden schmerzlich vermisst.

Mehr als ein schwacher Trost für diese Geisterveranstaltung ist die Tatsache, dass der Deutschland Cup auch 2021 in der Yayla Arena stattfindet, obwohl der Dreijahresvertrag mit der Seidenweberhaus GmbH abgelaufen ist. „Das habe ich schon im Vorfeld angekündigt. Die Stadt Krefeld und die Verantwortlichen der Arena machen für uns alles. Wir haben ja auch Vereinbarungen, die abhängig von den Zuschauern sind. Ich glaube, wenn man so eine außergewöhnliche Situation hat, ist es die partnerschaftliche Pflicht und die erste Option, hier die Gespräche zu führen, was wir auch schon gemacht haben. Wir sind bereit, nochmal zu kommen. Das schulden wir der Stadt und der Arena. Die Bedingungen sind optimal, auch im Umfeld. Friedhelm Funkel hat uns mit dem Mercure-Hotel in Traar einen guten Tipp gegeben,“ sagte DEB-Präsident Franz Reindl. Er gehe nicht davon aus, dass Krefeld 2021 nicht Austragungsort sein will.

Trotz der widrigen Umstände und der Probleme im Vorfeld durch die Absagen der drei eingeladenen Teams zog Reindl ein positives Fazit: „Das sind für alle schon besondere Momente, wie das alles abläuft. Die Organisation vor dem Turnier war schwierig. Das hat sich dann aber ganz gut entwickelt. Hier in Krefeld hat alles sehr gut funktioniert.“ Es sei beeindruckend, wie alle die Hygiene-und Durchführungsbestimmungen umgesetzt haben: „Das ist sportlich und im Umfeld eine komplette Teamarbeit. Ich habe den größten Respekt vor der Leistung unserer beiden Mannschaften.“ Gelungen sei das Turnier, wenn es keinen einzigen Corona-Fall gibt: „Wir wollen beweisen, dass es trotz Lockdown möglich ist, Eishockey zu spielen. Sportlich ist das Turnier natürlich anders, als wenn vier Nationen um den Sieg fighten. Aber wir haben das beste aus der Situation gemacht.“

Das sah am Sonntag nach dem Finale auch Steffen Ziesche trotz der 2:3-Niederlage nach Verlängerung so: „Ich glaube, dass wir unserer Verantwortung schon gerecht geworden sind. Es war wichtig, dass die Jungs wieder in den Regelbetrieb zurückkommen können und ja - ich glaube schon, sie haben es genossen“, sagte der Coach, der den kranken Chefcoach Toni Söderholm vertrat.“ Zum sportlichen Abschneiden sagte der Meister-Torschütze der Pinguine von 2003: „Wir haben uns schon in den vier Tagen als Mannschaft entwickelt. Schade, dass es heute nicht geklappt hat. Ein Spiel dauert 60 Minuten und wir haben zeitweilig nicht das abgerufen, was wir uns vorgenommen haben.“ Auch wenn die Letten innerhalb von 70 Stunden drei Spiele absolvieren mussten, wirkten sie bis zum Schluss spritzig. Besonders Herberts Vasiljevs, der zum Trainerteam Lettlands gehörte, freute sich als Ex-Kapitän der Pinguine, in seinem „Wohnzimmer“ endlich mal einen Titel feiern zu können.