Lokalsport: Beister macht, was er will

Lokalsport : Beister macht, was er will

Der 27 Jahre alte Torjäger wechselt gegen alle Empfehlungen nach Uerdingen und fühlt sich pudelwohl. Morgen bestreitet er mit dem KFC das erste von drei Endspielen auf dem Weg zur Meisterschaft bei Borussia Dortmund II.

An das Pokalspiel am 20. Dezember 2011 erinnert sich Maximilian Beister natürlich noch. Er hat es noch nicht aus seinem Gedächtnis gestrichen, auch wenn er damals im Achtelfinale mit dem Zweitligisten Fortuna Düsseldorf gegen den Deutschen Meister Borussia Dortmund unglücklich mit 4:5 nach Elfmeterschießen ausschied. Damals erregten Beister und Dortmund nicht nur aus sportlichen Gründen Aufsehen, denn kurz vor dem Spiel soll BVB-Trainer Jürgen Klopp dem Torjäger sein Interesse an dessen Wechsel kund getan haben.

Das wird in diesen Tagen nicht passieren, auch wenn Beister und Dortmund morgen (14 Uhr) erneut aufeinander treffen. Denn Jürgen Klopp trainiert inzwischen den FC Liverpool und Beister spielt beim KFC Uerdingen. Und Wechselgedanken kommen für ihn überhaupt nicht in Frage. "Ich bin im Winter gekommen, um den Verein nach oben zu führen", sagt der nun 27-Jährige. "Wir haben jetzt noch drei Spiele und wollen es mit aller Macht packen."

Dass der KFC Spitzenreiter mit der besseren Ausgangsposition gegenüber dem starken Konkurrenten Viktoria Köln ist, ist alles andere als selbstverständlich. "Diese Situation haben wir uns mit sieben Siegen in Folge erarbeitet", sagt Beister, der in der Saison 2011/12 mit Fortuna in die Bundesliga aufgestiegen ist. "So ein Aufstiegskampf ist sehr intensiv, die Anspannung eine ganz andere. Der kleinste Fehler kann die Arbeit einer ganzen Saison zunichte machen. Wir sind Spitzenreiter und wollen die Position mit aller Macht und Leidenschaft verteidigen."

Der Erfolg trägt natürlich dazu bei, dass sich Beister in Uerdingen wohl fühlt. Aber das freut ihn noch aus einem ganz anderen Grund: "Ich habe zum ersten Mal gemacht, wovon man mir abgeraten hat. Alle haben gesagt, ich solle nicht nach Uerdingen gehen, aber ich habe es getan. Ich habe mich in der Vergangenheit zu oft beeinflussen lassen, in diesem Fall aber nicht. Uerdingen ist im deutschen Fußball kein unbeschriebenes Blatt. Der Verein hat viel Potenzial, hier kann was entstehen, und wir befinden uns erst am Anfang des Aufbruchs."

Soll der Weg schnurstraks in Richtung Meisterschaft führen, so wäre ein Sieg bei Borussia Dortmund II ein Meilenstein. Allerdings sind die Schwarz-Gelben noch einen Tick stärker als Borussia Mönchengladbachs Talentschuppen, der am Mittwoch 3:2 besiegt wurde. "Die Mannschaften sind ähnlich strukturiert, aber die Dortmunder sind von der Qualität der Einzelspieler etwas stärker", sagt KFC-Trainer Stefan Krämer. Er wird seine Mannschaft wieder auf zwei Positionen ändern und verfügt über ausreichend Alternativen, weil Christian Müller und Kevin Pino Tellez nach überstandenem Magen-Darm-Virus gestern wieder mittrainiert haben. Welche Änderungen der Coach vornimmt, hat er nicht verraten, doch ist es durchaus vorstellbar, dass Oguzhan Kefkir auf der linken Seite für Dennis Chessa wieder ran darf. Christian Müller könnte wieder spielen und Beister auf den Flügel zurückkehren. Jan Holldack, der in Gladbach groß auftrumpfte, könnte nach der Pause als Joker fungieren.

Für Krämer ist eines viel wichtiger: "Wir müssen gewinnen und unseren Lauf fortsetzen. Wir haben es in der Hand und wollen es nicht mehr hergeben." Gut so.

(ths)
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