Lokalsport: Am Tag der Einheit: Derya Saki darf endlich wieder boxen

Lokalsport : Am Tag der Einheit: Derya Saki darf endlich wieder boxen

Zwei Jahre lang hat die Krefelder Boxerin nur trainiert, musste sogar ihren WM-Titel ablegen. Jetzt gibt's endlich eine Gegnerin.

Für Derya Saki geht am Tag der Deutschen Einheit, am 3. Oktober also, eine schier ewige Wartezeit zu Ende. Gut zwei Jahre ist es her, dass die 27-Jährige zuletzt in einem Boxring gestanden hat, um dort auch einen regulären Kampf zu bestreiten. Seinerzeit wurde sie Weltmeisterin im Leichtgewicht gemäß des Verbandes GBC (Global Boxing Coucil). Doch seit ihrem Titelgewinn im November 2015 durch den Punktsieg gegen Miss Schleswig-Holstein, Alicia Melina Kummer, hat sie nur noch Sparring absolvieren können. Einen echten Kampf gegen eine echte Gegnerin hingegen nicht mehr - weil sich niemand traute, gegen sie anzutreten. Doch jetzt ist es soweit: In Berlin geht es nun gegen die Lettin Marija Fedotenkova.

Acht Profikämpfe hat Derya Saki bislang in ihrer Karriere bestritten - und allesamt gewonnen, davon vier Mal vorzeitig durch Knock-out. Das schreckte offenbar die Gegnerinnen ab. "Das ist absolut frustrierend", sagt ihr Trainer Manni Faber, der sämtliche Kontakte in die Boxszene angeknüpft hat, um seinem Schützling einen neuen Gegner zu vermitteln. Lose Anfragen gab es zwischenzeitlich immer mal wieder, dann aber auch recht schnell eine Absage. "Die Gegnerinnen trauen sich einfach nicht, gegen Derya zu boxen. Da geht es um Angst, eigene Titel und dadurch auch Geld zu verlieren."

Ihren Titel musste sie niederlegen, binnen eines Jahres nach dem Gewinn der WM musste eine Gegnerin für die türkischstämmige Boxerin gefunden werden. Das war nicht der Fall, und in diesem Fall schreiben die Statuten vor, dass sie ihren Gürtel abgeben muss. "Der Titel ist jetzt vakant", sagt sie. Wann sie eine neue Titelchance erhält, ist noch offen. Der Kampf jetzt ist es jedenfalls nicht, weil er nur über sechs Runden ausgeschrieben ist - zehn sind für einen Titelkampf vorgesehen. "Außerdem ist das vielleicht auch ganz gut so, dass es nicht schon direkt um einen Titel geht. Nach der langen Pause muss ich auch wieder reinkommen", sagt sie.

Von ihrer Gegnerin weiß sie im Grunde nichts. Marija Fedotenkova ist ein noch relativ unbeschriebenes Ballt. 19 Jahre ist die in Riga geborne Lettin alt, und im März 2016 bestritt sie ihren ersten Kampf als Profi. Den hat sie durch Knock-out gewonnen, anschließend stand sie in drei weiteren Kämpfen im Ring - in allen dreien unterlag sie jeweils nach technischem K.o. Das klingt nach einem recht einfachen Kampf für die Krefelderin, die ihre acht bisherigen Profikämpfe allesamt vorzeitig gewann - ein Aufbaukampf eben, bis es vielleicht noch einmal um die Weltmeisterschaft gehen wird.

Dier könnte vielleicht sogar im Frühjahr in Krefeld über die Bühne gehen. Manni Faber und Promoter Mario Pokowietz sind auf der Suche nach Sponsoren, um ein Programm für einen Kampfabend in der Halle der Rinder-Union und die damit verbundenen Kosten zu stemmen. "Vielleicht klappt es ja bis zum Frühjahr", hofft Faber.

(oli)
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