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Tennis: Blau-Weiß kann endlich feiern

Tennis : Blau-Weiß kann endlich feiern

Bei den Verantwortlichen des Krefelder Tennis-Bundesligisten herrscht nach dem Herzschlagfinale vom letzten Spieltag große Erleichterung. Der 1. Vorsitzende Hajo Ploenes freut sich, dass der HTC auch im Jubiläumsjahr 2013 im Oberhaus vertreten sein wird.

Es ist schon lange her, dass im Clubhaus des HTC Blau-Weiß Krefeld nach einem Bundesligaspiel die Sektkorken knallten. Das war am 10. August 2009, als das Stadtwaldteam nach dem 4:2-Sieg in Mannheim zurückkehrte und den vorzeitigen Klassenverbleib feierte. Fast auf den Tag genau drei Jahre später das gleiche Bild. Nach der Rückkehr vom Auswärtsspiel in Erfurt stießen Verantwortliche und Spieler darauf an, dass sie am letzten Spieltag noch das rettende Ufer erreichten.

Selbst für die kühnsten Optimisten im Lager der Blau-Weißen hatten vor der Fahrt nach Erfurt nicht mehr mit dem erforderlichen Wunder gerechnet. Erstmal musste die eigene Mannschaft ja gewinnen und Amberg in Mannheim verlieren. Auf weitere Rechenspiele wollte sich Teamchef Olaf Merkel erst gar nicht einlassen. In der Tat war es im Vorfeld höchst unwahrscheinlich, dass am Ende die Matchpunkte den Ausschlag zugunsten der Krefelder geben werden.

Zuschauer sehr zufrieden

Nach zwei Jahren voller Frust und Enttäuschungen, die dann zum Glück jeweils noch mit dem Klassenerhalt am Grünen Tisch endeten, können die Blau-Weißen jetzt endlich den Lohn dafür ernten, dass sie den hiesigen Tennisfreunden Jahr für Jahr tollen Sport auf ihrer Anlage präsentieren. Besonders in dieser Saison verließen die Zuschauer nach dem vier Heimspielen sehr zufrieden die schmucke Tennisanlage im Stadtwald und bedauerten, dass dem HTC in vielen entscheidenden Phasen das notwendige Glück fehlte.

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"Wir waren dieses Jahr viel besser, als es der Punktestand ausdrückt", sagte gestern Hajo Ploenes, der Sonntag schon den Abstieg vor Augen hatte: "Als es 0:2 stand, habe ich mit einer Niederlage gerechnet. Aber Inigo Cervantes hat toll gespielt und großartig gefightet. Seine Socken und Beine waren vom Sand so rostbraun wie die Trikots des FC St. Pauli." Dem 1. Vorsitzenden wird am Sonntag ein großer Stein vom Herzen gefallen sein, dass der HTC im dritten Anlauf den Abstieg verhindern konnte.

Dafür investierte der Verein noch mehr Kosten und Mühen als bisher. Die Suche nach geeigneten Spielern wurde intensiviert und der Etat erhöht. "Früher haben wir uns keinen Spieler geleistet, der als Ersatz für die Doppel zur Verfügung stand. Der kommt ja nicht für ein warmes Essen", sagte Ploenes gestern. Der 69-jährige Clubchef ist für die Blau-Weiß-Familie in Sachen Bundesliga die große Antriebsfeder, die nach einem erneuten Abstieg vielleicht ins Stocken geraten wäre. Denn Ploenes hatte bereits im Vorjahr davon gesprochen, nur noch ein Team für die Niederheinliga zu melden.

"Ich habe ein schwarzes Buch, in dem ich meine Gedanken notiere. Die Niederrheinliga war erneut ein Thema gewesen. Doch dann habe ich mir gesagt, dass unser Verein 2013 90 Jahre alt wird und die Bundesliga besser zu diesem Jubiläum passt", sagte Ploenes. Und zu seinem runden Geburtstag (70), den er aber damit nicht in Verbindung bringen möchte. Ihm geht es vielmehr darum, dass die Zuschauer im Stadtwald weiter Spitzentennis zu sehen bekommen. Wie lange noch, dass will Hajo Ploenes nicht verraten. Wahrscheinlich schreibt es das bald in sein schwarzes Buch.

(RP/rl)