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Crefelder HTC muss ohne Fans spielen

Hockey-Bundesliga : CHTC muss ohne Fans spielen

Beim Hockey-Bundesligisten bemängelt Koordinator Hans-Werner Sartory die vom Land NRW gekommene neue Corona-Schutzverordnung. Er sieht deswegen seine Sportart ungerecht behandelt.

(svs) Seit dem Mittwoch gilt die neue Fassung der Corona-Schutzverordnung, die auch auf den Sport Auswirkungen hat. Das treibt Hans-Werner Sartory, Koordinator des Hockey-Bundesligisten Crefelder HTC, auf die Palme: „Wir sind absolut dafür, dass Maßnahmen gegen Corona umgesetzt werden. Aber wir sind der Meinung, dass diese Maßnahmen irgendeinen Sinn verfolgen sollten.“ Sein Frust bezieht sich dabei auf den Passus, der festlegt, dass bundesweite Ligen bis auf weiteres ohne Zuschauer stattzufinden haben. Eine Einschränkung, die für regionale Ligen nicht gilt.

Das führt zu Konstellationen, die schwer vermittelbar sind. „Wir haben üblicherweise nicht mehr als 300 Zuschauer bei unseren Spielen. Dazu gibt es ein ausgefeiltes Schutz- und Hygienekonzept, das penibel umgesetzt wird. Ich denke, in dieser Tiefe ist das für einen Fußball-Kreisligisten nicht umsetzbar, allein schon, weil die Manpower dafür fehlt“, sagt Sartory. Dennoch ist es dem CHTC fortan untersagt, Besucher auf die Anlage zu lassen. In anderen Sportarten ist das anders. „Ich will ausdrücklich keiner anderen Sportart etwas wegnehmen. Im Gegenteil. Aber wenn bei uns die Leute unter freiem Himmel nicht rein, beim Handball aber Zuschauer in die Hallen dürfen, dann verstehe ich das nicht“, sagt er und fährt fort: „In Köln gibt es zum Beispiel die Situation, dass Fortuna Köln in der Fußball Regionalliga, der vierten Liga, vor 300 Fans spielen darf – Viktoria Köln in der bundesweiten dritten Liga darf keine Besucher haben. Wo ist da der Sinn?“

Wichtig ist ihm dabei jedoch, zu betonen, dass sich sein Groll in keiner Weise gegen die Stadt richtet. „Die Zusammenarbeit ist hervorragend und wir bekommen immer schnelle Antworten und pragmatische Lösungen. Diese Anweisung kommt jetzt vom Land“, erläutert Sartory,

Beim zuständigen Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales wiegelt man unterdessen ab und schiebt den schwarzen Peter weiter an den Bund. „[...]während für rein landesinterne Wettbewerbe nur die normalen Vorgaben für alle Sportveranstaltungen in NRW aus der CoronaSchVO gelten. Die bundesweiten Regelungen beruhen auf einer bundesweiten Absprache zwischen Bund und Ländern, die im Fall des Fußballsports auch eng mit den Konzepten der DFL und mit der DFL abgestimmt wurde. Diese Regelungen enthalten ab Inzidenz 35 einen kompletten Zuschauerausschluss“, heißt es beim Ministeriums. Für Sartory mindert das den Ärger nicht. „Es für mich völlig unverständlich, dass alle Sportarten hier dem Fußball untergeordnet werden, obwohl die Anforderungen ganz andere sind. Bei uns zum Beispiel gibt es traditionell praktisch keine Fans, die ihre  Teams zu langen Auswärtsfahrten begleiten“, sagt er und nimmt damit das inhaltliche Argument des Landes vorweg. „Die größeren Restriktionen bei den Zuschauern sind dadurch begründet, dass bei bundesweiten Wettbewerben Zuschaueraufkommen zusätzlich – selbst bei dem formalen aber kaum kontrollierbaren Ausschluss von Gäste-Tickets mit bundesweiten Reisetätigkeiten verbunden ist und damit in den Stadien auch Infektionsrisiken aus dem ganzen Bundesgebiet zusammenkommen“, verweist das Ministerium darauf, dass solche Reisetätigkeit bei Spielen mit regionaler Ausrichtung nicht gegeben sei. Sartory fürchtet einen Schaden für den Sport. „Wir haben sowieso wenige Fans. Jetzt gehen uns auch die Letzten verloren. Für Hockey ist das katastrophal. Uns geht es gar nicht um das Geld“, sagt er. Um zumindest einigermaßen im Kontakt mit den Zuschauern zu bleiben, bietet der CHTC einen Livestream des Heimspiels gegen den Berliner HC am Samstag um 15 Uhr an. Zu finden ist dieser auf youtube unter CHTC TV.