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Das „Wunder von St. Hubert“ beginnt

Tennis-Bundesliga : Das „Wunder von St. Hubert“ beginnt

Die Herren 30 des TuS St. Hubert sind nach vier Aufstiegen in Folge in der Tennis-Bundesliga angekommen und starten am Samstag mit dem Heimspiel gegen den Uhlenhorster HC als krasser Außenseiter. Neuzugänge gibt es nicht.

Es war schon eine faustdicke Überraschung, als die Herren 30 des TuS St. Hubert am 5. September innerhalb von vier Jahren ihren Durchmarsch von der 2. Verbandsliga bis in die 1. Bundesliga-Nord vollendeten. Zurecht wurde vom „Wunder von St. Hubert“ gesprochen. Denn der Aufsteiger war in der 2. Liga als krasser Außenseiter angetreten. Das ist jetzt auch im Oberhaus dieser Altersklasse der Fall. Schließlich geht der TuS ohne Neuzugänge an den Start. Zum Auftakt kommt am Samstag (13 Uhr) der Uhlenhorster HC aus Hamburg ins beschauliche Kendeldorf. Beim Gegner gehört der Schwede Nicklas Timfjord zum Aufgebot, der zu seinen Glanzzeiten in der Weltrangliste mal auf Rang 261 stand.

Der tolle Teamgeist und die Tatsache, dass es nichts zu verlieren gibt, waren im Vorjahr die Basis für die starken Leistungen aller Spieler. Die beiden Niederländer Bart van Gier und Jeroen van der Ven spielen in ihrem Heimatland noch in der Bundesliga der Herren. „Es macht einfach großen Spaß, für diese Mannschaft zu spielen“, sagte die Nummer zwei des Teams damals nach dem Aufstieg. Sein Landsmann Alexander Nonnekes gehört auch zum Kader, ist aber wie im Vorjahr nicht als Stammspieler eingeplant.

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Mit dem tollen Teamgeist wollen die Herren 30 auch in der Bundesliga für Furore sorgen. „Wir sind von den acht Teams natürlich der krasse Außenseiter, weil wir keine Veränderung im Kader vorgenommen haben“, sagt Bastian Cornelius. Der Mannschaftsführer rechnet sich gegen drei Gegner eine Chance aus: „Einige sagen, wir haben nur gegen Köln eine Chance, aber meine Variante wäre mir lieber. Dafür werden wir alles tun. Alle sind heiß und wollen nicht verlieren.“ Da im Norden drei Teams absteigen müssen, weil die Liga im kommenden Jahr wieder auf sechs Mannschaften reduziert wird, und es einen Aufsteiger gibt, ist für den TuS das Ziel Klassenverbleib zunächst schwer zu erreichen. „Es muss erstmal alles gespielt werden, dann sehen wir weiter“, sagt Cornelius.

Titelverteidiger Buschhausener TC aus Oberhausen ist erneut der Topfavorit. Das Aufgebot, das in Bestbesetzung nur aus Ausländern besteht, wird vom ehemaligen ATP-Spieler Antonio Veic aus Kroatien angeführt. Das gilt auch für den Dorstener TC, dem ebenfalls Titelchancen zugetraut werden und in dessen Aufgebot der Italiener Stefano Galvani herausragt. Beim TuS führt natürlich die Nummer 1 Kevin Deden das Team an, der schon auf der ATP-Tour und in der Bundesliga für Blau-Weiß Neuss spielte.

Durch die Corona-Pandemie war im Winter Training in der Halle so gut wie nicht möglich. Aber an Kraft und Ausdauer wurde praktisch vor der Haustüre im Therapiezentrum von Mario Greuel an der Bahnstraße in St. Hubert zweimal pro Woche hart gearbeitet. „Wer die Spieler seit September nicht mehr gesehen hat, wird das schon erkennen“, sagt Cornelius.

Neben Spitzentennis können sich die Zuschauer auch auf ein bundesligareifes Rahmenprogramm freuen. Das konnte durch viele Sponsoren in die Tat umgesetzt werden. Es werden auf dem Parkplatz vor der Anlage Verpflegungszelte aufgebaut. Dort sind die Spiele auch per Live-Stream zu verfolgen. Es werden T-Shirts verkauft. Der Erlös geht in die Jugendkasse. Anders als im Vorjahr, findet bei den vier Heimspielen gleichzeitig kein anderes Medenspiel statt. Die Obergrenze der Zuschauerzahl liegt derzeit bei 300. Die zahlen keinen Eintritt und können sich über einen QR-Code, der auf Plakat und Flyer heruntergeladen werden kann, anmelden. So werden sie automatisch registriert. Bis Montag waren bereits 200 Karten vergeben.

Der Etat für das „Wunder von St. Hubert“ kann der TuS durch die Unterstützung neuer Sponsoren stemmen, ohne dass Mitgliedsbeiträge benötigt werden. Der Spielplan sieht nur ein weites Auswärtsspiel vor. Da reist das Team am Freitag nach Wernigerode und kehrt erst am Sonntag zurück. Für diese Mannschafts-Tour bekommen die Spieler vom St. Huberter Autohaus Rongen Fahrzeuge zur Verfügung gestellt.

„Unser Mannschaftskollege Frank Högel hat sich bei der Suche nach Sponsoren eine unglaubliche Arbeit gemacht. Es gibt auf der Anlage keine freie Werbeflächen mehr“, sagt Cornelius. Der Teamsprecher, der in Wuppertal wohnt, ist beeindruckt, was in St. Hubert möglich ist: „In der Stadt hätte man das so bestimmt nicht hinbekommen. Auf dem Dorf wollen die Leute so ein Ereignis miterleben und unterstützen. Es ist cool zu sehen, dass am Samstag 200 Leute oder mehr kommen. Das macht unheimlich viel Spaß und steigert beim Team die Vorfreude.“