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Das war Krefelds Sportjahr 2013: Das Tennis-Wunder des HTC Blau-Weiß

Das war Krefelds Sportjahr 2013 : Das Tennis-Wunder des HTC Blau-Weiß

Vor dem letzten Spieltag der Tennis-Bundesliga-Saison war der HTC Blau-Weiß Krefeld quasi schon abgestiegen. Aus eigener Kraft war die Rettung nicht mehr zu schaffen. Doch dann leistete Blau-Weiß Neuss unerwartet Schützenhilfe.

Der HTC Blau-Weiß Krefeld hat spätestens in diesem Jahr eine passende Vereinshymne gefunden. "Wunder gibt es immer wieder", heißt das Lied, das einst Katja Eppstein sang. Nach dem Wunder von Erfurt im vergangenen Jahr, als der Bundesligist das letzte Punktspiel gewann und sich in der Endabrechnung mit drei mehr gewonnenen Spielen rettete, gelang der Mannschaft aus dem Stadtwald diesmal ein noch größeres Wunder, weil sie aus eigener Kraft den Abstieg nicht mehr verhindern konnte.

Der HTC musste am letzten Spieltag sein eigenes Duell in Burghausen gewinnen, was mit 4:2 sehr eindrucksvoll gelang. Dazu war Schützenhilfe von Nöten, die der TC Blau-Weiß Neuss mit seinem 5:1-Erfolg in Bremerhaven ebenso eindrucksvoll leistete. Damit krönten die Krefelder ihr Jubiläum (90 Jahre) mit dem Klassenverbleib und wurden auf der Zielgeraden für ihre teilweise sehr starken Vorstellungen in dieser Saison belohnt. Das schlug sich auch in der Zuschauerzahlen wieder: Mit dem Besuch auf ihrer Sportanlage im Stadtwald waren die Verantwortlichen anders als in den vergangenen Jahren sehr zufrieden.

Vor dem letzten Spieltag ging es ans Rechnen, vier Team konnten noch absteigen. Der HTC Blau-Weiß hatte mit 4:12-Punkten die schlechteste Ausgangssituation. Davor lagen Burghausen, Bremerhaven und Neuss mit jeweils 6:10-Punkten. Bremerhaven und Neuss mussten gegeneinander antreten. Bei einem Unentschieden wären beide gerettet gewesen, weil sie dann jeder 7:11-Punkte hätte. Krefeld würde bei einem Sieg in Burghausen lediglich mit Wacker gleichziehen können, hätte dann also 6:12 Punkte. Burghausen hatte aber ein besseres Matchpunkteverhältnis.

Bei einem 5:1-Erfolg der Krefelder gegen Burghausen, hätten beide 21:33-Matchpunkte gehabt, und dann hätte die Zahl der gewonnenen Sätze entscheiden müssen — Krefeld hatte 41:68, Burghausen 50:59, war also recht klar im Vorteil. Würde Blau-Weiß mit 6:0 gewinnen, wären die Krefelder in jedem Fall vor Burghausen, unabhängig davon, wie sich Neuss und Bremerhaven getrennt hätten. Gäbe es in der Partie zwischen den beiden Teams einen Sieger, würde sich dieser mit 8:12-Punkten retten. Der Verlierer müsste rechnen. Neuss lag vor dem Schlusspieltag um zwei Matchpunkte besser als Krefeld, Bremerhaven um drei. Würde Neuss also mit 2:4 verlieren, müsste Krefeld mit 5:1 gewinnen, um vor den Neussern zu stehen; gewinnt Blau-Weiß auch 4:2, entscheidet das bessere Satzverhältnis. Gewinnt Neuss gegen Bremerhaven 4:2, muss Krefeld 5:1 zum Gleichstand siegen; ein 4:2 würde nicht reichen, um nach Matchpunkten vorbeizuziehen.

Im Nachhinein waren diese Rechenspiele übrigens Makulatur. Wacker Burghausen verkündete im November aus finanziellen Gründen seinen Rückzug aus der Bundesliga, so dass der Bremerhavener TV auch künftig Bundesligist ist - und Krefelds Auftaktgegner 2014.