Tennis: Blau-Weiß feiert ersten Sieg seit 2009

Tennis : Blau-Weiß feiert ersten Sieg seit 2009

Die rabenschwarze, 1071 Tage lang anhaltende Serie ohne Sieg des HTC Blau-Weiß Krefeld ist gestern höchst dramatisch gerissen. Die Mannschaft, die für den Club an der Hüttenallee in der Tennis-Bundesliga spielt, gewann gegen den Aufsteiger Wacker Burghausen mit 4:2.

Der 9. August ist ein schöner Tag. Die finnisch-schwedische Kinderbuchautorin Tove Jansson, die der Welt die wunderschönen Mumin-Bücher geschenkt hat, wurde am 9. August 1914 geboren. Fußball-Trainer Otto Rehhagel erblickte an jenem Tag 1938 das Licht der Welt, zwei Jahre später wurde "Mutter Beimer" geboren. Und Rod Laver, neben Donald Budge einer der beiden Tennisspieler, die alle vier Grand-Slam-Turniere in einer Saison gewannen, hat am 9. August Geburtstag.

Auch für den HTC Blau-Weiß Krefeld war der 9. August etwas besonderes, genauer gesagt: der 9. August 2009. Das ist nämlich der Tag, an dem die Auswahl von Teamchef Olaf Merkel ihren bislang letzten Sieg in der Tennis-Bundesliga gefeiert hat, beim 4:2 in Mannheim. Bis gestern. Denn da riss diese seit 1071 Tagen bestehende pechschwarze Serie ohne Sieg: 4:2 gewann der HTC Blau-Weiß Krefeld gegen Aufsteiger Wacker Burghausen. 153 sieglose Wochen sind vorüber.

Dabei stand die Austragung der Partie noch am Morgen zuvor auf recht wackligen Beinen. Der Regen am Samstag hatte der Platzanlage im Stadtwald ordentlich zugesetzt, und in aller Herrgottsfrühe liefen bereits die Pumpen, um die Plätze abzutrocken. Das funktionierte aber bestens, und so ging der Spielbetrieb problemlos ab 11 Uhr über die Bühne.

Eigentlich hätte der Sieg schon viel eher feststehen können. Denn nach den Einzel führte Krefeld bereits mit 3:1 und hatte somit bereits einen Punkt sicher. Inigo Cervantes (Spanien, gegen den Italiener Fabio Fognini), Diego Junqueira (Italien, gegen Philipp Oswald aus Österreich) und Nicolas Devilder (Frankreich, gegen den Österreicher Johannes Ager) hatten ihre Einzel nach Hause gebracht.

Und hätte Maximo Gonzalez sein Einzel gegen den Schweizer Michael Lammer nicht im Champions-Tiebreak mit 7:10 abgegeben, dann wäre der Sieg schon vorzeitig besiegelt gewesen. So aber sorgte der Argentinier in Krefelder Diensten für den Wutausbruch des Tages, als er nach dem Matchball seinen Tennisschläger mit vollen Wucht über die Umzäunung des Platzes warf. Dieser landete auf dem Imbisswagen einer Bäckerei.

So bleib es spannend vor dem Doppel. Gonzalez/Junqueira ihre Partie im Champions-Tiebreak abgegeben, so dass es nun in der Hand von Cervantes/Devilder lag, den Sieg heimzubringen. Der erste Satz ging mit 6:7 weg, doch dann holte das Duo den zweiten Durchgang mit 6:4, so dass auch hier der Champions-Tiebreak die Entscheidung bringen musste. Und da lag das Krefelder Paar bereits mit 5:9 zurück, hatte also vier Matchbälle in Folge gegen sich abzuwehren. Das Kunststück gelang, und mit dem ersten eigenen Matchball beim Stand von 10:9 war der Erfolg besiegelt.

"Es wurde ja auch Zeit, dass wir mal wieder ein Spiel gewinnen. Die Mannschaft hat heute hervorragend gespielt und auch gekämpft. Herausheben möchte ich Inigo Cervantes, der immerhin gegen die Nummer 63 der Welt sein Einzel gewonnen und im entscheidenden Doppel die Nerven behalten hat", sagte Olaf Merkel erleichtert.

Mit dem Sieg ist nun also auch der 15. Juli ein schöner Tag für den HTC Blau-Weiß Krefeld. Da wurde übrigens unter anderem der niederländische Maler Rembrandt (1606) geboren.

(RP)
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