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DEL- Geschäftsführer Gernot Tripcke zeichnete gestern im Rahmen des Media-Days Krefelds Ex-Kapitän Herberts Vasiljevs als DEL-Legende aus.

Krefeld Pinguine : Bruggisser der Mann mit dem Hammer

Der Verteidiger der Krefeld Pinguine hatte gestern in Mannheim beim „Stars & Skills“-Event der DEL mit 160,1 km/h den härtesten Schuss. Der Däne wird das Team am Freitag als neuer Kapitän anführen. Personalkarussell dreht sich weiter.

Da staunten die Experten nicht schlecht, als Phillip Bruggisser gestern in der Mannheimer SAP-Arena den Puck mit 160,1 km/h in die Maschen hämmerte. Für die meisten Protagonisten, die auf dem Eis oder den Rängen am Stars & Skills Wettbewerb der Deutschen Eishockey-Liga teilnahmen, war der Däne bis dato ein ziemlich unbeschriebenes Blatt. Schließlich spielte er bis auf zwei Kurzgastspiele in Schweden nur in seinem Heimatland. „Na ja, ich wusste zwar, dass ich einen harten Schuss habe. Aber, dass ich hier gewinne, habe ich nicht erwartet“, sagte der 27-jährige Verteidiger.

Es läuft gut für den Neuzugang der Pinguine. Während der Vorbereitung entpuppte er sich schnell als Führungsspieler, und das nicht nur auf dem Eis. Daher bestimmte ihn Trainer Brandon Reid auch als Kapitän. Bereits in den letzten vier Testspielen trug er das „C“ auf der Trikotbrust. „Das ist für mich eine völlig neue Rolle, die mich aber sehr stolz macht und mich zusätzlich motiviert“, sagte er gestern im Gespräch mit unserer Zeitung. Dass die Vorbereitungsspiele insgesamt sehr durchwachsen waren, ist für ihn kein Grund, vor dem Auftakt am Freitag gegen Bremerhaven in Panik zu verfallen: „Wir haben Selbstvertrauen genug und wissen, dass wir gegen diese Mannschaft gewinnen können. Grundsätzlich ist die Vorbereitung nie ein echter Maßstab, egal, ob man sieben Spiele in Folge gewinnt oder verliert.“

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Nicht nur Bruggisser vertrat die schwarz-gelben Farben sehr gut. Stürmer Matthias Trettenes belegte bei den „besten Händen“ Platz drei. Es gewann der Ex-Krefelder Mark Voakes. Greger Hanson trat bei den schnellsten Skatern (“Der Blitz“) an. Der Schwede war zwar blitzschnell und brachte es sogar auf die schnellste Endgeschwindigkeit, fand aber nicht den kürzesten Weg. Am Ende wurde er Neunter. Es gewann der junge Mannheimer Markus Eisenschmid

Beim Team-Wettbewerb belegte das Pinguine-Trio Platz sieben. Es siegten die Adler aus Mannheim. „Mit diesem Platz wäre ich nach der Hauptrunde sehr zufrieden“, sagte Matthias Roos. Der Sportdirektor war bei den Pressevertretern ein gefragter Mann. Schließlich hatte der Einstieg des russischen Investors Mikhail Ponomarev auch überregional für Aufsehen gesorgt. „Ich wurde gefragt, wann wir denn in der KHL spielen“, berichtete Roos. Er habe allerdings sehr deutlich gemacht, dass es bei Ponomarevs Einstieg darum gehe, den Standort Krefeld zu sichern.

Viele der gestern anwesenden Experten sind auf die neuen Pinguine gespannt. Entsprechend unterschiedlich waren die Prognosen. Nur wenige trauen dem Team den Sprung in die Play-offs zu.

Wer am Freitag bei der DEL-Heimpremiere zum Krefelder Team gehören wird, ist weiter fraglich. „Ich werde mich morgen mit den Trainern besprechen, dann sehen wir weiter. Wir werden auf jeden Fall nur die Spieler lizenzieren, die gegen Bremerhaven im Kader sind“, sagte Roos. Gut möglich, dass er bis dahin noch einmal am Personalkarussell dreht: „Ich schließe nichts aus. Wenn wir zum Beispiel einen Spieler wie im Vorjahr Jordan Caron finden, der in unser Preisgefüge passt, schlagen wir natürlich zu.“ Vielleicht gesellt sich auch noch ein neuer Abwehrspieler zum Team. In Mannheim hielt sich das Gerücht, Krefeld sei weiter an Gabe Guentzel interessiert. Der Deutsch-Amerikaner sei bereits im Anflug. Es bleibt also weiter spannend. Roos wird vorerst weiter auch als Inhaber der A-Lizenz mit an der Bande stehen. Bradon Reid wartet noch auf Unterlagen aus Kanada, um bei der DEL eine Sondergenehmigung beantragen zu können.