Arturs Kruminsch hat den Krebs besiegt

Die Leidenszeit ist zu Ende : Arturs Kruminsch hat den Krebs besiegt

Der Eishockey-Spieler der Krefeld Pinguine kann nach seiner Lymphdrüsenerkrankung wieder uneingeschränkt trainieren. Der 30-Jährige freut sich auf das erste Eistraining mit der Mannschaft und hofft auf ein Comeback in der DEL.

Als Arturs Kruminsch am Donnerstag in der Yayla-Arena mit einem Lächeln im Gesicht den Presseraum betrat, sorgte das im Kreise der Medienvertreter für Gänsehaupt. Fast vor einem Jahr hatten sie an gleicher Stelle erfahren, dass beim Stürmer Lymphdrüsenkrebs festgestellt worden war. Er hatte sich wegen ständiger Rückenschmerzen untersuchen lassen. Dabei kam die niederschmetternde Diagnose heraus. Zwei Monate zuvor hatte der 30-jährige Deutsch-Lette einen Vertrag bei den Schwarz-Gelben unterschrieben und freute sich auf sein Debüt in der höchsten deutschen Eishockey-Liga. Mit 51 Scorerpunkten (11/40) hatte er sich in der DEL2 bei den Ravenburger Towerstars für höhere Aufgaben empfohlen.

Die Nachricht von seiner schweren Krankheit sorgte nicht nur bei ihm, seiner Familie und Freunden für einen Schock, sondern in der gesamten Eishockey-Szene. „Keiner denkt, dass einem so etwas passieren kann. Das war ein Riesenschock. Die Zeit unmittelbar danach war nicht einfach. Aber den Charakter und den Willen, den man sich als Sportler im Laufe der Jahre aneignet, haben mir geholfen, sich da durch zu kämpfen“, sagte Kruminsch. Diesen Kampf, der jeden Titelgewinn oder Medaille im Sport in den Schatten stellt, hat er gewonnen: „Es war natürlich schwer, von außen zu zu gucken, aber ich wusste, dass ich eine Chance habe, mich zurück zu kämpfen. Die wollte ich unbedingt nutzen. Jetzt sieht es sehr gut aus. Ich fühle mich gut. Es ist nicht mehr alles so wie es vorher war, da hatte man einen ganz anderen Blickwinkel auf sein Leben. Wenn man das aber übersteht, gibt das einem mehr Kraft als vorher. Da bin ich auch stolz drauf. Auch der Charakter entwickelt sich weiter. Ich bin gut drauf und positiv gestimmt.“

„Das war ein harter und langer Weg für Arturs. Wir können uns alle glücklich schätzen, dass er alles so gut überstanden hat. Ich fand es total beeindruckend, wie positiv er geblieben ist, als wir uns über Wochen und Monate ausgetauscht haben“, erklärte Sportdirektor Matthias Roos. Ab November ging es für den gebürtigen Letten stetig bergauf. Die Chemotherapie machte sich positiv bemerkbar. Kurz vor Weihnachten waren alle Krebszellen abgetötet. Danach kam er auch regelmäßig zu den Heimspielen und wurde in der Kabine als Mannschaftskollege aufgenommen und auf dem Weg zurück in den Leistungssport unterstützt. Im Februar ging er dann zum ersten Mal mit dem Team aufs Eis, was für alle ein bewegender Moment war. „Natürlich bin ich da über mein Limit hinausgegangen. Auch wenn ich mich in den beiden Tagen danach kaum bewegen konnte, habe ich daraus jede Menge Kraft und Motivation geschöpft. Ich möchte Eishockey spielen und freue mich auf August, wenn es endlich wieder losgeht“, erklärte Kruminsch.

Wo es für den Center dann so richtig los geht, wird sich während der Vorbereitung entscheiden. Durch die Zusammenarbeit mit dem KEV (U23) und den Löwen Frankfurt (DEL 2) bieten sich für den Spieler reichlich Gelegenheiten, so viel Spielpraxis wie möglich zu sammeln. „Arturs musste ja ein Jahr komplett aussetzen. Während der Vorbereitungsphase müssen wir ja keine Spieler abschließend lizenzieren und können sie mit Gastspielgenehmigungen hin und her schieben. Dann werden wir von Woche zu Woche schauen, wie weit Arturs ist und was für Möglichkeiten sich bieten, damit er die notwendige Spielpraxis bekommt“, sagte Matthias Roos, für den die DEL-Kaderplanung „jetzt erst mal“ abgeschlossen ist: „Ich würde gerne mehr Geld ausgeben, aber die Gesellschafter stellen mir nichts mehr zur Verfügung.“

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