Crefelder HTC gibt die Hallen-EM zurück

Hockey : Crefelder HTC gibt die Hallen-EM zurück

Da der Hockey-Olympiakader des DHB nicht dabei sein wird, sahen die Krefelder keine Möglichkeit, das Turnier entsprechend zu vermarkten und entschieden sich zur Rückgabe an den Verband.

Es sollte das dritte große Event werden, das der CHTC in Krefeld ausrichtet: Nach den Final-Four-Turnieren der Jahre 2018 und 2019 sollte im Winter die Hallen-Europameisterschaft folgen. Mit Hochdruck arbeiteten die Verantwortlichen daran, in der Glockenspitzhalle ein Event auf die Beine zu stellen, das den hohen Standards der besagten Finalturniere um die deutsche Meisterschaft, die der CHTC gesetzt hat, gerecht wird.

Doch aus der Veranstaltung wird nun nichts. Am Dienstagabend gaben die Verantwortlichen die Ausrichtung an den Deutschen Hockeybund zurück. Grund sind deutlich geänderte Rahmenbedingungen. „Wir haben die Ausrichtung damals mit der Aussage übernommen, dass die Heim-EM Priorität genieße und natürlich das beste Team auflaufe. Damit sind wir auch auf Sponsoren und die Stadt zugegangen und haben es als Premium-Event verkauft. Nun hat der DHB aber entschieden, sich voll auf die olympischen Spiele zu konzentrieren und den kompletten Olympiakader parallel zu einem Lehrgang zusammen zu ziehen, um mit einem Perspektiv-Team bei der EM zu starten. So ist die Veranstaltung für uns aber nicht zu vermarkten“, sagt CHTC-Vorsitzender Dirk Wellen.

In den vergangenen Tagen hatten die krefelder Verantwortlichen versucht, zumindest die Teilnahme einiger Zugpferde wie CHTC-Stürmer Niklas Wellen, die Kölner Grambusch-Brüder oder den Mühlheimer Timm Herzbruch als Spieler zugesichert zu bekommen. Auch diese Gespräche verliefen jedoch ohne Ergebnis. So sahen sie sich letztlich gezwungen, die Veranstaltung zurückzugeben, da aufgrund der fehlenden Zugpferde auch die Zuschauererwartungen deutlich nach unten hätten korrigiert werden müssen. Das hatte nicht zuletzt ein großes finanzielles Risiko bedeutet. „Außerdem haben wir Sponsoren und Partnern eben ein Premium-Produkt versprochen, was es mit einer C-Mannschaft, die es faktisch wäre, auf DHB-Seite nicht gegeben wäre“, erläutert der CHTC-Vorsitzende.

Ihm ist dabei aber auch wichtig, zu betonen, dass es kein böses Blut zwischen dem CHTC und dem Verband gebe. „Die Entscheidung ist aus Verbandssicht nicht völlig unverständlich. Olympia ist für das Hockey das wichtigste Ereignis, das mediale Aufmerksamkeit bringt und damit den Sport voran bringt. Wir müssen aber eben auch wirtschaftlich denken und stehen bei unseren Partnern im Wort. Darum müssen wir für uns eben die Reißleine ziehen. Das bedauern wir sehr, aber wir sehen derzeit keine Alternative zu diesem Vorgehen“, sagt Wellen.

Die Europameisterschaft sollte eigentlich der krönende Abschluss der vom CHTC veranstalteten Großevents werden. Allerdings hoffen die Verantwortlichen nach den vielen positiven Rückmeldungen, auch im kommenden Jahr und möglicherweise darüber hinaus das Final-Four-Turnier ausrichten zu dürfen. Die Entscheidung darüber ist noch nicht gefallen. Der CHTC hat hier aber in jeder Hinsicht, nicht zuletzt dem Zuschauerzuspruch, für neue Dimensionen im Hockey gesorgt.

Mehr von RP ONLINE