Blau-Weiß Krefeld: Jürgen Melzers Freundschaftsdienst goldwert

Tennis-Bundesliga : Melzers Freundschaftsdienst goldwert

Ohne den Österreicher wäre Tennis-Bundesligist Blau-Weiß Timberland Finance Krefeld im Heimspiel gegen den Gladbacher HTC wahrscheinlich leer ausgegangen. Teamchef Olaf Merkel lobt den starken Willen seiner Spieler.

Die Erleichterung im Lager des Tennis-Bundesligisten Blau-Weiß Timberland Finance Krefeld war nach dem Heimspiel gegen den Gladbacher HTC riesengroß. Entsprechend gut war die Stimmung im Clubhaus nach dem 3:3-Unentschieden. Denn durch den 1:3-Rückstand nach den vier Einzeln waren die Hoffnungen auf einen gelungenen Saisonstart deutlichen gesunken. Dass bei einem so ausgeglichenen Duell eine Mannschaft beide Doppel gewinnt, ist in der Bundesliga selten.

Natürlich waren die meisten der gut 1000 Zuschauer, die sich die Doppel nicht entgehen lassen wollten, begeistert, mit welchem Willen die Blau-Weißen den einen wichtigen Punkt noch ins Ziel retteten. Olaf Merkel bewies bei der Aufstellung seiner beiden Doppel ein taktisch glückliches Händchen. „Die Gladbacher haben wohl nicht damit gerechnet, dass wir unsere beiden Doppelspezialisten Jürgen Melzer und Simone Bolelli trennen. Sie konnten ihre zwei besten Doppelspieler zusammen nur im ersten Doppel aufbieten “, sagte der Teamchef. Letztendlich war es goldwert, dass Merkel seinen Freund Melzer am Samstag noch überreden konnte, auf dem Weg von London nach Wien im Stadtwald einen Zwischenstopp einzulegen. Der Teamchef freute sich auch, dass Neuzugang Bolelli nach seiner insgesamt unnötigen Einzel-Niederlage im Doppel an der Seite von Paolo Lorenzi ausschlaggebend für den Sieg im Match-Tiebreak war. „Ich konnte in seinem Gesicht ablesen, wie sehr er sich gefreut hat“, erklärte der Teamchef.

Die vier Italiener und der Österreicher, die zum Auftaktteam der Blau-Weißen gehörten, bekamen hinterher von der guten Stimmung im Clubhaus nichts mit. Es herrschte Hektik in der Kabine. Alessandro Giannessi und Paolo Lorenzi sowie Jürgen Melzer mussten schnell zum Flughafen. Die beiden Italiener, die in dieser Woche in Perugia (bei Rom) zusammen mit ihren Blau-Weiß-Teamkollegen Rogerio Dutra Silva und Federico Gaio aufschlagen, erwischten den Flieger noch rechtzeitig. Dagegen hatte Melzer Pech, weil sein Flug nach Wien überbucht war. So kehrte der Österreicher wieder nach Krefeld zurück und flog am Montagmorgen in seine Heimatstadt. Bolelli machte sich noch am Sonntagabend auf den Weg zum Challenger-Turnier nach Braunschweig. Dort sind auch seine beiden Landsleute Gianluca Mager und Stefano Travaglia aus dem Kader der Blau-Weißen im Einsatz. Wer von diesem Trio oder dem Quartett aus Perugia am kommenden Wochenende für die beiden Spiele im Stadtwald gegen Kurhaus Aachen und am Sonntag in Köln zur Verfügung steht, müssen die beiden Turnierverläufe zeigen.

Zwei Top-Spieler der Krefelder sind für die beiden Duelle schon gesetzt. Marco Cecchinato ist am Sonntag mit seinem Coach im Stadtwald geblieben und trainiert dort diese Woche. Am Dienstag gesellt sich mit Christian Garin ein starker Sparringspartner dazu. Der 23-jährige Chilene, die neue Nummer 1 im Stadtwald, traf am Montagabend gemeinsam mit Trainer, Fitnesscoach und Physiotherapeut ein. Die Nummer 34 der aktuellen Weltrangliste bezieht im Mercure Hotel Krefelder Hof ein Einzelzimmer und sein Anhang eine Suite.

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