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Blau-Weiß empfängt Mannheim: Wunder oder Abstieg?

Blau-Weiß empfängt Mannheim: Wunder oder Abstieg?

Tennis Unter anderen Vorzeichen wäre HTC-Trainer Olaf Merkel das Spiel gegen Mannheim sicherlich lieber gewesen. "Ich habe gehofft, dass es für uns um die Meisterschaft geht, wenn wir gegen Mannheim spielen," sagte er gestern mit einem Schmunzeln. Angesichts der Tatsache, dass sein Team sowohl morgen ab 11 Uhr im Stadtwald gegen Tabellenführer Mannheim, als auch eine Woche später den Dritten Rochusclub Düsseldorf bezwingen muss, "haben wir eigentlich keine Chance mehr", sagte Merkel und schätzt damit die Lage realistisch ein.

Dennoch wollen die Blau-Weißen bei ihrem letzten Heimspiel in dieser Saison den Fans nochmal hochklassiges Tennis zeigen. Wie es geht, zeigt die vergangenen Saison: Dort gewann Krefeld mit 4:2 gegen die Mannheimer, die morgen fast das gleiche Team ins Rennen schicken. Dennoch ist der Gast aus der Kurpfalz klarer Favorit. Nicht nur, weil ein Sieg ein wichtiger Schritt Richtung Meisterschaft wäre, sondern "weil die Mannschaft zum Ende der Saison immer gut drauf war und auch jetzt sehr gut in Form ist", erklärt Merkel. So schickt der Tabellenführer die gleichen vier Spieler auf den Platz, die auch beim 4:2-Sieg gegen den Rochusclub überzeugten. Dabei sind Björn Phau (ATP-Rang 100), Juan Pablo Brzezicki (182), Alexander Peya (194) und Denis Gremelmayr (227). Da sich Janko Tipsarevic und Benjamin Becker in den Vereinigten Staaten auf die US Open vorbereiten, setzen die Gäste weiter auf ihr eingespieltes Team. "Wir wollen aber dennoch ein großes Spiel abliefern, um den Zuschauern etwas zu bieten", sagt Trainer Merkel. Das zeigt auch die Aufstellung der Blau-Weißen, die auf keinen Fall Punkte verschenken wollen. Der Kroate Antonio Veic und Diego Junqueria, der gegen Erfurt mit seinem gewonnen Einzel und dem Erfolg mit Dennis van Scheppingen im Doppel die einzigen Punkte für Krefeld holte, sind für Sonntag gesetzt. Daneben wird der Italiener Alberto Brizzi zum Einsatz kommen.

Fest steht wohl, dass Dennis van Scheppingen, der bisher fast immer mit dabei war, beim letzten Heimspiel nicht zum Einsatz kommt. Dafür wird entweder der an Platz 242 der Weltrangliste platzierte Juan-Martin Aranguren aus Argentinien, der seit zwei Wochen kleine Turniere in der Umgebung spielt und laut Merkel "heiß auf einen Einsatz ist", sein Saisondebüt geben, oder der nominell beste Krefelder, Filippo Volandri (ATP 103), kommt zu seinem ersten Einsatz in dieser Spielzeit. Volandri spielt allerdings zur Zeit noch ein Turnier in San Marino, bei dem er im Viertelfinale steht. Sollte er dort raus fliegen, "gibt er mir die Info, ob er kommen kann", erklärt Merkel, "sollte er aber das Halbfinale erreichen, wird die Zeit zu knapp". Für die abergläubischen Fans der Blau-Weißen wäre sicherlich Aranguren die richtige Option. Der machte nämlich gemeinsam mit Brizzi im Doppel in der vergangenen Saison den entscheidenden Punkt für den Klassenerhalt.

(RP)