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Tennis: Blau-Weiß plant Rückkehr

Tennis : Blau-Weiß plant Rückkehr

Nach dem Abstieg aus der Tennis-Bundesliga wird der HTC im kommenden Jahr in der 2. Liga antreten. Für Club-Chef Hajo Ploenes war die Niederlage in Nürnberg ausschlaggebend für den verpassten Klassenerhalt.

Noch lange saßen Spieler und Verantwortliche des HTC Blau-Weiß Krefeld am Sonntag nach der Niederlage gegen Mannheim und dem damit besiegelten Abstieg aus der Bundesliga im Clubhaus an der Hüttenallee zusammen. Von Nachkarten war dabei keine Rede. Davon wollte Hajo Ploenes auch gestern nichts wissen. Die Analyse des 1.Vorsitzenden fällt knapp aus: "Nach der Niederlage in Nürnberg stand für mich der Abstieg eigentlich schon fest. Mit unserer Qualität hätten wir dieses Spiel nie verlieren dürfen. Aber unsere Spieler haben an diesem Tag versagt. Das sind auch nur Menschen. Das gehört zum Sport."

"Fünf sehr schöne Jahre"

Dass sich die Krefelder fünf Jahre lang im Oberaus behaupten und den hiesigen Tennisfans auf der schönen Anlage im Stadtwald tollen Sport bieten konnten, ist angesichts ihrer finanziellen Möglichkeiten schon eine kleine Sensation. "Es waren fünf sehr schöne Jahre", sagt Hajo Ploenes, der schon dabei war, als Blau-Weiß 1972 zu den Gründungsmitgliedern der Bundesliga gehörte. Damals behauptete sich das Team gleich sechs Jahre in Folge im Oberhaus und genießt im deutschen Tennis bis heute ein großes Ansehen.

Nicht nur sportlich lief beim Stadtwaldteam diese Saison nicht alles nach Plan. Durch den Rückzug von ETUF Essen fehlte die Zuschauereinnahme eines attraktiven Heimspiels. Gegen Neuss war es zu heiß, vorgestern gegen Mannheim zu nass. Hajo Ploenes hofft, dass er das Loch in der Kasse durch eine Schadensersatzklage gegen Essen etwas stopfen kann. Die Ruhrstädter müssen eine Bürgschaft zahlen, die der Deutsche Tennisbund gezogen hat, damit er alle Vereine, die gegen Essen zu Hause gespielt hätten, entschädigen kann.

Die Befürchtung einiger Insider, die Verantwortlichen im Stadtwald ziehen sich aufgrund des stagnierenden Zuschauer- und Sponsoren-Interesses zurück, bestätigte sich gestern zum Glück nicht. "Wir spielen nächstes Jahr in der 2. Liga", versprach Hajo Ploenes. Er hofft, dass die bisherigen Sponsoren bei der Stange bleiben: "Wir werden jetzt schnell mit den Gesprächen beginnen." Er peilt den direkten Wiederaufstieg an: "Wenn man das im ersten oder zweiten Jahr nicht schafft, muss man weiter runter gehen." Denn der Etat dürfte kaum niedriger sein als in der 1. Liga. Zumal im Unterhaus sechs statt vier Einzel gespielt werden.

Da sich viele Spieler in der Blau-Weiß-Familie zu Hause fühlen, gab es bereits am Sonntag unmittelbar nach dem Abstieg Signale einiger Akteure, auch in der 2. Liga für Krefeld das Racket schwingen zu wollen, und das sogar zu geringeren Bezügen. "Ich schätze solche Aussagen sehr. Aber ich kenne das Geschäft zu gut. Wenn die Spieler erstmal lange Zeit aus Krefeld weg sind und sie im Winter bessere Angebote bekommen, zählen diese Aussagen nicht mehr. Dafür habe ich aber Verständnis. Schließlich müssen sie in zehn Jahren versuchen, so viel Geld wie möglich zu verdienen", sagt Hajo Ploenes und schätzt die Lage wie auch nach dem Nürnbergspiel immer realistisch ein.

(RP)