Der Krefelder Radfahrer Marcel Peschges fährt vor allem für Spenden.

Radsport : Kilometer fahren für einen guten Zweck

Radrennfahrer Marcel Peschges gewinnt sein erstes UCI-Rennen. Doch noch wichtiger ist ihm sein karitatives Engagement.

Marcel Peschges trainiert fünf bis sechsmal pro Woche. Je nach Programm dauert eine Einheit zwischen einer und fünf Stunden. Er ist Radrennfahrer, der den Sport auf höchstem Niveau betreibt. Dennoch ist er ein reiner Amateur. Sein Trainingsumfang allerdings steht dem professioneller Athleten kaum nach. „Wenn ich Trainingsfahrten mache, dann gehen die kurzen über 50 bis 80 Kilometer. Wenn ich eine lange Tour mache, dann sind das auch schnell mal 120 bis 150 Trainingskilometer an einem Tag“, berichtet der 22-Jährige.

Mit 13 Jahren begann er mit dem Radsport, seit seinem 17. Lebensjahr trainiert er ziemlich intensiv. Den Traum vom Profi allerdings hat er bereits aufgegeben. „Da ist die Konkurrenz sehr groß, das würde wohl sehr schwer“, sagt er. Sich selbst bezeichnet er als Allrounder. Berge sind nach eigener Aussage nicht seine große Stärke. Er sei eher der Typ für Ausreißergruppen und Zeitfahren. Das bewies er vor wenigen Tagen, als er auf Gouadeloupe bei einer neuntägigen Rundfahrt als Ausreißer mit fünf Sekunden Vorsprung seine erste UCI-Etappe gewann.

Eigentlich fährt der Auszubildende zum Fachinformatiker in der Bundesliga. Seit seinem 17. Lebensjahr geht er für das Embrace the World Cycling-Team aus Bochum an den Start. Zunächst in der U-19, seit drei Jahren in der Senioren-Bundesliga. Hier allerdings steht das Team meist unten in der Tabelle. Der Grund ist einfach: „Wir nehmen oft nur mit kleinen Teams an den Bundesligarennen Teil. Viel wichtiger sind uns Rennen zum Beispiel in Afrika. Dort suchen wir Sponsoren, die für unsere gefahrenen Kilometer Gelder für karitative Zwecke geben“, sagt der Fischelner, der daheim bei Staubwolke mit dem Radsport anfing.

Die Fahrer seines heutigen Teams kommen überwiegend aus NRW, aber es gibt auch solche aus Freiburg oder Hamburg. Der sportliche Ehrgeiz ist natürlich bei allen da, doch die Möglichkeit über den Sport Gutes zu bewirken, steht im Vordergrund. Dafür nimmt Peschges, der sich selbst als „professioneller Hobbysportler“ bezeichnet, auch in Kauf, oft drauf zu zahlen. „Preisgelder und Sponsorengelder, die an uns selbst gehen, senken meist eher die Kosten für Flüge, Material und so weiter. Die Bilanz mit dem Sport ist finanziell gesehen sicher negativ“, sagt er. Das aber stört ihn nicht. Er fährt aus Liebe zum Sport und um etwas zu bewirken.

Entsprechend ausgefeilt sind trotz der knappen Geldmittel seine Trainingsmethoden. „Wir überprüfen jede Fahrt mit Leistungsmessgeräten, die alles aufzeichnen, was ich tue. Mein Trainer achtet schon genau darauf, dass ich gut trainiere“, sagt er. Und so hofft er, bei allem karitativen Einsatz, auch auf weitere Siege. Denn Sportler ist er durch und durch.

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