Fußball Cherfi: "Verletzungsfrei haben wir eine reelle Chance"

Oberliga · Fußball: Der Abgang von Özdemir ist ein herber Verlust für den VfR Fischeln, der gestern bei Borussias U23 mit 2:6 unterlag.

 Pierre Mendes da Costa kommt aus Odenkirchen zum VfR.

Pierre Mendes da Costa kommt aus Odenkirchen zum VfR.

Foto: Milika

Mit dem Gastspiel beim SV Uedesheim startet der VfR Fischeln am Sonntag in das neue Jahr. Wenn dort gespielt werden kann, denn den Gastgebern steht ein Rasen- und ein Ascheplatz zur Verfügung. Bei der aktuellen Wetterlage ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass diese Partie nicht stattfinden kann. Ist dies der Fall, hätte der VfR zwei weitere Wochen zur Vorbereitung auf eine schwere Rückrunde, weil die nachfolgende Partie gegen den VfB Speldorf auf den 20. Februar verlegt wurde. VfR-Trainer Josef Cherfi käme die zusätzliche Zeit entgegen, hat aber auch kein Problem damit, wenn in Uedesheim gespielt werden könnte: "Die Vorbereitung war durch die Witterung sicher nicht optimal. Aber wir haben das Beste daraus gemacht und sind gerüstet."

Drei Punkte fehlen derzeit auf den angestrebten 13. Tabellenplatz, der am Ende die sichere Rettung bedeuten würde. Was die Chancen auf den Klassenverbleib angeht, verfällt Cherfi angesichts des übersichtlichen Rückstands nicht in Euphorie, sondern formuliert die Lage mit einer gesunden Portion Realismus: "Bleiben wir verletzungsfrei, haben wir mit dem vorhandenen Kader eine reelle Chance." Doch vor dem möglichen ersten Pflichtspiel gibt es bereits die ersten Dämpfer, denn die Innenverteidigung droht auszufallen. Bei Stephan Maas lassen Rückenprobleme derzeit keinen Einsatz zu, und Stephan Heller ist mit Adduktorenproblemen ein Wackelkandidat.

Auf der Streichliste steht Selim Özdemir, der sich einem türkischen Drittligisten anschloss. "Ein herber Verlust. Aber wir müssen seine Entscheidung respektieren", kommentiert Cherfi den Abgang des offensiven Mittelfeldspielers. Vorher verabschiedeten sich bereits Gowthan Kugathasan und Kadir Demir zum Landesligisten VfB Uerdingen. Sebastian Schulz kehrte dem VfR auch den Rücken und ist beim Ligakonkurrenten SV Sonsbeck im Gespräch. Abwanderungsgedanken hegte Oliver Wersig, der aber offensichtlich doch an der Kölner Straße bleibt. Mit Ausnahme von Özdemir sind die feststehenden Abgänge zu verkraften. Negative Auswirkungen hat dies in erster Linie auf die in der Bezirksliga spielende zweite Mannschaft von Trainer Holger Kox.

Was Zugänge angeht, blieb es bisher ruhig. Allerdings tat sich gestern noch etwas. Zwei Tage vor dem Ende der Wechselfrist einigte sich VfR-Präsident Thomas Schlösser gestern Abend mit zwei Spielern. Vom SC Kapellen-Erft kommt der junge Stürmer Nail Mazlumovski. Als weiterer Torhüter trägt Pierre Mendes da Costa nun das VfR-Trikot, der in den vergangenen Monaten inaktiv war und in der vorigen Saison für die SpVgg. Odenkirchen spielte. Ob diese Verpflichtungen eine der letzten Amtshandlungen des Präsidenten Schlösser war, bleibt offen. Der starke Mann der Grün-Weißen, der in der vergangenen Woche seinen 50. Geburtstag feierte, äußerte sich zum angekündigten Rücktritt zurückhaltend: "Ich würde gerne aufhören. Aber schau'n wir mal."

Kurzfristig gelang es dem VfR, ein Testspiel gegen einen hochkarätigen Gegner abzuschließen, nachdem drei von sechs Tests ausfielen. Bei der U23 von Borussia Mönchengladbach unterlag der VfR gestern mit 2:6 (0:4). Als Innenverteidiger Henning Niedmers verletzt ausfiel, fehlte in der ersten Hälfte die Ordnung. Mit der zweiten Hälfte war Cherfi zufrieden: "Das Ergebnis war zwei bis drei Tore zu hoch. Auf dieser Leistung kann man aufbauen." Die VfR-Tore erzielten Kevin Breuer (1:4) und Stefan Linser (2:5).

(RP)
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